Kein "Memoriamgarten"in Rimsting

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Auf der freien Fläche im Friedhof in Rimsting entsteht kein "Memoriamgarten" für alternative Urnenbestattungen. Die Treuhandgesellschaft bayerischer Friedhofsgärtner, die Pläne präsentiert hatte, die in diese Richtung gingen, machte nun einen Rückzieher.

Rimsting - Die Gemeinde Rimsting zieht nach wie vor in Erwägung, auf ihrem Friedhof in Rimsting alternative Formen der Urnenbestattung zu ermöglichen. Allerdings gibt es nun doch keinen "Memoriamgarten".

In ihren Bemühungen muss sie jetzt wieder von vorne anfangen. Die Treuhandgesellschaft bayerischer Friedhofsgärtner mit Sitz in München hat mitgeteilt, dass sie nun doch keinen "Memoriamgarten" auf der westlichen Erweiterungsfläche des Friedhofes anlegt.

Die Treuhandgesellschaft kam zu dem Schluss, dass sich das Projekt nicht rentieren werde. Die Rechnung für den "Memoriamgarten" werde nicht aufgehen. In Rimsting erfolgen ihren Angaben zufolge zu wenig Urnenbestattungen. Ein Schreiben der Treuhandgesellschaft an die Kommune gab Bürgermeister Josef Mayer jetzt im Gemeinderat bekannt.

Schon seit einiger Zeit diskutiert die Gemeinde über alternative Formen der Urnenbestattung. Zur Debatte gestanden war die Anlage eines Naturfriedhofes in einem Wald in der Nähe von Hitzing. Im Rahmen einer Befragung durch die Gemeinde erteilten die Bürger diesem Projekt eine Absage. Viele konnten sich jedoch grundsätzlich einen naturnahen Friedhof in der Kommune vorstellen.

Der Gemeinderat nahm dieses Ergebnis zum Anlass, darüber nachzudenken, ob sich so etwas im Anschluss an einen bestehenden Friedhof - insbesondere in Rimsting - verwirklichen lasse. Über eine Gemeinderätin kam dann der Kontakt zur Treuhandgesellschaft der bayerischen Friedhofsgärtner zustande. Und sie entwickelte dann auch eine Planung für Rimsting.

In einer Sondersitzung des Gemeinderates erläuterten vor einiger Zeit Corina Steffl und Michael Hüser von der Treuhandgesellschaft die Gestaltungsmöglichkeiten, die ihnen für Urnenbestattungen vorschwebten. Sie verwiesen auch auf die "Ruhegemeinschaft", die die Gesellschaft in Inning am Ammersee geschaffen hat. Ihren Angaben zufolge war dort in einem kleinen Teilbereich des Friedhofes ein Gräberfeld angelegt worden, das die Möglichkeit eröffnet, Urnenbestattung auf allgemeinem Feld oder an einer besonderen Gedenkstele vorzunehmen. Der Kunde kaufe mit der Grabnutzung gleichzeitig auch die Pflege. Die Hinterbliebenen hätten somit keinen Pflegeaufwand. Die Bepflanzung werde vom Gärtner vorgenommen.

Doch ein vergleichbares Projekt wird die Treuhandgesellschaft in Rimsting nun doch nicht verwirklichen. Im Gemeinderat stieß sie zwar auf offene Ohren. Doch jetzt machte sie selbst einen Rückzieher. In ihrem Schreiben an die Gemeinde teilte sie - wie der Rathauschef nun im Gemeinderat bekannt gab - mit, dass sie "nach Abwägung der Gesamtsituation" mit den ansässigen Friedhofsgärtnern zu dem Schluss gekommen sei, die Anlage "in der präsentierten Form zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu den gewünschten bürgerfreundlichen Konditionen in Rimsting realisieren zu können".

Die Entstehungs- und Unterhaltungskosten tragen sich für alle Beteiligten, Gemeinde, Steinmetz und Friedhofsgärtner, nach Angaben der Treuhandgesellschaft nur, wenn eine vollständige Belegung in absehbarer Zeit erfolge - was in Rimsting aber nicht zu erwarten sei.

Nach der Absage will der Gemeinderat nun grundsätzlich weiter nach Möglichkeiten für alternative Urnenbestattungen suchen. Zur Debatte steht außerdem auch eine Verlängerung der bestehenden Urnenmauer. Handlungsbedarf im Friedhof in Rimsting ist gegeben. Denn dort sind nun keine zweistelligen Nischen für die Bestattung von zwei Urnen mehr frei.

th/pü/Chiemgau-Zeitung

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