Kirchengemeinde: Schritte auf sicherem Boden

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Architekt Peter Schorr erklärt den Bauplan für die zweigeschossige Erweiterung des Gemeindehauses.

Prien - Die evangelische Kirchengemeinde möchte ihr Gemeindezentrum erweitern. Bei einem Informationsabend stellte sie nun die ersten Entwürfe und Finanzierungsmodelle vor.

Mit den Plänen zum neuen Gemeindezentrum habe man ein wenig die Norm durchbrochen, sagte Pfarrer Karl-Friedrich Wackerbarth im fast vollen Gemeindesaal. "Wir wollen hier Schritt für Schritt gehen, auf sicherem Boden."

Dieter Strauch, Umweltauditor der evangelischen Kirchengemeinde, eine Art Betriebsprüfer, berichtete, dass die Verantwortlichen eine erste Bestandsaufnahme gemacht hätten. Es sei nun "zwingend notwendig, den Neubau voranzutreiben".

Pfarrerin Christine Wackerbarth wünschte sich einen "geschützten Raum" nur für sich. Die Klinikseelsorgerin erklärte, dass sie mit Patienten aus Platzmangel immer wieder von Raum zu Raum wechseln müsse. Pfarrer Wackerbarth führte aus, dass bauliche Maßnahmen schon deshalb notwendig seien, da es für die Kellerräume nur einen Fluchtweg gebe. "Für die Erweiterung gibt es viele Gründe aus der praktischen Arbeit heraus."

Architekt Peter Schorr zeigte den Gästen die ersten Entwürfe für den Bau. Die Erweiterung solle hinter dem bestehenden Gemeindezentrum verwirklicht werden. Dazu müsse man das Grundstück vergrößern. "Das bauliche Ensemble mit der Kirche soll so, wie es jetzt ist, erhalten bleiben. Es gehört einfach zusammen."

Im Erdgeschoss sollen Schorr zufolge ein Sekretariat und Kopierraum, zusätzlich zum vorhandenen ein größerer Gemeindesaal, eine Garderobe, sanitäre Einrichtungen und eine Küche entstehen.

Der neue Saal soll über eine Glasfront nach Süden und eine Terrasse davor verfügen. Der Eingangsbereich sowie neugestaltete Zugänge zum alten Saal würden barrierefrei gestaltet. "Wir würden gern mit Biomasse heizen, dies muss aber noch entsprechend geplant werden", so Schorr.

Im Obergeschoss seien eine Galerie, ein Gruppenraum, ein Raum für die Klinikseelsorge, ein Besprechungszimmer, ein Jugendraum sowie eine Dachterrasse geplant.

Einige Gäste erkundigten sich nach der Akustik im neuen Saal. Schorr versicherte, bei der Ausführung der Bauarbeiten werde großer Wert auf eine optimale Akustik gelegt. Für die Fußböden würde er Massivholz favorisieren. Pfarrer Wackerbarth fügte hinzu, dass der alte Saal auch weiter als Gottesdienstraum genutzt werden solle. Er bedankte sich bei Familie von Aufseß, die der evangelischen Kirchengemeinde rund 250 Quadratmeter Grund verkaufe, obwohl eigentlich "grundsätzlich kein Grund verkauft" werde.

Kirchenpfleger und Marktgemeinderat Hans-Jürgen Schuster gab einen Überblick über die angedachte Finanzierung des Neubaus. "Wir brauchen offene Hände von Sponsoren und Gebern." Die Baukostenschätzung habe ursprünglich einmal 500.000 Euro betragen, liege inzwischen aber bei 1,26 Millionen Euro. Bei der Kalkulation liege die Kirchengemeinde derzeit mit rund 128.000 Euro im Minus.

Pfarrer Wackerbarth erklärte abschließend, dass man etwa zwölf Monate Bauzeit einplanen müsse. "Baubeginn ist allerfrühestens im Frühjahr 2012." Mit einem Gebet beendete er den Informationsabend.

hä/Chiemgau-Zeitung

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