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Hochsaison im Fundbüro

Vom Kajak bis zum Pelzmantel: Die kuriosesten Funde rund um den Chiemsee

Rosi Kern vom Fundbüro Bernau: .“Die Besitzer sind oft so erleichtert." Heuer landete sogar ein Pelzmantel bei ihr.
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Rosi Kern vom Fundbüro Bernau: .“Die Besitzer sind oft so erleichtert." Heuer landete sogar ein Pelzmantel bei ihr.

Im Sommer geht am Chiemsee viel verloren. Wer sich auskennt, ruft im Fundbüro an. Doch was liegt dort alles und wie ehrlich sind die Finder?

Rimsting – Der schönste Urlaub kann getrübt werden, wenn auf einmal der Autoschlüssel verloren geht. Oder das Smartphone. Was tun? In Touristendörfern am Mittelmeer stehen Urlauber in so einem Fall vor einem großen Problem. Anders am „bayerischen Meer“.

Wer rund um den Chiemsee persönliche Gegenstände verliert, ruft im nächstgelegenen Fundbüro an. Viele Urlauber nutzen diese Möglichkeit und sind heilfroh, wenn sie Verlorenes zurückbekommen. „Die Damen und Herren sind oft so erleichtert. Gerade bei Geld glauben sie häufig gar nicht, dass wir so etwas aufbewahren“, erzählt Rosi Kern von der Gemeinde Bernau (s. Bild).

Von Erstfindern und Zweitfindern

Sie ist seit Jahren für die Fundgegenstände zuständig und weiß: Verlorene Geldbeutel kommen häufig ohne Geld im Fundbüro an. Wobei meist der Erstfinder schon das Geld eingesteckt hat und jemand anderer später die Geldbörse samt Ausweisen entdeckt und abgibt.

Kajak und Motorroller im Fundbüro

In den Sommermonaten gehen in den Chiemseegemeinden wegen der vielen Urlauber weit mehr Gegenstände verloren als im Winter. Neben Portemonnaies sind das vor allem auch Smartphones und Schlüssel. Wobei die Mitarbeitenden der Fundbüros für alles gewappnet sind. In Rimsting hat man momentan sogar ein Kajak eingelagert. „Gefunden wurde es schon Anfang des Sommers am Uferweg. Gemeldet hat sich aber noch immer niemand", sagt Vinzenz Junge, der Verwaltungsfachangestellte der Gemeinde Rimsting.

Ein Kajak ist ihm zum ersten Mal untergekommen. „So große Fundsachen haben wir normalerweise nicht.“ Wobei im Sommer auch ein Motorroller abgegeben wurde – auch das zum ersten Mal. Dessen Herkunft war jedoch rasch geklärt. Weil das Nummernschild nicht mehr ordentlich befestigt gewesen war, hatte der Besitzer ihn abgestellt und wollte ihn Tage später wieder in Betrieb nehmen. Da war der Roller schon weg, aber zum Glück gleich wieder über das Fundbüro gefunden.

Kuriose Funde gab es früher noch öfter

Weitere kuriose Funde hielten sich heuer in Grenzen, wie ein Rundruf der OVB Heimatzeitungen in Bernau, Rimsting und der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn, Gstadt, Chiemsee ergab. „Heuer wurde unter anderem ein Pelzmantel zu uns gebracht. Früher haben Finder viel öfter Schmuck abgegeben. Heuer kam da fast nichts.

Ein Mal haben wir auch ein Boot gefunden, und vor Jahren gab jemand zehn gefundene Sparbücher ab", schildert Rosi Kern aus Bernau. In beiden Fällen waren die Besitzer flugs ausfindig gemacht. „Sobald uns Kennzeichen oder sonstige Dokumente mit Namen vorliegen, kontaktieren wir die Besitzer gleich", so Rosi Kern. Ein Kajak „landete"“ auch schon einmal in Bernau, doch das wollte niemand mehr haben – vermutlich weil es recht alt war. Ähnlich ist es in letzter Zeit mit etlichen gebrauchten Fahrrädern, die im Fundamt ihre letzte Stätte finden. Nach denen frage auch niemand mehr, schildert die Gemeindemitarbeiterin. Manch einer wolle sein Rad wohl auf diese Art „entsorgen".

Viele wissen von Fundbüros gar nichts

Einen weiteren Trend sieht Vinzenz Junge vom Gemeindeamt Rimsting. Viele Fundgegenstände werden einfach nicht mehr abgeholt. Er vermutet, immer weniger Leute denken überhaupt daran, ein Fundbüro anzurufen, wenn sie ihren Schlüssel oder ihr Smartphone verloren haben.

Zeit hätte man eigentlich reichlich, um dort nachzufragen. Denn die Fundbüros heben Fundgegenstände sechs Monate lang auf. Danach kann sie sich die Finderin oder der Finder abholen. Geschieht das nicht, werden Fahrräder gerne an Hilfsvereine gespendet und andere Dinge vernichtet, wenn sie wirklich niemand mehr will.

Zwischen Finderlohn und „Passt schon...“

Unter den Findern ist nach Erfahrung von Albert Schiffbänker von der Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn-Gstadt-Chiemsee alles dabei – vom Schüler bis zum Senior. Wie seine Amtskollegen rund um den Chiemsee vermittelt auch er oft einen Kontakt zwischen Finder und Besitzer. Manchmal bestehen Finder auf einem Finderlohn. Doch viele freuen sich, jemandem geholfen zu haben und sagen einfach nur "Passt schon."

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