Rettungskräfte leisten wichtigen Einsatz

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Im Alarmfall ist auf dieser Karte genau geregelt, welcher Rettungsdienst verständigt wird.

Prien/Chiemsee - Die Rettungsdienste mit ihren Arbeitsschwerpunkten "Retten, Suchen, Bergen" sorgen dafür, "dass wir den See gefahrlos genießen können", lobte Bürgermeister Seifert.

Viel Lob bekamen die Vertreter der Wasserwachten am Chiemsee, der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Siegsdorf, der Feuerwehren Prien und Chieming sowie der Wasserschutzpolizei (WSP) Prien bei ihrer Frühjahrsversammlung, die heuer turnusgemäß bei der Wasserwacht Prien-Rimsting im Prienavera-Pavillon tagte.

Der Einsatz sei nicht immer das, was man an guten Tagen sehe. Der Priener Rathauschef: "Den Einsatz des Lebens sieht man nicht." Und die Bürger sollten sich immer wieder bewusst machen, dass sich die Rettungskräfte in ihrer Freizeit fremd bestimmen lassen. Auch Andreas Fenzl, Zweiter Bürgermeister von Rimsting, wertschätzte den Dienst am Menschen und sicherte jede Unterstützung zu.

Als "Gastgeber" blickte der Priener Wasserwacht-Vorstand Walter Poppe auf ein eher ruhiges Winterhalbjahr zurück, da kaum Eis auf dem See vorhanden war. Stattdessen berichtete er über einige Neuerungen von der Landesleitung. So sprach er in Sachen Kostenübernahme durch den Staat von einem "Riesenfortschritt" gegenüber den Regelungen von vor 20 Jahren. Poppe: "Zumindest die Anfinanzierung bei großen Anschaffungen funktioniert gut."

Eine Idee vom Chiemsee aufgenommen habe die Landesleitung jetzt mit der offiziellen bayernweiten Einführung vom "Einsatzleiter Wasserrettung". Es werde vermutet, dass bald auch eine bundesweite Regelung kommen werde.

Wie am Chiemsee die Einsatzleiter-Funktion entstanden ist, verdeutlichte Gustl Posch, Sprecher der Rettungsdienste. Dabei spannte er den Bogen von einem ersten gemeinsamen Funkgerät und Einsatzplan der Leitstelle Chiemsee im Jahr 1969 über die Einführung eines gemeinsamen Funkkanals 1983 bis zu einer Großübung 1995. Aus den Mängeln bei dieser Übung habe man die Erkenntnis gewonnen, dass die Leitung zentral geregelt werden müsse.

Fortan gab es zwei Einsatzleiter für den westlichen und östlichen Chiemsee mit den jeweiligen Rettungsleitstellen Rosenheim und Traunstein.

Im vergangenen Jahr wurde dann die Integrierte Leitstelle mit der Umstellung des telefonischen Notrufs von 19222 auf die Nummer 112 eingeführt.

Laut Posch gibt es mit der offiziellen Einführung des "Einsatzleiters Wasserrettung" und einer Einsatzleiter-Satzung nun eine rechtliche Grundlage mit den Erfordernissen einer detaillierten Ausbildung, Zulassung und Bestellung. Die bislang schon am See tätigen, etwa zehn Einsatzleiter können trotz der nunmehr verschärften Anforderungen ihre Arbeit weiterführen.

Fast alle Vertreter der Rettungsdienste berichteten von einem relativ ruhigen Winter. Lediglich die Wasserwacht Breitbrunn hatte eine nächtliche Vermisstensuche, die Feuerwehr Prien eine Ölsperre, die Wasserwacht Prien-Rimsting fünf Notarzt-Einsätze auf den Inseln, die Feuerwehr Chieming einen Schneebruch und die Kreiswasserwacht Rosenheim acht Einsätze.

Die Feuerwehr Prien kündigte die Einweihung ihres neuen "K-Bootes" zum Floriansfest am Samstag, 28. Mai, und die Wasserwacht Chieming ihr 50. Jubiläum am Samstag und Sonntag, 4. und 5. Juni, an.

Während die Wasserwacht Seebruck ihre Boote erst Ostern zu Wasser lässt, sind die DLRG, die WSP und die Wasserwacht Übersee bereits jetzt einsatzbereit. Hilfreich für besondere Suchaktionen wird heuer ein Kamera-Boot der Kreiswasserwacht Rosenheim sein, das bis zu einer Tiefe von 200 Metern arbeiten kann.

Thema bei der Tagung war auch die Ausstellung "Götterdämmerung" auf der Herreninsel, die am 13. Mai startet und zu der man einen mehrfachen Besucherstrom als üblich erwartet. Man werde keine besonderen Einsatzpläne erarbeiten, aber besonders wachsam sein.

vd/Chiemgau-Zeitung

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