Richtfest am ehemaligen Klosterhof

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Herzlich gelacht wurde beim Richtfest auf dem Irmengardhof: links die Ettenhuber-Buam, rechts im Vordergrund Äbtissin Johanna Mayer mit ihren Klosterfrauen von der Fraueninsel und Oliver Döser, Geschäftsführer des OVB-Medienhauses. Das OVB wird seine Weihnachtsaktion heuer dem Projekt bei Gstadt widmen. Fotos berger

Gstadt - Lange Zeit stand der Irmengardhof in Mitterndorf bei Gstadt leer. Ab Sommer 2011 - das ist der große Wunsch von Jürgen Schulz, Vorstand der Björn-Schulz-Stiftung - soll dort wieder gelacht werden.

So gesehen war das Richtfest für den Umbau des ehemaligen Klosterhofs in ein Ferienhaus für Familien mit krebs- und chronisch kranken Kindern eine gelungene Generalprobe: Denn so lustig und ausgelassen wie bei diesem Richtfest geht es bei offiziellen Anlässen selten zu.

Die Reden der Amts- und Bauträger kurzweilig, die Gstanzl der Ettenhuber-Buam lausbubenhaft pfiffig, der Richtspruch von Zimmerer Georg Anderl ein Ohrenschmaus - es wurde viel gelacht beim Richtfest für eines der größten Bauprojekte in der Region. 4,6 Millionen Euro steckt die Björn-Schulz-Stiftung in den Umbau des Irmengardhofs, damit Familien mit krebs- und chronisch kranken Kindern am Chiemsee Erholung finden und neuen Lebensmut schöpfen können.

Dabei war das Richtfest nicht der einzige Meilenstein auf dem Weg zu einem Ferienhaus mit knapp 30 Zimmern. Als einer von vielen Gratulanten hatte Oliver Döser, Geschäftsführer des OVB-Medienhauses, ein besonderes Glückwunsch-Geschenk dabei: Die OVB-Weihnachtsaktion 2010, die in Kürze startet, wird dem Irmengardhof gewidmet sein.

Der Motor des Großprojekts: Stiftungsvorstand Jürgen Schulz.

Im Sommer 2009 hat die Björn-Schulz-Stiftung den Irmengardhof, ein ehemaliges Klostergut der Benediktinerinnen von Frauenchiemsee, im Rahmen eines Erbpachtvertrages für 92 Jahre übernommen. Seither treibt Stiftungsvorstand Jürgen Schulz das Projekt unermüdlich voran - und die Zahl seiner "Verbündeten" wird täglich größer. Bayerns First Lady Karin Seehofer war so begeistert, dass sie sogar die Schirmherrschaft für den Umbau des Klosterhofs übernommen hat. Die Nachsorge- und Erholungseinrichtung sei "ein unbezahlbares Geschenk, ein wertvoller Erlebnis- und Erfahrungsraum für Menschen, die ihrem Schicksal verzweifelt gegenüber stehen und an der Last zu zerbrechen drohen", lobte die Frau des Ministerpräsidenten beim Richtfest. Dort kürte Stiftungsvorstand Jürgen Schulz auch gleich das Volksschauspieler-Ehepaar Mona Freiberg und Bernd Helfrich zu Botschaftern des Irmengardhof-Projekts.

Schon im Sommer 2011, wenn Nummer eins von drei Bauabschnitten vollendet ist, sollen die ersten schwer kranken Kinder in dem Selbstversorgerhaus ihre Spaghetti verschlingen und am Chiemsee ein paar unbeschwerte Wochen verbringen. Der Einweihung blicken neben Schulz und Seehofer auch Rosenheims stellvertretender Landrat Josef Huber, Gstadts Bürgermeister Bernhard Hainz, Äbtissin Johanna Mayer vom Kloster Frauenchiemsee und Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand hoffnungsfroh entgegen. Sie bezeichneten das Projekt als Glücksfall für die Gemeinde und die Region.

Das Logo der OVB-Aktion. Das Bild zeigt Björn Schulz.

Die Björn-Schulz-Stiftung wurde 1996 gegründet und ist nach einem kleinen Buben benannt, der kurz vor seinem achten Geburtstag an Leukämie starb: Björn, der Sohn des heutigen Stiftungsvorstands Jürgen Schulz. Die Stiftung steht Familien mit schwer- und unheilbar kranken Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen umfassend und liebevoll zur Seite - unter anderem durch die Ausbildung und den Einsatz ehrenamtlicher Familienbegleiter, ein Nachsorgehaus an der Nordsee, das Berliner Kinderhospiz Sonnenhof und bald auch mit der Einrichtung bei Gstadt.

Die Arbeit wird zum größten Teil mit Spenden finanziert. Die Björn-Schulz-Stiftung ist Träger des DZI-Spendensiegels "Zeichen für Vertrauen", das den korrekten Umgang mit Spendengeldern zertifiziert. Jürgen Schulz wurde für seinen über 25-jährigen Einsatz 2009 mit dem "Bambi" in der Kategorie Engagement ausgezeichnet.

Im Irmengardhof entstehen neben Gemeinschaftsräumen und einem Saal, in dem Fußball und Theater gespielt werden kann, 24 große und sieben kleinere Zimmer. Alle Zimmer erhalten ein Bad, einige ein behindertengerechtes. "Feriensaison" ist das ganze Jahr über. Die OVB-Weihnachtsaktion "Gemeinsam für krebskranke Kinder" wird die Patenschaft für einen Teil der Einrichtung übernehmen.

Das Richtfest wurde von der Kreuzberg-Musi und den Ettenhuber-Buam umrahmt. Gebaut wird nach den Plänen der Architekten Christian Reiser und Heiner Sedlmeir.

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