Amtsgericht verurteilt Münchenerin

Hausfriedensbruch in Pflegeheim? "Ihnen geht es ums Geld der Mutter"

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Rosenheim/Rimsting - Um ihre Mutter zu besuchen, ist eine Münchenerin trotz Hausverbotes ins Pflegeheim gegangen. Nun muss sie eine weit höhere Strafe zahlen, als ursprünglich gedacht.

Hat eine Münchener in 14 Fällen gegen das Hausverbot im Pflegeheim, in dem ihre Mutter lebt, verstoßen und vorsätzlich eine falschen Notruf abgesetzt? Mit dieser Frage hat sich das Amtsgericht Rosenheim am Mittwoch befasst, nachdem die Betroffene Einspruch gegen einen ersten Strafbefehl eingelegt hat.

Zu Beginn der Verhandlung hat Verteidigerin Elisabeth Aleitner eine Erklärung ihrer Mandantin vorgelesen, in der diese einräumt, gegen das Hausverbot verstoßen zu haben, weil sie ihre Mutter liebe und sehen wollte, wie das Oberbayerische Volksblatt berichtet: "Ich wollte meiner Mutter nur helfen."

Wie das Personal übereinstimmend vor Gericht aussagt, habe die Angeklagte sich bei den Besuchen stets ins Zimmer der Mutter beziehungsweise in den Aufenthaltsraum geschlichen und sei die Polizei gerufen worden, sobald die Münchenerin entdeckt worden ist, um die Frau nach draußen zu begleiten.

Statt 5.200 Euro wie im ersten Strafbefehl erlassen, hat Richter Felix Ziemer die 55-Jährige nun zu einer Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro verurteilt, da er sie in 13 Fällen des Hausfriedensbruchs, in zwei Fällen des Missbrauchs von Notrufen und wegen falscher Verdächtigungen schuldig gesprochen hat und für sein Urteil auch deutlich Worte findet, wie das Oberbayerische Volksblatt berichtet: "Ich glaube, Ihnen geht es ums Geld der Mutter. Sie soll zu Ihnen ziehen, damit Sie nicht mehr arbeiten müssen."

Zum Hintergrund

Der Vorwurf gegenüber der Münchenerin lautet, dass sie ihre demenzkranke Mutter am liebsten zu Hause pflegen würde, wogegen zunächst nichts einzuwenden ist. Jedoch liege der Verdacht nahe, dass sei sich daran bereichern möchte. Nach einem Streit zwischen der Frau und ihrem Bruder im Jahr 2013 entscheidet ein Betreuer für die Mutter, die im Pflegeheim Finkenhof in Rimsting lebt.

Der Grund weshalb das Vorhaben der Münchenerin, die selbst Pflegekraft ist, kritisch gesehen wird, ist der, dass sie bisher in jedem der vorherigen Heime wiederholt Pflegemängel angeprangert haben soll und die Pflege der Mutter dort immer irgendwann gekündigt hat. Der Finkenhof in Rimsting soll bereits das vierte Pflegeheim sein, in dem die 82-jährige Mutter lebt.

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Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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