Nach schweren Unfällen: Anrainer fordert Entschärfung der RO10 zwischen Rimsting und Natzing

„Nur eine Frage der Zeit, wann wieder ein schlimmer Unfall passiert“

Anrainer Kreisstraße RO10 zwischen Rimsting und Natzing warnt vor Gefährlichkeit Unfallstrecke
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Hans Fritz aus Stetten steht an der Kreisstraße RO10 zwischen Rimsting und Natzing direkt am Langbürgner Seee. Er warnt vor den Gefahren der Unfallstrecke.

Rimsting - Die Fahrbahn keine zwei Meter weg vom Wasserspiegel des Langbürgner Sees, der Straßenverlauf kurvenreich mitten durch das Natur- und Landschaftsschutzgebiet, ein permanentes Spiel mit Licht und Schatten durch den Wald: Die Kreisstraße RO10 zwischen Natzing und Rimsting war in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz für schwere Unfälle. Erst Mitte September krachten ein Bus und ein Lastwagen ineinander. Anrainer Hans Fritz ist seit Jahren Zeuge von schlimmen Schicksalen - und fordert ein Ende.

Mit Karacho donnert ein Lastwagen an uns vorbei, gefolgt von zwei Kieslastern. Der durch die Geschwindigkeiten erzeugte Fahrtwind erzeugt ein Gefühl der Unsicherheit direkt neben der Straße. „Wahnsinn, wie die hier fahren. Hier gilt keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Hier geht's mit 100 Sachen entlang“, erklärt Hans Fritz mit einem Blick auf den nächsten anbrausenden Laster. Und erneut lässt der Sog unseren Schreibblock im Wind flattern. Ein Gefühl des Unwohlseins macht sich automatisch breit, dabei wollen wir mit dem Rimstinger lediglich die RO10 auf die Uferseite des Langbürgner Sees überqueren - so wie unzählige Badegäste mit kleinen Kindern im Sommer, Schwammerlsucher im Herbst und Schlittschuhläufer im Winter.


„Auch wenn hier 100 km/h erlaubt sind heißt das noch lange nicht, dass ich auf dieser Strecke auch wirklich so schnell fahren kann. Doch daran hält sich kaum einer, es wird eben ausgetestet“, betont der Anrainer aus dem kleinen Weiler Stetten. Er befürchtet sogar, dass manche sie als „illegale Rennstrecke“ nutzen. Wohin die überhöhten Geschwindigkeiten auf der kurvenreichen Strecke führen können, wird an den beiden schweren Unfällen im August und September deutlich. „Es ist schrecklich zu hören, wenn wieder der Rettungshubschrauber angefordert werden muss. Wir bekommen das ja hautnah mit“, unterstreicht Fritz.


Schwerer Unfall zwischen Schulbus und Lkw am 17. September

Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner

Er erinnert sich an einen schrecklich Unfall vor vielen Jahren auf Höhe von Stetten. „Damals kam ein Mofafahrer von der Straße ab und hat sich augenscheinlich beide Oberschenkel abgeschlagen. Er lag auf meiner Weide neben der Straße, ich rannte zu ihm, um erste Hilfe zu leisten. Die zuckenden Muskeln der offenen Beine und das viele Blut habe ich lange nicht aus dem Kopf bekommen.“ „Es ist nur eine Frage der Zeit, wann auf diesen knapp zwei Kilometern wieder ein schlimmer Unfall passiert“, unterstreicht Fritz resigniert. „Jeder, der das nicht glaubt, soll zu Fuß von Stetten an den Langbürgner See gehen. Wenn er das überlebt: Respekt. Aber er wird sich vor Angst in die Hose bieseln."

Anrainer aus Stetten fordert Entschärfung der Unfallstrecke RO10 zwischen Rimsting und Natzing

Fritz wohnt direkt neben der Straße zwischen Natzing und Rimsting auf dem „Simmernhof“. Der Witwer erzieht seine beiden Töchter Florentine (9) und Josefine (11) seit dem Krebstod seiner Frau vor eineinhalb Jahren alleine. Mit seinen Kühen muss er regelmäßig die RO10 passieren, um die Weideflächen zu wechseln. „Wir sperren zum Treiben die Straße für ein paar Minuten. Die Palette von wüsten Schimpftiraden, weshalb das gerade jetzt sein müsse, bis hin zu Autofahrern, die das malerisch finden und Fotos machen, ist breit gefächert", erzählt Fritz. Ein Lastwagen hat ihm dabei einmal das Warnfähnchen von seinem Stock weggerissen. Seit Jahren weist der 44-Jährige auf die Gefahren der Strecke hin, unter der auch die Kinder leiden. Sie dürften alleine nicht baden gehen, Radl fahren ohne Radweg sei auch zu gefährlich und regelmäßig verliere ein Hofkätzchen sein Leben auf der RO10.

Florentine Fritz (9), die kleine Tochter von Hans Fritz aus Stetten, schreibt an rosenheim24.de und wünscht sich dringend eine Entschärfung der Unfallstrecke RO10 zwischen Rimsting und Natzing.

Schon vor zehn Jahren hat Fritz Verbesserungen gefordert: Ein Radweg wäre ein Anfang, ideal natürlich eine Verlegung der RO10 auf die Staatstraße 2093 in Richtung Breitbrunn, sodass die Kreisstraße nur mehr für Badende, Waldarbeiter und Anwohner diene. Diese Idee hatte eine Bürgerinitiative schon einmal vor 35 Jahren - passiert aber ist bis heute nichts.

Am meisten ärgert den 44-Jährigen, dass auf der Staatsstraße 2095 bei Hemhof/Hartmannsberg eine 70er-Zone besteht. „Warum geht das auf der gegenüberliegenden Seite des Sees bei uns nicht? Es ist ein und dasselbe Naturschutzgebiet“, fragt sich Fritz und spinnt das Szenario fort: „Was, wenn beim nächsten Mal nicht ein Kieslaster in einen Unfall verwickelt ist, sondern ein Tanklastwagen seine 20.000 Liter Öl oder Chemikalen verliert? Bei nicht einmal zwei Metern Entfernung zum Wasser ist innerhalb kürzester Zeit der Langbürgner See und das Naherholungsgebiet verseucht. Der See muss vor dem Verkehr, der überdies immer mehr wird, besser geschützt werden. Es ist fahrlässig, dass hier so viele Schwertransporte fahren dürfen.“

Hans Fritz aus Stetten verdeutlicht, dass zwischen der Wasserfläche des Langbürgner Sees und der Kreisstraße RO10 keine zwei Meter Abstand liegen.

Fritz appelliert dringend, dass die Verkehrslage zwischen Rimsting und Natzing verbessert wird. Ein Appell, der auch das Landratsamt Rosenheim erreicht hat. Wie dessen Stellungnahme ausfällt, was die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden Rimsting und Breitbrunn sagen und wie die Polizei Prien die Gefahrensituation der Kreisstraße RO10 einschätzt, lesen Sie in einem gesonderten Artikel.

mb

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