Schlösserverwaltung stockt Fuhrpark auf

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Herreninsel - Viel Freude bereitet die neue Kutsche, die die Schlösserverwaltung in Dienst gestellt hat - und die auf viel Eigeninitiative von Mitarbeitern hin entstanden ist.

Zwei Pferde ziehen das Gefährt. Hinter dem Kutscher sitzen die Fahrgäste und lassen ihre Blicke über die Herreninsel schweifen. Unebenheiten auf der Strecke vom Steg bis zum Schloss bekommen sie nicht zu spüren. Die Räder laufen geschmeidig, alle vier sind gefedert.

Seit eh und je bietet die Schloss- und Gartenverwaltung den Gästen, die mit dem Schiff von Prien oder Gstadt zur Herreninsel kommen, einen besonderen Service: Wer nicht zu Fuß vom Anlegesteg zum Schloss gehen mag, kann, wenn er einen Obolus entrichtet, Platz nehmen und sich fahren lassen. In diesem Jahr hat die Schlösserverwaltung zehn Kutschen im Einsatz.

Zum Start in die Saison hat sie ihren Fuhrpark noch einmal aufgestockt und ein ganz neues Vehikel auf die Reise geschickt. Der Grund: In diesem Jahr rechnet sie mit besonders vielen Gästen, die das Schloss und dort vor allem auch die Bayerische Landesausstellung über Ludwig II. und seine Zeit anschauen.

Die neue Kutsche ist eine ganz besondere. Weil sie in gewisser Weise eine Luxusausführung darstellt und erhöhten Fahrkomfort bietet, gilt sie unter den Kutschern genau genommen als "Nummer eins". Sie besteht aus Eschenholz, gewonnen aus Bäumen, die auf der Herreninsel gefällt worden sind. Gefertigt worden ist sie im Stil eines Gesellschaftswagens, das Holz ist klar lackiert. Die Kutsche bietet 18 erwachsenen Personen Platz. Der Wagen ist an allen vier Rädern gebremst und gefedert - womit er sich von den anderen alten unterscheidet, die nur auf zwei Rädern gebremst sind. Die Wagen ist 5,50 Meter, das gesamte Gespann neun Meter lang. Er ist 1,60 Meter breit. Hinten können vor allem gehbehinderte Besucher bequem ein- und aussteigen.

Weil auf der Insel kein Wagner und kein Schmied mehr beschäftigt ist, hatte sich Christian Hofstetter als Schreiner so in das Wagnerhandwerk eingearbeitet, dass er schließlich in den Werkstätten auf der Insel diesen Wagen nach Plänen und Abmessungen der bereits vorhandenen, so genannten Stellwägen bauen konnte. Mit der Arbeit begann Hofstetter im November, fertig war der Wagen jetzt zur Eröffnung der Landesausstellung.

Josef Austermayer, Vorstand der Schloss- und Gartenverwaltung Herrenchiemsee, spendierte dieser Tage allen Mitarbeitern, die bei der Fertigung beteiligt waren, eine Brotzeit. Er lobte die gute Zusammenarbeit beim Bau dieser besonders gelungenen Kutsche. Und dann gingen alle Beteiligten - natürlich - auf eine Proberunde...

pü/Chiemgau Zeitung

Rubriklistenbild: © Berger

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