Schwimmende "Stub'n"

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Prien - Es war eine Jubiläumsfahrt. Zum 20. Mal legte das Volksmusik-Schiff MS "Edeltraud" im Hafen in Stock ab. Und wieder einmal war es ausgebucht, vor allem von Stammgästen.

Auch unter den Musikanten befanden sich einige, die seit der ersten Fahrt vor zehn Jahren mit von der Partie sind. "Auch diesmal war das Volksmusik-Schiff innerhalb von 28 Minuten ausverkauft", berichtete Marlene Anner von der Priener Tourismus GmbH (PTG) als Veranstalter. Und wie der bewährte Moderator des Abends, Siegi Götze, ergänzte, mussten 75 Volksmusik-Freunde an Land bleiben. Sie standen auf der Warteliste, weil sie nicht schnell genug waren, als die Fahrt vor Wochen zum ersten Mal in der Chiemgau-Zeitung bekannt gegeben worden war.

Die 265 Passagiere indes, die das Glück hatten, unter den schnellsten "Bewerbern" gewesen zu sein, genossen die drei Stunden an Bord in vollen Zügen. Auch unter ihnen waren viele Stammgäste, für die die jährlichen Fahrten im Frühjahr und Herbst ganz einfach ein "Muss" sind.

Wie bei vielen Schifferl-Fahrten begann Götze seine Moderation, als ein Passagier den Kapitän fragte: "Kann so ein Schiff eigentlich untergehen?" Und der Kapitän antwortete: "Ja, aber nur einmal und dann bleibt es meistens unten liegen."

Götze ging drei Stunden lang von Deck zu Deck und von Tisch zu Tisch. Er stellte jede Musik- und Gesangsgruppe ganz individuell vor. So wusste er, dass Sepp Huber von der "Huber-Musi" aus Berchtesgaden bei den Olympischen Winterspielen im kandadischen Vancouver heuer in der "Kufen-Stub'n" aufgespielt hatte. Auch auf dem Volksmusik-Schiff begeisterte der Bassist mit seiner Gruppe die Gäste, die natürlich allesamt in Tracht gewandet waren.

Seit der ersten Fahrt mit dabei sind auch die "Tenglinger Sänger" aus der Nähe von Waging, die neben Liedern wie "Ja, i hab' mei Freid auf der Straß'n" auch mit Witzen "auftischten". So fragte ein Bub im Zoo: "Papa, heiraten eigentlich die Affen?". Vaters Antwort: "Nur die Affen."

Immer mit von der Partie sind auch die "Stoaberger Sängerinnen" aus Berchtesgaden und die "Stoaberger Ziachmusik". Einer von ihnen bedankte sich bei den andächtigen Zuhörern: "Ihr macht's uns auch ein Geschenk. Es ist selten, dass wir auch staade Stückl spielen können. Und das in einer schwimmenden Stub'n".

Während die "Altmühldorfer Musikanten" mit Volksmusik aufwarteten, kredenzte Sebastian Daller aus Kelheim mit der Ziach, begleitet von Theresia Loibl aus Freising auf der Klarinette, freche Gstanzl'n, die teilweise recht aktuell waren. Da ging es zum Beispiel um die Steuersenkungen für die Hoteliers, aber auch ums Zölibat, von dem laut Daller nicht nur die Priester, sondern auch die Jungbauern betroffen sind.

Daller besang auch seinen Großvater, der klug genug war, ihm in diesen Krisenzeiten sein Gebiss zu vermachen. Doch auch mit Schnadahüpfi aus dem Stegreif wartete der junge Gstanzlsänger auf. Er ging von Tisch zu Tisch und da mussten einige "dran glauben", unter anderem eine Zuhörerin im roten Pullover. Daller klärte sie darüber auf, dass sie die falsche Farbe gewählt hätte, aber ihr Partner mit seinem roten Gesicht umso mehr zu ihr passe.

Die Stunden vergingen im Nu. Die Passagiere waren sich einig: "Bei der nächsten Volksmusikfahrt sind wir wieder mit von der Partie."

Rubriklistenbild: © pa

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