Röselsberg I ist abgeschaltet

Weil der Hang gegen das Gebäude drückt und es sich schon um sechs Zentimeter abgesenkt hat, musste der alte Wasserhochbehälter Röselsberg I aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden. Foto berger

Prien - Die Marktgemeinde hat dieser Tage ihren ältesten Wasser-Hochbehälter abschalten müssen. Der Speicher Röselsberg I auf Wildenwarter Gebiet ist beschädigt.

Das Betriebsgebäude liegt am Hang und der wiederum drückt möglicherweise schon lange gegen den Hochbehälter. Er hat sich deshalb an einer Seite bereits um sechs Zentimeter abgesenkt.

Bürgermeister Jürgen Seifert informierte den Marktgemeinderat in der jüngsten Sitzung über die Sicherheitsmaßnahme. Kürzlich war ein Riss an der Zugangstreppe des Gebäudes entdeckt und der Gesamtschaden so aufgenscheinlich geworden. Die Außenhülle sei zwar noch unversehrt, sagte Christian Fellner von der Bauverwaltung auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung. Trotzdem war zunächst eine der beiden Kammern mit jeweils 125 Kubikmetern Fassungsvermögen abgeschaltet worden, Tage darauf nun auch die zweite, nachdem Geologen vor Ort die Schäden begutachtet hatten.

Die Versorgung von Wildenwart und Prutdorf mit Frisch- und Löschwasser sei aber auf alle Fälle weiter gewährleistet, betonte Seifert in der Sitzung. In der Umgebung gibt es noch zwei weitere Hochbehälter: Hochhölzl war erst in jüngerer Vergangenheit aufwändig generalsaniert worden, Röselsberg II ist erst etwa vor zehn Jahren neu gebaut worden.

Röselsberg I dagegen stammt aus den 1960er-Jahren, der Zeit vor der Gebietsreform, als Wildenwart zu Frasdorf eingemeindet und die Wasserversorgung von Prien übernommen wurde. Über der Tür steht sogar noch das alte Schild "Wasserversorgung Wildenwart".

Nach der jüngsten Generalsanierung des Hochbehälters Pinswang (wir berichteten), einer neueren und weitaus größeren Anlage mit 2000 Kubikmetern Fassungsvermögen, steht dem Markt Prien also nun die nächste aufwändige Baumaßnahme bevor. Die Sanierung von Röselsberg I wird im Rathaus für das Haushaltsjahr 2011 angestrebt. In den letzten Jahren seien dort keinerlei Investitionen getätigt worden, stellte Seifert fest.

Angesichts der Schäden hätte die Gemeinde täglich Proben entnehmen und untersuchen lassen müssen, um sicherzustellen, dass das Wasser nicht durch Keime verunreinigt wird. Die hohen Kosten solcher Proben waren ein wesentlicher Grund dafür, nun beide Kammern vorsichtshalber abzuschalten.

Voraussichtlich bis zur nächsten Marktgemeinderatssitzung soll ein Sanierungsvorschlag vorgelegt werden, kündigte der Bürgermeister an. Wassermeister Tobias Kollmannsberger habe sich bereits "hervorragende Gedanken gemacht, wie man den Weiterbetrieb mit überschaubarem Aufwand dauerhaft gewährleisten kann", berichtete Seifert.

Ein anderes Problem der Priener Wasserversorgung soll bereits im Laufe des Oktobers behoben werden. Die rund 400 Meter lange Wasserleitung von Atzing nach Arbing ist "sehr porös", gab Seifert weiter bekannt. Als kürzlich ein Leck entdeckt wurde, waren bei einer Kontrolle zwei weitere, größere Lecks in der alten Asbest-Zementleitung festgestellt worden.

Sie soll deshalb im so genannten Spülbohrverfahren auf der gesamten Länge erneuert und gleichzeitg von Privatgrund unter die Straße nach Arbing verlegt werden, erläuterte Fellner. Bei diesem Verfahren wird mit Wasser unter Hochdruck eine Röhre freigespült, in die die neue Kunststoffleitung eingezogen wird. Die Fahrbahn muss deshalb nur punktuell und nicht auf ihrer gesamten Länge aufgerissen werden.

Für die Maßnahme sind 30000 Euro veranschlagt, die Seifert zufolge im Haushalt des laufenden Jahres noch dafür übrig sind. Eine stückweise Sanierung der maroden Leitung wäre nicht mehr wirtschaftlich gewesen, betonte der Bürgermeister.

db/Chiemgau-Zeitung

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