Schären im Blickpunkt

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Die Schären sind in den vergangenen Jahren schrittweise verschönert worden. Unter anderem wurden die Wege neu gepflastert, der König-Ludwig-Pavillon in Privatinitiative renoviert, ein Besuchersteg geschaffen und neue Blumentröge aufgestellt. Für das jetzige Erscheinungsbild gab es Lob aus den Reihen des Kur- und Tourismusvereins.

Prien – In mehrfacher Hinsicht standen die Schären im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Kur- und Tourismusvereins – positiv wie negativ.

Applaus gab es für die gelungene Verschönerung und ein bevorstehendes Fest, Kritik an der großen Zahl von Hundehaufen und zu schnellen Autos.

Bei einem der mit durchschnittlich 15 Teilnehmern gut besuchten Monatsstammtische, die das neuformierte Vorstandsquartett mit Christian Simon an der Spitze nach seiner Wahl vor einem Jahr eingeführt hatte, war der Ruf nach einem größeren Christbaum auf den Schären laut geworden. Dank der Unterstützung von Bürgermeister Jürgen Seifert und der Priener Tourismus GmbH (PTG) konnte der Wunsch dann auch verwirklicht werden, erinnerte Simon in seinem kurzen Jahresbericht. Im Bemühen, eine verbindende Weihnachtsbeleuchtung vom Zentrum durch die Seestraße nach Stock zu schaffen, sei der Verein „noch nicht so weit“. Positiv nahmen die Mitglieder die Ankündigung für ein viertägiges Schärenfest Anfang August mit viel Musik und freiem Eintritt auf, das „Luitpold“-Inhaber Peter Wulf mit anderen Wirten auf die Beine stellt. Dabei werde darauf geachtet, dass keine schweren Lkw die Rasenflächen befahren und die Nachtruhe eingehalten wird, betonte Zweiter Vorsitzender Wulf.

Kassier Rainer Winzek konnte von einem Jahresüberschuss 2008 von gut 1300 Euro berichten, so dass der Verein derzeit ein Guthaben von mehr als 13.000 Euro aufweise.

Vorsichtig optimistisch äußerte sich PTG-Geschäftsführer Ferdinand Reb zur Entwicklung des touristischen Jahres. Zwar verbuchte die PTG bis Ende Mai ein Gäste- und Übernachtungsminus von jeweils gut einem Prozent (46.600 Übernachtungen von 17.300 Gästen) gegenüber dem Vorjahr, die Vorbuchungen zeigten aber einen positiveren Trend als zum gleichen Zeitpunkt 2008, so Reb. Er hoffe, dass die Krise erst im vierten Quartal dieses Jahres durchschlage, wenn ohnehin keine Saison sei.

Als „sehr große Chance“ wertete der PTG-Chef die angestrebte landkreisweite Neuorganisation in einem „Chiemsee-Alpenland-Tourismusverband“ (wir berichteten wiederholt). Die Interessen Priens würden mit Sitzen im Marketingausschuss und Aufsichtsrat gut vertreten sein.

Für die nächsten Tage kündigte Reb die Inbetriebnahme des neuen Online-Auftritts der PTG an. Er biete mehr interaktive Möglichkeiten für die Nutzer und spreche unter anderem durch großformatige Bilder emotional an. 60 bis 80 Prozent aller Interessenten würden sich Studien zufolge vor ihrer Buchung heutzutage im Netz informieren, unterstrich der Geschäftsführer die Bedeutung dieses Mediums für die touristische Vermarktung.

Die Palette der Angebote – in den vergangenen zwei Jahren hat die PTG einige neue regelmäßige Führungen inszeniert – werde demnächst durch ein Schießen für Gäste in Zusammenarbeit mit der Feuerschützengesellschaft (FSG) erweitert, verriet Reb.

In der Diskussion lobten insbesondere Herbert Schwarz und Günther Krumrey die gelungene Umgestaltung der Schären. Schwarz monierte allerdings die immer noch große Zahl von Hundehaufen auf den Rasenflächen. Auch Reb bedauerte dieses Ärgernis, nicht nur auf der Landzunge in Stock, obwohl in Prien seit vergangenem Jahr 24 statt vorher fünf Hundetoiletten aufgestellt sind – auch auf den Schären.

Beklagt wurde auch, dass viele Autos auf der Seepromenade, die eigentlich eine Fußgängerzone ist, zu schnell fahren würden. Tourismusreferent Klaus Löhmann nahm den Hinweis mit. Was die „Raserei“ mancher Autofahrer in der Seestraße angeht, die ebenfalls beklagt wurde, befinde sich der Gemeinderat „noch in der Meinungsbildung“, was Gegenmaßnahmen angehe, so Löhmann.

Bei einem letzten „Problem“, auf das Gemeinderätin Eleonore Pelzl hinwies, hofft der Verein auf die Hilfe aus der Bürgerschaft. Der Kur- und Tourismusverein geht auf den Verschönerungsverein zurück, dessen Existenz bis ins Jahr 1872 zurückverfolgt werden kann. Aber Unterlagen über die Gründung dieses Vorgängers sind nicht aufzutreiben, sodass der heutige Verein nicht weiß, wann er Jubiläum feiern dürfte.

db

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