30 Jahre Waldorfschule: Schullandschaft bereichert

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Prien -Die Freie Waldorfschule Chiemgau feiert ihren 30. Geburtstag. Wie sehr die Schule die Schullandschaft in der Marktgemeinde bereichert, zog sich wie ein roter Faden durch die Reden der Laudatoren.

Ursprünglich in Erlstätt gegründet, zog die Schule 1984 nach Prien ins ehemalige Kreiskrankenhaus an der Bernauer Straße.  Die Waldorfschule sei geradezu ein "Lebensraum" für die Schüler und sie erhielten hier eine "herausragende Förderung", sagte Ministerialrat Heinz Peter Kempf vom bayerischen Kultusministerium bei dem Festakt in ihrer Turnhalle.

Landrat Josef Neiderhell unterstrich, wie wichtig es ihm gewesen sei, zum Geburtstag der Waldorfschule zu kommen. Das "soll auch vom Landkreis aus ein Signal sein." Er sei stolz auf Prien als "Zentrum der Schullandschaft". Der Landrat ging auch auf das besondere Konzept der Schule ein, dass "Eltern ganz schön fordert", aber auch mitwirken lasse.

Als besonderes Projekt griff er die Regionalwährung "Chiemgauer" heraus, deren Initiatoren aus der Priener Waldorfschule stammen. "Eltern und Lehrer haben hier unheimlich viel geleistet", war die Zweite Priener Bürgermeisterin Renate Hof überzeugt. Die Waldorfschule sei mit ihren vielen Theater- und Musik-Aufführungen eine Bereicherung für das kulturelle Leben in Prien.

Ministerialrat Kempf bezeichnete die pädagogischen Ideen von Rudolph Steiner, nach denen in den Waldorfschulen unterrichtet wird, als "einen wichtigen Paradigmenwechsel", der die freie Persönlichkeit in den Vordergrund gestellt habe.

Dorothee Prange vom Goetheanum, die früher selbst an der Waldorfschule unterrichtete, überbrachte Grüße von Christof Wiechert, der das Goetheanum, die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft in Dornach in der Schweiz, leitet. Sie baut ebenfalls auf die Ideen von Steiner auf.

Pfarrer Dieter Hornemann von der Freien Christengemeinschaft hob Steiners Erziehungskunst hervor. "Er hat ein großes Werk geschaffen" und sei "keineswegs ein merkwürdiger Esoteriker" gewesen.

Dr. Alfons Städele, früher Ministerialrat im Kultusministerium, wies auf den "rasanten Aufschwung der Waldorfbewegung" hin. Theresia Christian-Rieser, die Leiterin des Waldorf-Kindergartens, unterstrich das besondere Miteinander zwischen Eltern und Lehrern.

Als "Lehrer der ersten Stunde" berichtete Bernhard Schwarzfischer über die "Geburtswehen" der Waldorfschule und beschrieb die Aufbruchstimmung dieser Zeit. Als das "Schulschiff" mangels Erweiterungsmöglichkeiten "ins Schlingern" geraten sei, habe man mit dem damaligen Priener Bürgermeister Lorenz Kollmannsberger "Geheimverhandlungen" aufgenommen. Kollmannsberger habe die Schulgründung immer unterstützt, habe aber erst die Mehrheit im Gemeinderat überzeugen müssen.

Schulleiterin Andrea Wiericks konnte die Gäste darüber informieren, dass derzeit gut 570 Schülerinnen und Schüler von 55 Lehrern unterrichtet werden. Besonders freute sie sich über den guten Kontakt zu den anderen Priener Schulen.

Für Abwechslung sorgten der Lehrer-Chor, eine Gesangs-Einlage der Schülerinnen und Schüler, Akrobatik-Nummern der Fünftklassler, der Auftritt des Orchesters und der Unterstufen-Chor. Ein bunter Abend im eigens aufgebauten Festzelt rundete den Geburtstag ab.

daa/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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