"Untragbar und absolut unverhältnismäßig!"

Rosenheim/Breitbrunn - Bei einer Versammlung der Grünen wurde vor allem über die Projekte Brenner Basistunnel und die möglichen Erdgasbohrungen diskutiert.

Hierfür kamen auf Einladung der grünen Landtagsabgeordneten Claudia Stamm, MdL, die Landtagsabgeordnete Anne Franke und VertreterInnen aus den grünen Kreisverbänden und Kreistagen der Planungsregion 18 zusammen.

Claudia Stamm, zuständig für Stadt und Landkreis Rosenheim, zum Planungsstand des BBTs: "Beim Brenner Basistunnel fordern wir eine umfassende Bürgerbeteiligung. Nach dem Grundsatz "Erst planen, dann bauen" brauchen wir einen wirklich klaren Ist-Zustand der Planungsgrundlage - auch mit den Informationen seitens der Deutschen Bahn. Und zwar vor der Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen der BRD und Österreich über die Zulaufstrecken auch im Raum Rosenheim - ein "Danach" ist zu spät. Es muss offen diskutiert werden: Was ist der Bedarf, was kann getan werden und was sind die Alternativen. Und wir brauchen hier Lösungen, die sowohl die Natur als auch die Finanzen schonen."

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Der umstrittene Brenner Basistunnel soll die Alpen entlang der Achse Innsbruck-Bozen unterqueren. Doch beim jetzigen Informationsstand, so Kreisrätin Brunhilde Rothdauscher, ist gar nicht klar, wieviel Verkehr durch den BBT überhaupt von der Straße auf die Schiene verlagert werden könnte. Verkehrsvermeidung ist oberstes Gebot und für dieses Verkehrsproblem gibt es auch kleinere Lösungsansätze, die sinnvoller und kostengünstiger sind. Auf der Tagesordnung der grünen Regionalversammlung stand weiterhin der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft, die Stärkung der regionalen Wirtschaft sowie ökologisch orientierte Tourismuskonzepte als wichtige Diskussionsthemen. Aber besonders heiß wurde die Erdgasbohrung mitten im Naturschutzgebietes Eggstätt-Hemhofer Seenplatte diskutiert. Dort sollen konventionelle Gasvorkommen erschlossen werden.

"Der Langbürgner See, unter dem gebohrt werden soll, gehört zum ältesten Naturschutzgebiet in Bayern. Die ökologischen Risiken für ein solches Vorhaben sind untragbar und absolut unverhältnismäßig", stellt die Landtagsabgeordnete Anne Franke fest, die die vier Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting betreut. Bohrungen sollen sich schon im Februar 2012 konkretisieren - deshalb ist hier akuter Handlungsbedarf: Allein schon bei einem Einsatz des Fracking-Verfahrens können giftige Chemikalien den Wasserbestand und das Erdreich kontaminieren, gab Claudia Stamm zu Bedenken. Für den Kreissprecher und Kreisrat Leonhard Hinterholzer müsste ein Erdgasfeld nicht notwendigerweise ausgebeutet werden, stattdessen sollte man sich auf die Förderung erneuerbarer Energien, Energieeinsparung und Energieffizienz konzentrieren.

Pressemitteilung Mathias Weidner, Die Grünen

Quelle: rosenheim24.de

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