Landratsamt, Polizei und betroffene Bürgermeister um Lösung bemüht

Nach schweren Unfällen: Wird die RO10 zwischen Rimsting und Natzing entschärft?

 Abgeblätterte Baumrinde zeugt von jüngster Kollision zwischen einem Lastwagen und einem Bus auf RO10
+
An dieser Stelle auf der Kreisstraße RO10 ereignete sich Mitte September ein schwerer Unfall. Die abgeblätterte Baumrinde zeugt von der Kollision zwischen einem Lastwagen und einem Bus.

Rimsting - Die Kreisstraße RO10 galt bisher nicht als Unfallschwerpunkt - seit den jüngsten schweren Unfällen aber ist die Strecke zwischen Rimsting und Natzing wieder verstärkt ins Visier der Behörden gerückt. Wird sich an der Verkehrslage nun etwas ändern?

Zu hohes Verkehrsaufkommen, rasantes Fahren in den Kurven, zu wenig Schutz für das Naturschutzgbiet um den Langbürgner See und eine hohe Gefahr für Kinder und Badende: „An der RO10 muss langfristig eine Verbesserung geschehen“, appelliert Anrainer Hans Fritz aus Stetten eindringlich an die Behörden. Gerade, weil es auf der zwei Kilometer langen Stelle durch den Wald immer wieder zu schweren Unfällen kommt - zuletzt im August und September, als ein Bus mit einem Lastwagen kollidierte.


Schwerer Unfall zwischen Schulbus und Lkw am 17. September

Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner
Unfall zwischen Lkw und Schulbus bei Breitbrunn
Schwerer Unfall zwischen einem Lkw und einem Schulbus im Gemeindegebiet Breitbrunn. © Josef Reisner

Unfallstrecke RO10 zwischen Rimsting und Natzing: Das sagt das Landratsamt Rosenheim 


Das Landratsamt Rosenheim, in dessen Zuständigkeitsbereich die Straße fällt, verspricht tätig zu werden, betont aber vorab: Von 2018 bis 2020 habe es insgesamt zehn Unfälle gegeben, die beiden jüngsten noch nicht eingerechnet. Bei vier seien Alkohol oder Drogen am Steuer im Spiel gewesen. Einmal sei ein Schaden beim Parken entstanden und in einem Fall sei ein Autospiegel gestreift worden. Zweimal seien Fahrzeuge wegen einer nassen Fahrbahn ins Schleudern gekommen und in einem weiteren Fall sei überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache registriert.

Auch wenn dieser Bereich der Kreisstraße RO10 bisher nicht als Unfallschwerpunkt gegolten habe - aufgrund der beiden schweren Unfälle in der jüngsten Vergangenheit werde man diesen Bereich der Staatsstraße gemeinsam mit der Polizei noch einmal im Rahmen einer Verkehrsschau in Augenschein nehmen. „Was ein mögliches Lkw-Fahrverbot betrifft, so sollte auch im Auge behalten werden, dass es sich bei der RO10 um eine übergeordnete Straße handelt.  Eine Umleitung würde dazu führen, dass der Lkw-Verkehr über untergeordnete Straßen großräumig umgeleitet und damit auch durch Kurorte fließen würde“, weiß Pressesprecherin Ina Krug.

Landratsamt zuständig für Geschwindigkeitskontrollen an Kreisstraße RO10

Sie erläutert weiter: „2018 gab es einen Antrag, die Geschwindigkeit in diesem Bereich auf 60 km/h zu begrenzen. Der Antrag wurde unter Beteiligung der Polizei im Hinblick auf die straßenrechtliche Situation geprüft. Bei der Beschau wurden einige Fahrbahnschäden festgestellt, die behoben wurden. Der Landkreis hat 2018 eine neue Asphaltschicht aufgebracht. Damals durchgeführte Geschwindigkeitsmessungen hatten auch gezeigt, dass 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer im Durchschnitt 67 km/h oder langsamer fuhren. Dies bestätigte, dass die Verkehrsteilnehmer aufmerksam sind und von sich aus ihre Fahrgeschwindigkeit an die gegebenen Verhältnisse anpassen.“ 

Polizei und die Bürgermeister schätzen Gefahrenlage der Kreisstraße RO10 ein

Wolfgang Schlemer, Oberkommissar der Polizei Prien, stuft den Streckenverlauf der RO10 in Hinblick auf die jüngsten Unfälle durchaus als „gefährlich für Verkehrsteilnehmer“ ein und appelliert an die Autofahrer, ihre Fahrweise den Straßenverhältnissen dort anzupassen: „Immer wieder ist der Kurvenverlauf Ursache für zum Teil auch schwere Unfälle, weil zu schnell gefahren wird.“ 

Auch die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden äußern ihre Sorgen bezüglich der jüngsten schweren Unfälle und sprechen sich für eine künftige Zusammenarbeit aus. Forderungen nach Geschwindigkeitsbegrenzungen seien laut Rimstings Bürgermeister Andreas Fenzl bislang immer gescheitert. Er mahnt: „Wir werden aufgrund der Unfallhäufigkeit gemeinsam mit Breitbrunn einen neuen Vorstoß beim Landratsamt starten, die Strecke zu entschärfen. Da bin ich mir mit meinem Kollegen Baumgartner einig und das wird auch ein Thema in der nächsten Gemeinderatssitzung sein. Seit Langem wünschen wir uns, dass dort ein Radweg entsteht und in den Zusammenhang ein Ausbau der Strecke erfolgt, damit sie sicherer wird.“ 

Hans Fritz aus Stetten verdeutlicht, dass zwischen der Wasserfläche des Langbürgner Sees und der Kreisstraße RO10 keine zwei Meter Abstand liegen.

Bürgermeister Anton Baumgartner aus der Nachbargemeinde Breitbrunn bläst ins selbe Horn: „Die Strecke sicherer zu machen beschäftigt uns schon seit Längerem. Vor etwa vier oder fünf Jahren hatten wir in Landrat Wolfgang Berthaler einen Unterstützer gefunden, um entlang des Streckenverlaufs einen Radweg zu realisieren. Nach dessen Unfall ist aber in dieser Sache nichts mehr weitergegangen. Der Unfall am vergangenen Donnerstag war nicht der erste - zum Glück war der Schulbus nicht besetzt. Bislang ist die Situation offenbar von den Behörden nicht als so gefährlich eingestuft worden.“ Auch er wolle das Thema in die nächste Gemeinderatssitzung aufnehmen hinsichtlich Geschwindigkeitsbegrenzung und Entschärfung der Strecke und mit der Nachbargemeinde Rimsting zusammenarbeiten.

Aussagen, die Hans Fritz nicht zum ersten Mal hört. Er und auch die anderen Anwohner aus Stetten hoffen inständig, dass sich die Lage möglichst bald verbessert - damit die Kinder unbesorgt radeln und baden können. Ohne die Sorge, von einem rasenden Fahrzeug touchiert zu werden. 

mb

Kommentare