Schadstoffe bremsten

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Die Tage des Seebettenhauses sind gezählt. Nach monatelangen Verzögerungen hat gestern der eigentliche Abriss begonnen.

Prien - Eigentlich sollte das alte Seebettenhaus des Priener Krankenhauses längst Geschichte sein. Aber der Abriss hat sich immer wieder verzögert.

Zuletzt wurden größere Mengen Schadstoffe entdeckt, die nun extra entsorgt werden müssen. Gestern konnte der eigentliche Abriss nun tatsächlich beginnen.

Prien - Abriss und Neubau des Seebettenhauses sind der zweite von drei Bauabschnitten, mit denen die Klinik zu einer der schönsten in Deutschland gemacht werden soll. Bereits im Herbst vergangenen Jahres konnte das fünfgeschossige und rund 14 Millionen Euro teure Gesundheitszentrum (GHZ) eingeweiht werden.

Eigentlich sollte bald darauf das Seebettenhaus fallen. Zunächst kamen umfangreiche Brandschutzanforderungen dazwischen, nun waren es Schadstoffe, die den Zeitplan durcheinanderbrachten. Christian Mauritz, kaufmännischer Direktor der Romed-Kliniken, des Zusammenschlusses der insgesamt vier Krankenhäuser der Stadt und des Landkreises, erklärte im Gespräch mit der Chiemgau-Zeitung, dass in Wänden und Böden vor allem größere Mengen teerhaltiger Gussasphalte gefunden wurden, die nun gesondert entsorgt werden müssten. Weil der Trakt in den 1960er-Jahren als Privatklinik gebaut und erst später vom Landkreis erworben wurde, waren keine Baupläne mit "Detailschärfe" vorhanden, aus denen dieser Umstand ersichtlich gewesen wäre, erläuterte Mauritz.

Zudem konnten im Vorfeld keine Kernbohrungen vorgenommen werden, wie bei solch großen Abrissmaßnahmen üblich, um die Bausubstanz zu untersuchen. Das hätte den Klinikbetrieb gestört, der 2009 so intensiv war wie noch nie - das Haus war praktisch immer voll.

Als die Schadstoffe beim Beginn der Entsorgungsarbeiten im Innern des Komplexes zutage gefördert wurden, waren Mauritz zufolge Nachverhandlungen mit den Abbruchfirmen nötig.

"Wir werden keine großen Bauverzögerungen bekommen", äußerte er sich mit Verweis auf entsprechende Zusagen der Baufirmen aber optimistisch, einen Teil der verlorenen Zeit in den nächsten Monaten wieder aufholen zu können. Gestern begann der Bagger mit der Abrissbirne, dem Seebettenhaus den Garaus machen.

Bis Ende Juni sollen sich die Abbrucharbeiten hinziehen. Parallel soll ab Anfang Juni bereits die Baustelle für den viergeschosssigen Neubau eingerichtet werden.

Wenn das neue Seebettenhaus einmal fertig ist, kommt der straßenseitige Bettentrakt dran. Insgesamt sind für die Erneuerung der beiden Gebäude rund 30 Millionen Euro vorgesehen.

Dirk Breitfuß/Chiemgau-Zeitung

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