Schöne Bescherung

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Die Zeit der "Geiz ist geil"-Mentalität ist vorbei. Die Rosenheimer legten zu Weihnachten Wert auf Qualität.

Rosenheim/Landkreis - Der heimische Einzelhandel war mit dem diesjährigen Weihnachtsgeschäft sehr zufrieden. Vor allem die Bekleidungs- und Sportartikelbranche freute sich über die tiefen Temperaturen - und die damit verbundenen hohen Umsätze.

Weihnachten hat den Einzelhändlern der Region ein gutes Geschäft beschert. "Es bleibt dabei: Wir brauchen unser Weihnachtsgeschäft", fasst es Martina Steffl, stellvertretende Vorsitzende der Werbegemeinschaft Bad Aibling, zusammen. Für Einzelhändler wie sie seien die Wochen vor Weihnachten von großer Bedeutung, dann nämlich erlöst die Branche bis zu ein Fünftel ihres Jahresumsatzes. Doch nicht nur die Wochen vor Weihnachten sind für die Geschäfte wichtig. Die Tage zwischen den Jahren nutzen viele, um Gutscheine einzulösen oder einfach durch die Geschäfte zu bummeln. "Wir machen unsern Schnitt erst zum 31. Dezember", erklärt Steffl.

So sehr das kalte Wetter den Bekleidungs- und Sportartikelgeschäften genützt haben mag - gerade für die Stadt Rosenheim wirkte sich der heftige Winter auch nachteilig aus. "Rosenheim lebt stark von den Kunden aus dem Umland. Wenn das Wetter sehr schlecht war, haben wir das in der Stadt gespürt", erklärt Gerhard Buluschek, Vorsitzender der Rosenheimer Einzelhändler. Franz Jahrstorfer, Geschäftsführer des Wasserburger Gewandhauses Gruber, freut sich heuer zwar auch über gute Umsätze, aber eine - wohl schneebedingte - geringere Kundenfrequenz.

Doch nicht nur die Kälte scheinen die Lust am Kaufen in diesem Jahr beflügelt zu haben. "Es gibt den Trend, sich auch selbst zu beschenken", erklärt Buluschek. Die gute wirtschaftliche Stimmung trägt laut den Experten zudem zu einem höheren Qualitätsbewusstsein der Verbraucher bei. Jahrstorfer: "Die Leute geben für ein Teil lieber mehr aus, dafür haben sie länger Spaß daran."

Vor allem die Marke "Made in Germany" stehe bei den Kunden hoch im Kurs. Buluschek: "Vernünftige Qualität zu einem vernünftigen Preis mit einem langlebigen Design, das ist es, was die Kunden wieder immer öfter kaufen." Und gerade kleinere Fachgeschäfte könnten mit exklusiverer Beratung punkten, weiß Steffl: "Bei uns gibt es kein Großstadtgetümmel. Bei uns ist es ruhiger, der Service persönlicher und freundlicher." Aus diesem Grund würden auch immer mehr Kunden aus dem Nachbarlandkreis Miesbach in ihr Geschäft in Aibling fahren. Zumal: "Fachgeschäfte gibt es heutzutage nicht mehr allzu viele."

Der Bayerische Einzelhandelsverband geht in diesem Jahr von einem Umsatzplus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. Diese Zahl möchte Gerhard Buluschek für Rosenheim bislang zwar noch nicht bestätigen, spricht aber immerhin von einem "gewissen Umsatzplus".

Auch wenn das Gewandhaus Gruber dank der Bibbertemperaturen "gut ausgeräumt" ist, müssen sich die Kunden um den bevorstehenden Winterschlussverkauf keine Sorgen machen. Franz Jahrstorfer: "Bis dahin sind unsere Regale auf jeden Fall wieder voll."

Stefanie Zipfer/Oberbayerisches Volksblatt

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