Am WC scheiden sich die Geister

Bernau - Grundsätzlich vorstellen können sich alle Mitglieder des Gemeinderates, dass der Segelclub sich ein neues Clubheim in Felden baut. Nur das WC sorgt für Diskussions-Stoff.

Allerdings soll ausgelotet werden, ob nicht doch auch die Gemeinde öffentliche Sanitäranlagen im gleichen Bau integrieren kann.

Zwar signalisierten die Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung im Haus des Gastes grundsätzliche Zustimmung, doch die Debatte zeigte, dass weiterer Informationsbedarf besteht. Nun sollen sich die Fraktionssprecher noch einmal treffen und auch mit dem BSCF soll nochmal verhandelt werden.

Schon seit vielen Jahren möchte sich der BSCF endlich eine Heimat nahe des Hafens in Felden schaffen. Seit dem Abriss der ehemaligen Camping-Platz-Gastronomie hat der Club nur einen festen kleinen Raum in einem Blockhaus am Wasser.

Die Gemeinde Bernau hat aber im Zuge der Ortsentwicklung noch keinen Bebauungsplan für den Bereich Chiemseepark Felden aufgestellt. Weil der BSCF aber auf einen Zuschuss durch den Bayerischen Seglerverband hofft, stellte der Club in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats einen Bauantrag. Denn die Zustimmung der Gemeinde ist die Hauptvoraussetzung dafür, dass Mittel fließen.

Bürgermeister Klaus Daiber wies in der Sitzung darauf hin, dass die Geländeauffüllungen in der Planung schon "erheblich" seien, aber aufgrund der Hochwasser-Situation auch nicht anders möglich. Während Ursula Zeitlmann (Die Grünen) sehr bedauerte, dass "da unten alles zugebaut wird" und sich vor allem daran stieß, dass "kreuz und quer" und "nicht gescheit" geplant werde, brach Rainer Wicha (CSU) eine Lanze für den Segelclub, der nicht nur ein "sportliches Aushängeschild" der Gemeinde sei, sondern durch seine Jugendarbeit auch eine echte Bereicherung.

Sepp Genghammer (Die Grünen) empfand die Planungen als "übertrieben" und kritisierte, dass "oben und unten" Toiletten geplant seien - also im Erdgeschoss und im ersten Stock. Hansjörg Decker (Bernauer Liste) nannte den momentanen Zustand des Clubgeländes einen "Verhau". "Da stehen Holzkästen und Zelte", spielte er auf das Provisorium an, das den Seglern des BSCF zur Unterkunft und als Stauraum zur Verfügung steht.

Nach Ansicht Deckers sollte der Club bei seinen Planungen "Einsparungsmöglichkeiten" bezügliche der Baumasse ausloten. "Der Bau soll ja zehn Meter breit und 20 Meter lang werden."

Auf Nachfrage von Renate Wendlinger (CSU) erinnerte Daiber daran, dass die Gemeinde in der Vergangenheit schon mit dem BSCF verhandelt hatte, denn auch die Kommune braucht für ihren Hafen Sanitäranlagen und einen kleinen Raum für den Hafenmeister.

"Vereinigte Hüttenwerke"

Auch Eduard Wierer (ÜWG) sprach, wie mehrere Vorredner, von "vereinigten Hüttenwerken" und plädierte dafür zu prüfen, ob man die notwendigen Gemeindeanlagen "nicht dran bauen kann", also dem geplanten Clubheim angliedern könnte.

Zweiter Bürgermeister Matthias Vieweger und Gerhard Jell (beide CSU) widersprachen Zeitlmann heftig. Von Konzeptlosigkeit könne keine Rede sein, vielmehr habe man im Gremium nach langer Diskussion beschlossen die Planungen für eine mögliche Bebauung an einer "Stelle zu konzentrieren" (Vieweger) und "die grässlichen Hütten" (Jell) kämen auch weg.

daa/Chiemgau-Zeitung

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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