Rosenheim gilt als Risikogebiet

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Stadt und Landkreis Rosenheim schneiden in der Regionalstatistik schlecht ab.

Rosenheim/Landkreis - Wo kracht es am häufigsten auf deutschen Straßen? Wo sind die sichersten Autofahrer unterwegs?

Antworten auf diese Fragen liefert die Regionalstatistik des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft. Stadt und Landkreis Rosenheim schneiden schlecht ab.

Jedes Jahr gibt der Gesamtverband Deutscher Versicherungswirtschaft (GDV) eine Statistik mit den neuesten Regionalklassen heraus. Diese Daten spielen bei der Berechnung der Kraftfahrzeug-Versicherungsbeiträge eine wichtige Rolle. Je höher die Regionalklasse, desto höher der Betrag, den die Versicherung erhebt (siehe Tabelle). Der GDV berechnet diese Klassen mit Hilfe der Zahl und der Schwere der Unfälle, welche die Autofahrer verursachen.

Demnach sind Stadt und Landkreis Rosenheim ein gefährliches und somit teures Pflaster. Die Stadt liegt mit dem Index 119,46 (das entspricht Klasse 11) auf einem der letzten Plätze in Bayern. Der Landkreis steht mit dem Index 108,50 (Klasse 9) zwar im Vergleich zur Stadt besser da, liegt auf Bundesebene aber ebenfalls im letzten Drittel.

"Grundsätzlich gibt es immer ein Stadt-Land-Gefälle", erklärt GDV-Pressesprecher Christian Lübke. Das hohe Verkehrsaufkommen und die vermehrte Anzahl von Unfallschwerpunkten wie Kreuzungen seien hierfür verantwortlich.

In Rosenheim spielen aber noch weitere Faktoren eine Rolle. "Die Bewertung kann man auf die überdurchschnittlich hohe Anzahl von teuren Fahrzeugen zurückführen", weiß Lübke. Den Menschen gehe es gut, weil die Wirtschaft floriere und die Arbeitslosenzahlen niedrig seien. "Deshalb gibt es vergleichsweise viele teure Autos." Und wenn es dann kracht, wird es richtig teuer.

Christian Kagerer, zuständig bei der Polizeiinspektion Rosenheim für den Straßenverkehr, kennt weitere Gründe für das schlechte Abschneiden der Region: "Die hohe Verkehrsdichte in der Stadt spielt eine große Rolle." Es fließe sehr viel Verkehr, auch aus dem Umland, durch die Stadt. Wäre die Westtangente bereits gebaut, so vermutet er, sehe es "wieder ganz anders aus".

Unfallschwerpunkte seien die Staatsstraße 2078 (Landstraße von der B15 bei Weko über das Mangfalltal nach München) sowie die Bundesstraße 304 von Ebersberg über Wasserburg nach Traunstein. Auch die Bundesstraße 15 von Raubling über Rosenheim in Richtung Haag zähle dazu. "Die Straße hat eben sehr viele Einmündungen und Kreuzungen", erklärt Kagerer.

ma/Oberbayerisches Volksblatt

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