Die Schule "brennt"

Ein Schüler wird aus der vermeintlich brennenden Schule "geborgen".

Chieming - "Brand in der Volksschule Chieming, starke Rauchentwicklung, drei Klassen im ersten Stockwerk eingeschlossen." So lautete der Notruf, mit dem eine Großübung für mehrere Feuerwehren ausgelöst wurde.

Und auch für die Schule selbst, um einen solchen Ernstfall im Rahmen des Projekttages "möglichst echt" zu üben.

8 Uhr: aus dem ersten Stock der Schule quillt dichter weißer Rauch. Der schrille Feueralarm geht durch Mark und Bein. Schon verlassen erste Klassen erstaunlich gefasst in geordneten Zweierreihen unter Begleitung der Lehrkräfte das Gebäude und begeben sich auf die für den Brandfall vorgesehenen Plätze außerhalb der Gefahrenzone. Gleichzeitig sind im Ort und in der nähren Umgebung die Sirenen zu hören.

Nur wenige Minuten später treffen mit lautem Tatü-Tata und Blaulicht die ersten Feuerwehrautos ein. Was für einen Außenstehenden zunächst wie ein heilloses Durcheinander aussieht, ist in Wahrheit eine wohldurchdachte Zusammenarbeit der Einsatzleiter und Gruppenführer. Die Löschzüge legen zügig ihre Schlauchleitungen und in kürzester Zeit ergeht das Kommando "Wasser marsch!"

Dichter Qualm soll sagen: Hier brennt's.

Atemschutztrupps dringen in das verrauchte Gebäude ein, um Schüler und Lehrer ins Freie zu bringen, eine Belüftungsanlage wird vor dem Haupteingang installiert, der Verkehr umgeleitet. Da zwei Schülern der rettende Weg zur Treppe versperrt ist, müssen sie schnellstens mit einer Drehleiter aus dem Gebäude geholt werden.

Für die Feuerwehren aus Chieming, Ising, Hart und Traunreut war diese Großübung eine gute Gelegenheit, sich einen Überblick über die Räumlichkeiten und Gegebenheiten der Schule für den Ernstfall zu verschaffen und zudem die Zusammenarbeit und Koordination der Feuerwehrtrupps zu vertiefen und zu verfeinern.

Zudem präsentierte die Feuerwehr Chieming weitere Aufgabengebiete wie das Löschen eines Personen- oder Fettbrandes. Zudem präsentierte die Wehr noch die fachmännische Bergung von drei in einem Pkw eingeklemmten Personen, von denen eine nicht ansprechbar war.

Die ersten und zweiten Klassen durften die Feuerwehrautos und ihre technische Ausstattung wie Feuerspritze oder Drehleiter begutachten, während sich die größeren Schüler mit der Aktion "Disko-Fieber" auseinander setzten.

Disko-Fieber ist ein Präventionsprojekt der Landeszentrale für Gesundheit in Bayern (LZG) zur Vermeidung von Verkehrsunfällen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Denn Verkehrsunfälle sind in der Altersgruppe zwischen 18 und 24 Jahren die häufigste Todesursache. Der kurze Film "Warum...?" zeigt in wenigen Szenen, wie schnell aus Übermut und Unbekümmertheit es zu einer Alkoholfahrt mit dramatischen Folgen kann. Er appelliert an einen vernünftigen und gewissenhaften Umgang mit Alkohol, Auto und dem Leben seiner Freunde und Mitfahrer und natürlich mit seinem Eigenen.

In der anschliessenden Diskussion mit den Jugendlichen ging es um die "Warums": "Warum" hast du Alkohol getrunken?" "Warum bist du gefahren?" "Warum hat niemand diese Fahrt verhindert?" Chiemings Feuerwehrkommandant Stefan Reichelt trug noch einige harte Fakten vor, wie: Statistisch gesehen fahren drei von fünf Personen an einer Unfallstelle vorbei, ohne zu helfen (wozu man übrigens verpflichtet ist).

Die Chieminger Feuerwehr umfasst derzeit 59 aktive Mitglieder, zehn davon sind in der Jugendgruppe, inklusive einem Mädchen und einer Frau bei den Erwachsenen. Ein Beitritt zur Feuerwehr, die neben Wasser- und Bergwacht und Rettungsdiensten wie Malteser und Rotes Kreuz eine der wichtigsten lebensrettenden und ehrenamtlich arbeitenden Organisationen ist, ist ab 14 Jahren möglich.

or/Chiemgau-Zeitung

Zurück zur Übersicht: Chiemsee

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser