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Neubau und Kälbermast geplant

Rimsting: Austragshaus löst Kontroverse im Gemeinderat aus

Lässt es sich vertreten, dass im Westenbachtal ein laut Gemeinderat „ungewöhnlich großes“ landwirtschaftliches Austragshaus gebaut und eine Kälbermast betrieben wird? Mit einer knappen Mehrheit von neun zu sieben Stimmen, entschied man sich nun dafür. Mit einer Einschränkung.

Rimsting – Das Rimstinger Gremium befasste sich in der Mai-Sitzung mit dem entsprechenden Antrag eines Junglandwirts und diskutierte kontrovers über das Vorhaben. Im Juni dann nahmen die Mandatsträger Ortseinsicht an der Straße zum Westenbachtal, wo sich bereits ein Stadel des Antragstellers befindet. Hier soll das 11,5 mal 22,5 Meter große Austragshaus mit 130 Quadratmetern Wohnfläche zusammen mit einer Hofwerkstatt entstehen.

Eindringlicher Appell an Gremium

Den Stadel will der Jungbauer, der momentan einen Hof in der Ortsmitte betreibt, künftig für die Mast von männlichen Kälbern nutzen. In der jüngsten Sitzung wurde erneut ausgiebig über das Bauvorhaben diskutiert.

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Bürgermeister Andreas Fenzl (CSU) erinnerte daran, dass die Gemeinde nur eine ortsplanerische Stellungnahme abgeben könne, „Baugenehmigungsbehörde ist das Landratsamt“. Während alle Fraktionen es positiv sehen, dass der junge Landwirt den elterlichen Hof weiterführt, lehnen vor allem die drei Grünen-Gemeinderäte das Bauvorhaben vehement ab. „An dieser Stelle dürfen wir keine Bebauung zulassen“, wandte sich Monika Walter eindringlich an das Gremium. Das Westenbachtal als weitgehend unberührtes Kleinod in Rimsting und als Erholungsgebiet gelte es unbedingt zu erhalten. Auch der Erlebnisweg führe dort entlang, in dessen unmittelbarer Nähe über den Hohlweg die Hofstelle erschlossen werden müsste.

Keine alternativen Flächen?

Dass laut Antragsteller und Geschäftsführerin Regina Feichtner keine alternativen Flächen zur Verfügung stehen, ließen die Grünen so nicht gelten. „Die Landwirte könnten untereinander Flächen tauschen, damit ein anderer Standort gefunden werden kann“, schlug Walter vor, „viele Hofstellen sind bereits aufgegeben und die Flächen nur verpachtet.“ Sie könne „einfach nicht glauben, dass die Behörden das Bauvorhaben an dieser Stelle erlauben“.

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Thomas Friedrich (SPD) dagegen unterstützt das Bauvorhaben und nannte seine Gründe dafür: „Ich finde den Standort nicht schlecht. Der Hohlweg wird von anderen Landwirten auch befahren, das ist aus meiner Sicht keine zusätzliche Belastung.“ Aus dem Gremium erhielt er Zustimmung: Es seien die Landwirte, die das Westenbachtal pflegten. Umgekehrt müssten sie die Wanderer dulden, freilaufende Hunde, Müll und parkende Autos.

„Bauchschmerzen mit Standort“

Zwiegespalten war Mary Fischer (FW), die zwar den Landwirt unterstützen möchte, aber „Bauchschmerzen mit dem Standort“ habe. Sie sagte ihre Stimme dennoch zu, weil sie darauf vertraue, „dass sich das Haus gut in Landwirtschaft integrieren wird.“ Die Art der Bebauung, die Außenansicht und die genaue Lage waren im Anschluss Thema der Diskussion. Raimund Feichtner (UWG) fand, der Bau könnte „weiter nach Süden weg vom abfallenden Hang rücken“. Stefan Julinek (CSU) sprach sich ebenso für eine Verlagerung aus, „dann wirkt alles weniger massiv“. Stephan Walter (Grüne) blieb dabei, dass der Bau „zu wuchtig“ ausfalle und gab zu bedenken, dass der Landwirt im Nebenerwerb tätig sei. „Was, wenn sich das Vorhaben nicht trägt?“ Dem entgegnete Thomas Schuster (CSU), dass man mit diesem Risiko leben müsse.

Knappe Zustimmung mit Auflagen

Vor der Beschlussfassung richtete Monika Walter noch einmal einen Appell an die Räte: „Was haben wir Rimstinger schon außer diesem Naturschutzgebiet – eine Straße mit täglich 20.000 Autos? Was, wenn demnächst noch mehr solcher Bauanträge gestellt werden?“ Die Grünen sprachen sich für eine namentliche Abstimmung aus.

Mit Ja stimmten neun Räte dem Bauantrag zu, mit der Auflage, das Gelände nach Bebauung süd- und westseitig bündig bis zum Fußboden auf Erdgeschosshöhe anzufüllen und aufzuböschen. Sieben Räte stimmten dagegen, darunter die Grünen, die den Standort ablehnen. Die restlichen Nein-Stimmen bezogen sich auf die räumliche Anordnung des Gebäudes.

Rubriklistenbild: © Armin Weigel / dpa

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