Beschilderung: Der eingeschlagene Weg bleibt

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So wie am Kreisel zur Bernauer Straße könnte es bald auch Ecke Hallwanger/Osternacher Straße aussehen.

Prien - Die Marktgemeinde setzt ihren einmal eingeschlagenen Weg fort. Die Mitglieder des Bauausschusses einigten sich darauf, das bereits Ende Juli verabschiedete neue Beschilderungskonzept konsequent zu verwirklichen.

Dabei geht es im Wesentlichen um zwei "Knackpunkte", wie Bürgermeister Jürgen Seifert erinnerte: zum einen um die unumstrittene Ausdünnung des Werbeschilderwaldes, wie er beispielsweise Ecke Bernauer/Hochriesstraße anzutreffen ist, zum anderen um die Lenkung des Verkehrs in Richtung Prien-Stock. Einstimmig hatte sich der Ausschuss dafür ausgesprochen, die Halwanger Straße zu entlasten und die aus Richtung Rimsting kommenden Autofahrer schon vorher über die Osternacher Straße abzuleiten (wir berichteten).

Um den Durchgangsverkehr zu verringern, soll mit einem Schild, wie es bereits am Kreisel Bernauer Straße existiert, auf "Hallenbad/Strandbad", "Kiniken am See", "Hotels am See", "Seepromenade" und "Hafen" hingewiesen werden. Dagegen hat sich massiver Widerstand gebildet.

Bewohner der Osternacher Straße, aber auch benachbarter Straßen, haben mit 126 Unterschriften ihren Unmut geäußert. Sie verwiesen auf den zunehmenden Lärm und darauf, dass die gedachte direkte Verbindung zum Chiemsee nicht als Durchgangsstraße tauge.

Bauamtsleiter Hans Bauer verdeutlichte anhand einer vergrößerten Karte, im ersten Teil entspreche die Osternacher Straße durchaus dem Charakter einer Erschließungsstraße, spätestens aber dort, wo in einer scharfen Rechtskurve Karpfen- und Renkenweg abzweigen, handle es sich um eine

reine Anliegerstraße. Bauer: "Schon jetzt interessiert das 30-km/h-Schild keinen Menschen."

Risse in 300 Jahre altem Haus

Besonders problematisch ist die Situation im Bereich des Anwesens der Familie Eifertinger. Tochter Martina konnte als Zuhörerin dem Gemeinderat vortragen, welchen Verdruss schon jetzt der Straßenverkehr, zumal der der Lkw, bereite. So weise ihr 300 Jahre alte Haus immer mehr Risse auf, bestehe an Wochenenden kaum die Chance, die Straße zu überqueren. Nicht, dass sie etwas gegen Verkehr und Urlauber habe, aber sie müssten nicht unbedingt an dieser Engstelle vorbeigeführt werden.

Joachim Bensemann (Freie Wähler) regte an, schon vor dem Nadelöhr die Straße zu verengen und so weniger Tempo zu erzwingen, während Alfred Schelhas (SPD) ein Schild schon zu Beginn der Osternacher Straße vorschlug, das dem Schwerlastverkehr ab 7,5 Tonnen von vornherein die Zufahrt untersagt.

Als dann die Sprache auf die Navigationsgeräte kam, die dem Autofahrer automatisch die kürzeste Strecke weisen, unabhängig vom Zustand der Straße, aber auch in Sackgassen in Richtung See, sagte Bürgermeister Seifert, es gehe in dieser Debatte nicht darum, Straßenverkehrsschilder aufzustellen, sondern um Hinweischilder für touristische Attraktionen. Und dieses Konzept, einstimmig in der vorherigen Sitzung abgesegnet, habe der Chef der Priener Tourismusgesellschaft (PTG), Ferdinand Reb, mit seinen Mitarbeitern in nur vier Wochen "hervorragend" ausgearbeitet.

Weil er, Seifert, aber um die Problematik an der Osternacher Straße wisse, wolle er ein Messgerät an der neuralgischen Stelle beim Eifertinger-Anwesen aufstellen, das Tempo und Anzahl der Verkehrsteilnehmer registriert.

Die Zweite Bürgermeisterin Renate Hof meinte, der Gemeinderat habe von Anfang an von den Schwierigkeiten gewusst, zumal gerade ortskundige Autofahrer diese kürzere Strecke nutzten. Sie plädierte dafür, es bei dem ursprünglichen Beschluss zu belassen, weil sonst die Änderungen kein Ende nähmen.

Dieser Vorschlag war ganz im Sinne Seiferts. Auch wenn er die Unterschriftenliste Ernst nehme, entspreche sie doch dem "Floriansprinzip". Deshalb: "Wir können es nicht allen Recht machen."

Und so wurde aud Vorschlag des Rathauschefs der einstimmige Beschluss von der Juli-Sitzung, das Konzept der örtlichen Beschilderung umzusetzen, bekräftigt.

mt/Chiemgau-Zeitung

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