"Legio II Italica" und "II. Raetische Cohorte" schlugen ihr Lager auf

Seebruck in der Hand der Legionäre

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Die Legionäre der "Legio II Italica" und der "II. Raetischen Cohorte", den Donaurömern aus Parkstetten, freuten sich auf dem Vorplatz des Seebrucker Römermuseums über das gelungene Legionslager, das sich als wahrer Zuschauermagnet erwies.

Seebruck - Mit dem Legionslager auf dem Vorplatz des Römermuseums stand am Sonntag ein weiterer Höhepunkt der Seebrucker Römerwochen "Vivat Bedaium" an.

Auch wenn es ein wenig beschaulicher zuging als beim großen historischen Fest vor gut zwei Wochen, begaben sich wieder viele interessierte Besucher auf eine abwechslungsreiche Zeitreise in die Vor- und Frühgeschichte.

Zu den anwesenden römischen Legionären zählten die schwer bewaffneten Mitglieder der "Legio II Italica" um Klaus Horack und die extra aus dem niederbayerischen Parkstetten angereisten befreundeten Legionäre der "II. Raetischen Cohorte". Auch ein paar authentisch gewandete Römerinnen ließen sich das gemütliche Legionslager ihrer Männer nicht entgehen.

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Im Beisein des römischen Kaisers Claudius, dessen Büste seit 2004 den Museumsvorplatz ziert, weihten die leibhaftigen Bajuwaren Gerhard Würdinger, Agnes Würdinger und Susi Senftl vor der antiken Kastellmauer Jung und Alt in die Geheimnisse des Bogenschießens ein. Zum Einsatz kamen 16 bis 30 Pfund schwere Langbögen, asiatische Reiterbögen und moderne Bögen mit unterschiedlichen Zugstärken. "Mit diesen Bögen können Geschwindigkeiten von 34 Metern pro Sekunde erreicht werden", so das "Baios"-Stammesoberhaupt Gerhard Würdinger.

Legionär Manfred Mayer, der unlängst in voller Montur die "24 Stunden von Bayern" in Angriff genommen hatte, bereitete gegen Mittag leckere römische Pasten zu. Als Zutaten verwendete er schwarze Oliven, Knoblauch, Schafskäse, Rucola, Olivenöl, Pinienkerne und Parmesan. Geschmacklich verfeinert mit einer würzigen Fischsoße waren die Brotaufstriche ein wahrer Gaumenschmaus.

Gut gestärkt konnten die Gäste anschließend ihr geschichtliches Wissen noch bei einem Rundgang durch das Römermuseum vertiefen. Archäologin Andrea Krammer stand für nähere Auskünfte zur Verfügung.

Während beim Legionslager am Römermuseum schon vormittags reges Treiben herrschte, war auch die Besatzung des römischen Flusskriegschiffes "Victoria" im Segelhafen wieder den ganzen Tag im Dauereinsatz. Besonders viele Knoten wurden gegen Mittag erreicht, als man mit den Legionären der "II. Raetischen Cohorte" vor einem aufziehenden Gewittersturm "fliehen" musste. Das originalgetreu nachgebaute Schiff steht noch bis zum 22. Juli im Yachthafen für Publikumsfahrten zur Verfügung. Es sticht unter dem Kommando des Isinger Geschichtslehrers Marcus Altmann in See, wenn 14 bis 18 Teilnehmer selbst zum Ruder greifen wollen. Das Mindestalter beträgt 14 Jahre. Weitere Informationen und Anmeldung zu den "Victoria-Fahrten" bei der Tourist-Information unter Telefon 08667/7139. Matthias Ziereis zufolge können sich Interessierte an Samstagen und Sonntagen von 10.30 bis 12 Uhr und von 14.30 bis 16.30 Uhr am Seebrucker Yachthafen auch ohne Anmeldung in ein kostenloses antikes Chiemsee-Abenteuer stürzen.

Die Sonderausstellung "Galeeren, Schoner und Fregatten" wird am Freitag, 13. Juli, um 19.30 Uhr im Römermuseum in Seebruck eröffnet. "Der leidenschaftliche Chiemseesegler und Modellbauer Ludwig Oberauer aus Altenmarkt wird bis 2. September originalgetreue Nachbauten historischer Schiffe von der Antike bis zur Gegenwart zeigen", die er über viele Jahre hinweg in mühevoller Kleinarbeit erstellt habe, so Museumsleiter Dr. Alfons Regnauer.

mmü/Chiemgau-Zeitung

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