"Bohrungen sind Risiko fürs Trinkwasser"

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Bad Endorf - Der Bund Naturschutz sieht in den Bohrungen am Langbürgner See ein Risiko für die Trinkwasserversorgung und fordert den Verzicht auf die Gasförderung.

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Die „Eggstätt-Hemhofer-Seenplatte“ ist mit rund 1.000 Hektar das größte Naturschutz- gebiet (NSG)des Landkreises Rosenheims und zugleich eines der ältesten Natur- schutzgebiete in Bayern. Mit den Übergangsmooren der Seenplatte gehört es zu den ökologisch bedeutendsten Kostbarkeiten des Voralpengebietes. Außerdem werden ca. 30.000 Bürger in der Region mit Trinkwasser aus diesem Gebiet versorgt.

Direkt am Rande des NSG-Gebietes, östlich der Kreisstraße „RO 10“ plante die RAG Austria zwei Gasbohrungen. Eine davon soll in Richtung NSG-Gebiet, unter den Langbürgner See führen, da dort Erdgasvorkommen erwartet werden.

Nach den Protesten gegen diesen Standort hat die RAG Austria einen alternativen Bohrstandort in Bad-Endorf-Mauerkirchen gefunden. Der neue Standort liegt rund 1,2 km vom Langbürgner See und ca. 700 m vom Naturschutzgebiet „Eggstätt-Hemhofer- Seenplatte“ entfernt. Von dort aus möchte die RAG nun nach Erdgas unter dem Langbürgner See bohren.

Der BN fordert einen Verzicht auf die geplante Probebohrung und Gasförderung, da bei diesem Vorhaben durch die Bohrung und den Betrieb eine Gefährdung der Trinkwasser- versorgung und des Naturschutzgebietes nicht ausgeschlossen werden kann.

Der Vorsitzende der Kreisgruppe Rosenheim Peter Kasperczyk betont, es gebe weltweit weder ein 100%ig fehlerfreies technisches Verfahren noch fehlerfrei arbeitende Menschen, d. h. ein Restrisiko ist immer vorhanden. Trotz vieler Sicherheitsmaßnahmen gelangten z. B. durch eine unglückliche Verkettung von technischen und menschlichen Fehlern im März dieses Jahres mit dem Fischgift Genamin LA 302 D verunreinigtes Lösch- und Kühlwasser vom Werk Gendorf in die Alz. Als Folge davon wurde die aquatische Flora und Fauna in der Alz unterhalb des Werkes bis zum Inn auf ca. 15 km Länge fast völlig zerstört. Das Restrisiko, dass das Trinkwasser und damit auch die Antworter Ache und der Simssee nachhaltig verunreinigt sowie die einzigartige „Eggstätt-Hemhofer-Seenplatte“ beeinträchtigt werden ist zu groß.

Die Kreisgruppe Rosenheim unterstützt die betroffenen Bürger und Gemeindever- waltungen und die Bürgerinitiativen „gegen Erdgasbohrung“ in ihrem Widerstand gegen die in diesem Gebiet gefährliche Erdgasförderung.

Nähere Informationen unter:

www.rosenheim.bund-naturschutz.de

Pressemitteilung Bund Naturschutz in Bayern e.V.

Quelle: rosenheim24.de

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