"Rialto"-Brücke: Rimsting trägt Mehrkosten

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Rimsting - Die Gemeinde wird wohl 25.000 Euro mehr für den Neubau der "Rialto"-Brücke über den Greamandlweiher am Chiemsee-Uferweg bezahlen müssen.

Eigentlich hatte Rimsting mit einem Kostenanteil von 75.000 Euro gerechnet - und damit, dass die Nachbarkommune Prien genau so viel bezahlt. Der Priener Marktgemeinderat hat aber "nur" 50.000 Euro bewilligt.

Dafür lag dem Rimstinger Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstabend der Entwurf für einen um 35.000 Euro kostengünstigeren Neubau vor, sodass die Kommune nur Mehrkosten von 7000 Euro schultern muss.

Im Rahmen der Neukonzeption des Uferwegs unter dem Dach des Abwasser- und Umweltverbandes (AZV) Chiemsee kann die Hälfte der Gesamtkosten, die aktuell auf 264.000 Euro veranschlagt werden, über Zuschüsse gedeckt werden. Rimsting hatte gehofft, dass sich Prien wie beim Bau der heutigen "Rialto"-Brücke zur Hälfte am Restbetrag beteiligt. Der dortige Marktgemeinderat hatte aber in nichtöffentlicher Sitzung mehrheitlich beschlossen, nur einen Pauschalbetrag von 50.000 Euro zur Verfügung zu stellen, weil das Gremium der Meinung war, dass es eine einfachere Ausführung als die vorgesehene "Fachwerkbrücke" mit Dach auch getan hätte und man ja keinen Einfluss auf die Ausschreibung habe, erklärte Bürgermeister Jürgen Seifert auf Anfrage.

Nach der Nachricht aus Prien sei das planende Ingenieurbüro Dippold und Gerold gebeten worden, Möglichkeiten zur Kosteneinsparung auszuloten, um den Anteil der Gemeinde zu senken, berichtete Rimstings Bürgermeister Josef Mayer am Dienstag im Rathaus.

Er habe mit Statikern alles noch einmal durchgerechnet und trotzdem "keine großartige Alternative gefunden", erläuterte Ingenieur Matthias Gerold. Es gebe keine bessere Lösung an dieser Stelle als eine "Fachwerkbrücke". Eine Überdachung aus Holz soll dafür sorgen, dass der Belag länger hält und im Winter keine großen Schneemengen auf der Brücke liegen (wir berichteten). Die Lebensdauer des Neubaus schätzte Gerold auf rund 50 Jahre.

Eine Einsparungsmöglichkeit sah der Planer aber doch - trotz der vorgegebenen Verbreiterung auf drei Meter, um das Nadelöhr zu entschärfen, und der Abflachung der bisher steilen Rampen. So könnte das Geländer an den Rampen reduziert und einfacher gestaltet werden. Gerold sah darin, zusammen mit weiteren kleineren Maßnahmen, eine Einsparmöglichkeit von 35.000 Euro, sodass sich die Gesamtkosten auf 264.000 Euro reduzieren würden.

Der Gemeinderat war damit ebenso einverstanden wie mit der Übernahme der kalkulierten 7000 Euro Mehrkosten für die Kommune.

Johann Nussbaum (UWG) fand es völlig unverständlich, dass die neue Brücke drei Meter und damit ebenso breit sein müsse wie die heuer schon erneuerte Brücke über die Prien, obwohl der dazwischen liegende, rund 200 Meter lange Wegabschnitt nur 1,5 Meter breit sei.

Der Bürgermeister erwiderte, dass der Weg durch den Auwald aus Gründen des Naturschutzes grundsätzlich nicht breiter sein dürfe.

Das Gremium genehmigte mit einer Gegenstimme (Thomas Schuster, CSU) die neue Finanzierung und erteilte Gerold den Auftrag für die Detailplanung.

th/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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