Rund 7,5 Millionen Euro Schaden

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"Tatort Baustelle": Der Zoll im Einsatz gegen illegale Beschäftigung und organisierte Schwarzarbeit.

Rosenheim/Landkreis - Ein dunkles Kapitel für die Baubranche: Die Schattenwirtschaft vernichtet Arbeitsplätze. Insbesondere die heimische Baubranche leide darunter, so der Bezirksverband Oberbayern der Industriegewerkschaft BAU.

"Dumpinglohn-Firmen machen den Markt mit Kampfpreisen kaputt. Sie betreiben organisierte Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung im großen Stil. Ihre Arbeiter speisen sie meist mit Hungerlöhnen ab", sagt Axel Pürkner, Vorsitzender vom IG BAU-Bezirksverband Oberbayern . Seinen Angaben zufolge hat das Hauptzollamt Rosenheim im ersten Halbjahr wegen solcher Delikte bereits 1378 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ein Großteil davon betreffe den "Tatort Baustelle".

Pürkner: "Die Zahlen machen deutlich, dass der Sumpf längst noch nicht trockengelegt ist. Die üblen Machenschaften von Dumpinglohn-Betrieben kosten reguläre Jobs in der heimischen Baubranche." Zudem fließe enorm viel Geld an der Steuer vorbei. Von den Sozialabgaben, die unterschlagen werden, ganz zu schweigen.

Die FKS in Rosenheim hat nach Angaben der Bau-Gewerkschaft bei ihren Kontrollen für das erste Halbjahr eine Schadenssumme von insgesamt knapp 7,5 Millionen Euro ermittelt. Rund 5,9 Millionen Euro davon sind nicht gezahlte Abgaben an die Sozialversicherungen. "Das trifft uns alle - über Ausfälle in der Rentenkasse und über fehlende Beiträge für die Arbeitslosenversicherung, die Krankenkassen und die Pflegeversicherung", sagt der IG BAU-Bezirksverbandsvorsitzende.

Der Kampf gegen Illegalität und Kriminalität in der Wirtschaft müsse daher intensiv weitergeführt werden. Niedriglohn-Firmen und Betriebe, die Sozialabgaben nicht abführten oder Steuern hinterzögen, dürften bei privaten und öffentlichen Bauvorhaben in der Region keine Chance mehr haben, fordert Pürkner. Die IG BAU Oberbayern sprach sich dafür aus, die Zoll-Kontrollen sogar noch zu verstärken. "Dazu braucht die Finanzkontrolle Schwarzarbeit allerdings mehr Fahnder", so Pürkner. Deren Einsatz rechne sich jedoch. Schließlich sei die FKS das wirkungsvollste Instrument, um die Schattenwirtschaft zurückzudrängen.

Mehr Personal benötige der Zoll auch, weil er ständig neue Aufgaben bekomme. "Allein die Kontrolle des Mindestlohnes, den es in immer mehr Branchen gibt, erfordert mehr Manpower", sagt der Gewerkschafter.

re/Oberbayerisches Volksblatt

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