Ramsauer als "Lukas, der Lokomotivführer"

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Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer versuchte sich beim Auftakt zum "Tag des Schreiners" in der Schreinerei Daxenberger als "Lukas, der Lokomotivführer". Die Holzlokomotive erhält der Bundestagskindergarten. Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler (ganz links) schaut amüsiert zu.

Seeon-Seebruck - Riesenüberraschung für Peter Ramsauer: Bei der Auftaktveranstaltung des ersten bundesweiten "Tag des Schreiners" übergaben ihm die Veranstalter eine große Holzlokomotive.

Angeschoben von Menschenkraft, konnte sich der "Schwarze Peter" für einige Minuten als "Lukas, der Lokomotivführer" fühlen. Anspielungen auf die diversen Pannen und Pünktlichkeit der Deutschen Bahn AG durch die Besucher musste er natürlich über sich ergehen lassen.

In seinem Kurzvortrag betonte der Minister, gerade in der Wirtschafts- und Finanzkrise habe sich der Mittelstand als Kernsubstanz der deutschen Wirtschaft erwiesen. "Sonst würde Deutschland nicht schon wieder so gut dastehen", so Ramsauer. Er bereue es nicht, dass er während der Großen Koalition bei der Erbschaftssteuer gegen die größten Anfeindungen der SPD auf härtesten Kurs gegangen sei. Zur "Zwangssanierung" bei Bestandsgebäuden bis 2050, von Norbert Röttgen und Rainer Brüderle ins Gespräch gebracht, stellte er klar, dass dies für ihn einen "inakzeptablen Eingriff ins Eigentum" darstelle. Ramsauer sah im Bauen mit Nachhaltigkeit eine große Chance zum Energieeinsparen.

Zum Thema "Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht von nebenan." sprach der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Otto Kentzler. Mit dem Bekenntnis, er sei Klempner von Beruf, aber nicht so einer wie bei Reinhard May, sondern was man in Bayern als Spengler bezeichnet, gab er sich als bodenständiger Handwerker zu erkennen. Lange habe dem Handwerk das gemeinsame Gefühl und die gemeinsame Klammer gefehlt, deshalb habe der Verband eine Imagekampagne angestrengt. Es gebe in Deutschland rund 130 Handwerksberufe. "Wichtig ist es für uns, einen gemeinsamen Weg zu gehen", unterstrich der Dortmunder. Wie wichtig die Familienbetriebe seien, habe man in der Krise erkannt. Das deutsche Handwerk sei die Wirtschaftsmacht von nebenan.

"Wir versuchen, die Emotionen aufzunehmen, damit allen klar wird, was Handwerk ist. Wir erreichen inzwischen sogar die Abiturienten", betonte der Handwerks-Präsident. Das Handwerk sei bereit, einen Beitrag für eine Entschuldung des Staates zu leisten, auch wenn es diese Verschuldung nicht verschuldet habe. Als Beispiel nannte er die klaglose Akzeptanz der Erhöhung des gesetzlichen Krankenkassen-beitrags auf wieder 15,5 Prozent wie vor der Krise.

Der Tag der Schreiners wurde zum ersten Mal bundesweit durchgeführt. Von der Schreinerinnung Traunstein beteiligten die Schreinereien Arsenkerschbaumer (Tittmoning-Asten), Daxenberger (Seeon), Spannring (Inzell) und Steinberger (Traunstein). Geboten wurde ein Blick in die Werkstätten sowie auch Aktionen wie Kinderschminken oder Bewirtung. Im Rahmen der Aktion "Zug um Zug" wurden bundesweit 1400 Holzzüge an Kindergärten verteilt. Bei der Auftaktveranstaltung erhielten die Vertreter der Kindergärten von Seeon und Nußdorf einen Zug überreicht.

bjr/Chiemgau-Zeitung

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