Steht das Naturschutzgebiet bei Rimsting einer Entschärfung im Weg?

Unfallstrecke RO10 am Langbürgner See: „Der Mensch darf nicht vergessen werden“

Rimstinger Johann Nußbaum setzt sich für Entschärfung der Unfallstrecke RO10 ein
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Johann Nußbaum aus Rimsting setzt sich für eine Entschärfung der Unfallstrecke RO10 am Langbürgner See ein.

Rimsting - Auf der Kreisstraße RO10 am Langbürgner See ereignen sich immer wieder schwere Unfälle, weil zu schnell gefahren wird. Auch für Badegäste und Radfahrer eine Gefahr. Aspekte, die der Rimstinger Johann Nußbaum schon seit Jahren anprangert - und für eine Entschärfung kämpft.

„Der Langbürgner See ist ein sehr beliebter Badesee für Einheimische sowie Touristen. Die meisten Autos parken entlang der RO10 auf der seeabgewandten Seite und die Badegäste müssen oft mit Kindern die stark befahrene Straße überqueren. Der Parkplatz am See ist viel zu klein“, betont der Rimstinger. „Es wäre viel schöner, könnte man dort mit dem Rad fahren, was aufgrund des Verkehrsaufkommens aber viel zu gefährlich ist.“


Damit springt Nußbaum auf den Zug von Hans Fritz auf: Der 44-jährige Anwohner vom „Simmernhof" aus Stetten kämpft seit Langem dafür, dass die Unfallstrecke zwischen Natzing und Rimsting entschärft wird und hat sich mit seinem Anliegen an rosenheim24.de gewandt. Erst im August und September haben sich an der Stelle schlimme Unfälle ereignet.


Wegen Erhalt des Naturschutzgebiets: Bau eines Geh- und Radwegs an RO10 auf Eis gelegt

Seit über zehn Jahren bemühe sich der Rimstinger Gemeinderat um einen „kreisstraßenbegleitenden Radweg“ von Rimsting nach Eggstätt. Nußbaum als ehemaliges Ratsmitglied sei ebenfalls daran beteiligt gewesen und des Öfteren in Kontakt mit den Behörden. Auch an Ministerpräsident Söder hat er bereits ein Schreiben verfasst. Das Umweltministerium hat dem Rimstinger erklärt, man teile die Ansicht des Rosenheimer Landratsamts, in dessen Zuständigkeitsbereich die Kreisstraße fällt: Der Bau eines Geh- und Radwegs sei demnach für diesen im Naturschutzgebiet liegenden Bereich der RO10 „aus naturschutzfachlicher und rechtlicher Sicht kritisch zu bewerten und auch bautechnisch nicht unproblematisch“.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit führe ein Eingriff zu „erheblichen Beeinträchtigungen der betroffenen Schutzgebiete und geschützter Biotope". Unter anderem diese vielfältigen negativen Auswirkungen sowie die hohen zu erwartenden Kosten hätten die Behörden dazu veranlasst, den Landkreis zu ermutigen, den Bau eines Geh- und Radwegs nicht weiter zu verfolgen. Dies sei den Gemeinden Rimsting und Breitbrunn bereits 2017 mitgeteilt worden.

Entschärfung der RO10: Rimstinger will weiter kämpfen

„Ich habe vollstes Verständnis für die Belange des Naturschutzes. Dabei darf aber der Mensch nicht vergessen werden. Was ist wichtiger? Ein Radweg oder das Festhalten an einzelnen Bäumen im Naturschutzgebiet? Ich habe den Eindruck, dass bei der Unteren Naturschutzbehörde vieles zu einseitig gesehen wird. Der Rosenheimer Landrat und die Kreisräte sind gefordert“, unterstreicht Nußbaum, der sich mit den Verantwortlichen in Verbindung setzen wolle, um sich weiter für einen Radweg und eine Geschwindigkeitsbeschränkung an der RO10 entlang des Langbürgner Sees einzusetzen.

mb

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