Schweinegrippe: Kein Impfstoff mehr da!

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Ein Pieks gegen das H1N1-Virus: Einige tausend Menschen dürften in Stadt und Landkreis gegen die Schweinegrippe geimpft sein. Deshalb ist der Impfstoff schon wieder knapp.

Rosenheim/Landkreis - Zunächst wollte sich in der Region fast niemand gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Ein paar Todesfälle änderten dies aber - sogar so rapide, dass jetzt kein Impfstoff mehr da ist! **Schweinegrippe-Special**

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Herzkranke starb nach Schweinegrippe-Impfung

Schweinegrippe: „Nicht jeder kann geimpft werden“

Häufig gestellte Fragen zur Schweinegrippe

Lesen Sie hier den Originalartikel vom Oberbayerischen Volksblatt:

Schon wieder kein Impfstoff

Nach dem Stotter-Start mit einer verunsicherten Bevölkerung kommt die Massen-Impfung gegen die Schweinegrippe auch in der Region in Fahrt. Doch die Impfstoffvorräte in den heimischen Apotheken sind aufgebraucht - und Nachschub nicht in Sicht.

Rosenheim/Landkreis - Das Rosenheimer Gesundheitsamt hat bis jetzt offiziell 635 Schweinegrippe-Fälle in Stadt und Landkreis registriert. Tatsächlich dürften es aber deutlich mehr sein. Zum Verlauf der Krankheit gibt es keine Statistik. Das Gesundheitsamt geht davon aus, dass die große Mehrheit der 635 Schweinegrippe-Fälle glimpflich verlaufen sind.

Wie die RoMed-Kliniken auf Anfrage unserer Zeitung mitteilten, wurden in Rosenheim bisher acht und in Prien drei Fälle stationär behandelt. Aktuell liegen in Rosenheim drei Patienten mit Schweinegrippe, wobei es einen Erkrankten schwerer erwischt haben soll. Die drei Priener Patienten wurden bereits wieder gesund entlassen. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die Zahl der an "normaler", saisonaler Grippe (Influenza) erkrankten Menschen, die im Laufe eines Jahres stationär eingewiesen werden, um ein Vielfaches höher ist. Geimpft wird in den RoMed-Kliniken in Rosenheim, Prien, Wasserburg und Bad Aibling nicht, sondern nur in den Praxen von niedergelassenen Ärzten.

Kinder und Senioren: Zweimal halbe Dosis

Indessen zeigen die Patienten in den Hausarztpraxen ein deutlich gestiegenes Interesse an der Impfung. Einige tausend Patienten in Stadt und Landkreis Rosenheim dürften inzwischen gegen das Virus geschützt sein. So mancher Skeptiker sei inzwischen umgeschwenkt und wolle sich nun doch impfen lassen. Das bestätigte gestern im Gespräch mit unserer Zeitung unter anderem Dr. Markus Geyer. Weil seine Praxis zugleich ständige Gelbfieber-Impfstelle ist, gehören Fragen zu Wirksamkeit, Risiken und Nebenwirkungen zum Berufsalltag des Orthopäden.

Geyer hat die letzten zwei Fläschchen mit dem Impfstoff Pandemrix bekommen, die in der Rosenheimer Rathaus-Apotheke vorrätig waren. So kann er heute die erste Impfrunde in seiner Praxis starten. Dabei wird er sich auch selbst impfen.

Bei den Schweinegrippe-Impfungen müssen Ärzte vorausschauend planen und mit dem Impfstoff haushalten. Schließlich wird bei Kindern unter zwölf Jahren und Senioren über 60 Jahren empfohlen, im Abstand von drei Wochen zweimal die halbe Dosis zu impfen. Eine geöffnete Pandemrix-Ampulle (sie reicht für zehn Impfungen) kann der Arzt dann nicht mehr verwenden. Sie ist nur 24 Stunden haltbar.

"Impftag" ist heute auch bei Dr. Michael Gierlinger in Raubling, der schon letzte Woche in festen Zeitfenstern am Donnerstag und Freitag 40 Patienten geimpft hat. Die Tage zum Wochenende hin wurden gewählt, damit sich Patienten bei möglichen Nebenwirkungen nicht krankschreiben lassen müssen.

Sobald die Pandemrix-Vorräte in den Kühlschränken der Arztpraxen aufgebraucht sind, wird es über zumindest in den nächsten Wochen keine "Impftage" mehr geben. Denn Nachschub ist nicht in Sicht, weil jede Apotheke nicht mehr als 50 Flaschen mit 500 Dosen bestellen kann. Grund sind die Lieferengpässe im Großhandel.

Die Bahnhofs-Apotheke in Rosenheim war eine der ersten in der Region, die Pandemrix anforderte. Mittlerweile sind alle 50 Ampullen weg. In der Alten Apotheke in Rosenheim dauerte es sogar nur einen Tag. Die Bestellungen kamen aus dem ganzen Landkreis. "Jetzt hoffen wir, dass wir so bald wie möglich nachbestellen können", so Markus Bauer (Alte Apotheke) und Brigitte Francesconi (Bahnhofs-Apotheke). Wann es so weit ist, weiß unter den Apothekern keiner. Manche sprechen von zwei, andere von sechs Wochen. Dann soll auch ein neuer, eiweißfreier Impfstoff lieferbar sein.

Auch Mediziner aus der Region raten, die Gedanken nicht nur um die Schweinegrippe kreisen zu lassen. Die üblichen Grippeviren könnten eine größere Bedrohung darstellen - vor allem für Ältere und chronisch Kranke.

Ludwig Simeth (Oberbayerisches Volksblatt)

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