Zeitliche Belastung für Musikschüler gestiegen

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Prien - Die Musikschule hofft auf eine baldige Innen- und Außenrenovierung der "Alten Post". Die Talentförderung ist schwieriger geworden.

Die Musikschule hofft auf eine baldige Innen- und Außenrenovierung der "Alten Post". Dies wurde auf der Jahreshauptversammlung angesprochen. Das ließen Leitung und Vorstand bei der Jahreshauptversammlung im Saal des Gebäudes am Bahnhofsplatz anklingen. Unkompliziert verliefen die Haushaltsberatung und die turnusmäßige Neuwahl, bei der die Vorstandschaft komplett in ihren Ämtern bestätigt wurde.

Vorsitzender Andreas Neuer, Stellvertreterin Elke Steiner, Schatzmeisterin Charlotte Münck und Schriftführer Dr. Markus Höper setzen ihre Arbeit ebenso fort wie die Beiräte Julia Kollmannsberger und Andreas Reichhelm sowie die Rechnungsprüferinnen Monika Wallner-Grutsch und Marie-Luise Nägele.

Schülerzahlen wegen doppelten Abi-Jahrgang leicht gesunken

Im doppelten Abiturjahrgang 2011 sieht Musikschulleiterin Brigitte Buckl die Hauptursache dafür, dass die Schülerzahl im Jahresvergleich von 591 auf aktuell 575 gesunken ist. "Es haben noch nie so viele aufgehört wie heuer." Während immer mehr Priener Unterricht in der "Alten Post" nehmen - ihr Anteil liegt mittlerweile bei 62 Prozent - sind es laut Buckl insbesondere die Bernauer, die sich vermehrt nach Grassau orientieren.

325 Wochenstunden geben die 25 Lehrkräfte der Priener Musikschule. Unumstrittenes Lieblingsinstrument ist und bleibt die Gitarre (inklusive E-Gitarre), auf der sich 125 Schüler ausbilden lassen. Mit respektvollem Abstand folgt das Klavier (91). Während vor allem bei Blockflöte, Volksmusik und Schlagzeug rückläufige Schülerzahlen verzeichnet werden müssen, gibt es Buckl zufolge steigendes Interesse an Kontrabass und Klarinette. Nach einem Jahr mangels Interesse wieder aufgegeben hat die Schule den Versuch, Harfenunterricht zu etablieren.

Ihr erlerntes Können stellen die Schützlinge nicht nur bei zahlreichen Konzerten unterschiedlichster Prägung im Jahresverlauf unter Beweis, zu denen zur Freude von Schülern und Lehrern immer mehr Zuhörer kommen, sondern auch in momentan 14 Ensembles - von der Nachwuchsband "Skyscrapers" über den Kinderchor "Ohrwürmchen" und die Percussion-Formation "Monsters of Groove" bis zu volksmusikalischen Gruppen. Alle zusammen haben laut Buckl im vergangenen Jahr rund 100 Auftritte absolviert.

Schwierig junge Leute dauerhaft zu halten

Allerdings wird es nach Angaben der Leiterin zunehmend schwieriger, junge Leute als Mitglieder in Ensembles bei der Stange zu halten. Offenbar gehen die zunehmenden zeitlichen Belastungen durch die Schulen zu Lasten der Musikschule.

Ein wichtiges Sprungbrett, um Talente an die traditionelle Blasmusik heranzuführen, sollen auch die drei Bläserklassen sein (zwei an der Grundschule Prien, eine in Wildenwart). Weil aber zwischen Blasmusik im Schulunterricht und der möglichen Aufnahme in die Jugendblaskapelle eine zeitliche Lücke klafft, bringen die Klassen zu Buckls Bedauern kaum Nachwuchs für die Kapelle hervor.

Die Priener Talentschmiede entsendet im Vergleich zu anderen Musikschulen wenig Schützlinge zu Wettbewerben, weil Buckl sie nicht zu sehr unter Druck setzen möchte. Einen Preis heimste eine Schülerin heuer aber doch ein. Anna Fichtl gewann laut Buckl in der Kategorie "Klavier solo" den Regionalentscheid von "Jugend musiziert".

Wenig Diskussionsbedarf lieferte der finanzielle Teil der Versammlung. Im Haushaltsjahr 2010 hatte die Schule Buckl zufolge "eine ziemliche Punktlandung geschafft", weil sich Einnahmen und Ausgaben wie geplant entwickelten. Größter Posten auf der Plusseite waren die Unterrichtsgebühren mit gut 307000 Euro. Gegenpol auf der Ausgabenseite bilden die Personalkosten für die Lehrer, die mit gut 362000 Euro zu Buche schlugen.

Stabiler Etat

Der Etat für heuer beinhaltete nur geringfügige Veränderungen auf einzelnen Positionen, er schließt in Einnahmen und Ausgaben mit jeweils 531000 Euro. Auch für den Haushalt 2012 erwartet Buckl keine großen Verschiebungen. Er dürfte wieder etwa auf dem Niveau dieses Jahres liegen.

Vor der Versammlung hatte sich die Vorstandschaft in nichtöffentlicher Sitzung auf eine neue Gebührenordnung verständigt. Wie in der Vergangenheit dient die Anhebung der Sätze alle zwei bis drei Jahre um durchschnittlich 2,5 Prozent vor allem dazu, die Inflationsrate auszugleichen, weil die Mehreinnahmen an die Lehrkräfte weitergegeben werden.

Für die Kleinsten bedeutet das, dass die Teilnahme an den "Musikzwergerln" oder der "Musikalischen Früherziehung" (MFE) um ganze 50 Cent im Monat mehr kostet, künftig also 24 Euro. Für eine Schulstunde (45 Minuten) Einzel-Instrumentalunterricht werden nun 82 Euro monatlich berechnet - zwei mehr als bis jetzt. Bei wöchentlichen Zweier-Stunden (45 Minuten) fallen in Zukunft 46 Euro pro Monat und Schüler an. Die Leihgebühren für Instrumente wurde ebenfalls leicht um einen Euro monatlich angehoben.

Gegen Ende der Versammlung klang dann der Wunsch nach Renovierungsarbeiten in der "Alten Post" an. Vorsitzender und Marktgemeinderat Neuer kündigte an, Anfang 2012 das Gespräch mit dem Bürgermeister suchen zu wollen, um die seit Jahren gehegten Wünsche der Realisierung näherzubringen.

Ein Grund dafür, dass bisher nichts geschehen ist, dürfte die ungeklärte Zukunft der "Alten Post" im Zuge der Planungen zur Umgestaltung des gesamten Bahnhofsareals sein.

db/Chiemgauer Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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