Biber an der Prienmündung sorgen für Diskussionen

Biber bringt Brücke in Gefahr

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Rimsting - Stürzt womöglich ein von den Bibern angenagter Baum auf die neue Rialto-Brücke? Auch diese Frage beschäftigte die Bürgerversammlung:

Stürzt womöglich ein von den Bibern angenagter Baum auf die neue Rialto-Brücke, die Holzbrücke über den Greamandlweiher? Diese Befürchtung äußerte Josef Stöffl junior in der Diskussion in der Bürgerversammlung (wir berichteten bereits). Eine Biberfamlie hat in dem Waldstück, das zwischen der Mündung der Prien in den Chiemsee und dem Zufluss zum Greamandlweiher liegt, schon eine ganze Reihe von Bäumen gefällt. Die neue Holzbrücke ist dort in nächster Nähe.

Bürgermeister Josef Mayer erklärte, dass er regelmäßig selbst beobachte, welchen enormen Schaden der Biber dort anrichte. Kürzlich habe er festgestellt, so der Rathauschef weiter, dass auch auf der Strandanlage selbst mehrere Bäume angenagt worden seien. Als "sehr befremdlich" fand Mayer es, dass auf der Strandanlage jede Baumfällung einen Riesenaufwand mit Ersatzpflanzungspflicht bedeute, der Biber aber ungestört arbeiten dürfe.

Den starken Bewuchs im Schafwaschener Winkel sprachen Daniela Dietrich und Tobias Grill an. Die "Laichkrautplage" sei in diesem Sommer "extrem" gewesen, so Dietrich. Drei Wochen habe sie ihr Boot nicht mehr benutzen können. Grill forderte, die Ursachen zu erforschen: "Woher kommt der Bewuchs, auch ohne Hochwasser?"

Der Bürgermeister äußerte, dass das Problem seit längerer Zeit bekannt sei. Der Schafwaschener Winkel sei sehr seicht, die Prien bringe Geschiebe und Schlamm mit sich. Die Gemeinde versuche jetzt im Winter, über einen "runden Tisch" eine Ursachenforschung zu betreiben und Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Hans Fischer erklärte, dass sich die Greimhartinger inzwischen damit abgefunden hätten, dass ein Gehweg an der Kreisstraße Greimharting-Fürst innerhalb des Ortsbereiches nicht realisiert werden könne. Er bat aber zu prüfen, ob nicht zumindest eine Straßenbeleuchtung installiert werden könne. Mayer erklärte, dass er das Thema wegen fehlender Bereitschaft einer Grundabtretung noch nicht ad acta gelegt habe. Er hoffe, eine Lösung für einen Gehweg zu finden.

Georg Heindl senior erkundigte sich, ob im Rahmen des Erlebnisweges Ratzinger Höhe zwischen Huben und Osterhofen ein Ausbau geplant sei. Dies sei ausdrücklich nicht vorgesehen, entgegnete der Bürgermeister. Es handle sich um einen Erlebnisweg - und gerade dieser Wegabschnitt bereite den Gästen und besonders Kindern am meisten Freude.

"Viele Bürger schütteln den Kopf"

Heindl fragte ferner, was die Gemeinde dazu bewogen habe, am Erlebnisweg ein Mammut aufzustellen. "Viele Bürger schütteln darüber den Kopf. Der einzige Nutzen wird sein, dass man ein Thema für den Fasching hat." Der Bürgermeister erwiderte, dass es sich dabei um eine klare Entscheidung des Gemeinderates handle, die vollzogen werde.

Karl Lindner lobte den sehr gelungenen Erlebnisweg und den interessant gestalteten Erlebnisspielplatz in Weingarten. Bedauerlich fand er, dass die an der Hangkante oberhalb des Spielplatzes stehende Feldhecke mit alten Eichen ersatzlos beseitigt worden sei. Mayer erklärte, dass es sich um private Grundstücke handle, der Eigentümer habe die Verfügungsgewalt. Zudem gebe es in Rimsting keine Baumschutzverordnung.

Lindner, auf dessen Initative die Bürger in der Versammlung eine Resolution gegen eine Erdgasbohrung am Langbürgner See fassten, ging auf den eventuellen neuen Bohrplatz an der Endorfer Seite ein. Er war der Meinung, dass die damals von 6000 Personen unterzeichnete Petition an den Wirtschaftsausschuss des Landtages gegen die Erdgasbohrung glücklicherweise nicht völlig abgelehnt und so beim erneuten Genehmigungsverfahren durch die RAG berücksichtigt werden könne und müsse.

th/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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