Gemeinde nimmt Abschied

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Ein große Trauergemeinde nahm am Grab Abschied von Altbürgermeister und Ehrenbürger Josef Mayer.

Rimsting - Unter sehr großer Anteilnahme in Rimsting und Umgebung fand Altbürgermeister und Ehrenbürger Josef Mayer seine letzte Ruhestätte im Friedhof in Rimsting.

Josef Mayer habe Rimsting zu einer lebenswerten und liebenswerten Gemeinde gemacht, sagte Zweiter Bürgermeister Andreas Fenzl am Grabe des bekannten und beliebten Bürgers.

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Beim Requiem konnte die Pfarrkirche die Zahl der Trauergäste fast nicht fassen. Monsignore Pfarrer Bruno Fink sagte, dass Josef Mayer auf seinem Lebensweg wie auf einer Bergtour immer wieder große Herausforderungen bewältigt habe. So habe er 1939 schon mit 17 Jahren auf dem Möglhof Verantwortung tragen müssen. Drei Jahre später habe er dann im Zweiten Weltkrieg an die Ostfront ziehen müssen. Dreimal verwundet und nach drei Jahren Kriegsgefangenschaft sei er in die Heimat zurückgekehrt. 1954 habe er den Möglhof endgültig übernommen und ihn als Bauer in eine neue Zeit geführt.

Schicksalsschläge blieben nicht aus. Sein Sohn Stephan starb 1978 durch einen Motorradunfall, seine Frau nach einem Schlaganfall und einer langjährigen Pflege im Jahr 2002. 1988 übergab er den Hof an seinen Sohn Josef, den jetzigen Bürgermeister von Rimsting. Im Alter von 89 Jahren stürzte Josef Mayer heuer. Von den Folgen erholte er sich nicht mehr. Der Geistliche zollte ihm großen Respekt für sein Leben und die großen Aufgaben, die er mit Hilfe von Gott bewältigt habe.

Mit zehn Fahnenabordnungen der Ortsvereine von Rimsting und Greimharting zog die große Trauergemeinde zum Friedhof und zum blumengeschmückten Grab.

In seiner Ansprache erinnerte Zweiter Bürgermeister Andreas Fenzl an die Tätigkeit von Josef Mayer als Bürgermeister in 29 Jahren und im kommunalen Ehrendienst insgesamt in 34 Jahren. "Ohne den Mögl Sepp gebe es heute keinen Chiemsee-Ringkanal", würdigte Fenzl die wohl größte Leistung des Verstorbenen.

Mayer habe mit Weitsicht und Umsicht in der Gemeinde viele Projekte verwirklicht und für viele die Weichen gestellt, so Fenzl. "Wenn Rimsting heute eine lebens- und liebenswerte Gemeinde ist, ist es ihm zu verdanken."

Der Bürgermeister des Marktes Prien und stellvertretende Vorsitzender des Abwasser- und Umweltverbandes Chiemsee, Jürgen Seifert, bezeichnete Mayer als "technischen Vater" des Ringkanals. Mayer sei ein "Mann der Tat" gewesen und habe, so Seifert, "nach gesundem Menschenverstand gehandelt".

Für den Gemeindetag und die Landkreisgemeinden legte Amerangs Bürgermeister Gustav Voit einen Kranz nieder. Er bezeichnete Mayer als "kommunales Urgestein", der große Verantwortung für die Gemeinde und die Region gezeigt habe. Stellvertretender Landrat Sepp Huber nahm Abschied im Namen des Landkreises.

Auch die Ortsvereine von Rimsting und Greimharting gaben dem ihnen sehr verbundenen Bürgermeister das letzte Geleit. So sagte Trachtenvorstand Christian Fischer für die vier Vereine in Greimharting, dass Mayer immer ein offenes Ohr für sie gehabt und sie unterstützt habe. Der Vorstand der Krieger- und Soldatenkameradschaft, Heinz Steinberger, sprach für die sechs Vereine in Rimsting. Er erinnerte an große Leistungen von Mayer: an den Bau der Turnhalle und der Sportplätze sowie an die Erneuerung des Kriegerdenkmals.

Ein dreifacher Böllersalut galt dem Kriegsteilnehmer. Das Lied "Ich hatt' einen Kameraden", gespielt von der Bad Endorfer Musikapelle, erklang zum Abschied.

th/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

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