Neues Rathaus für Seebruck

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Seeon-Seebruck -  Gegen die Stimme von Franz Parzinger (FW) hat sich der Gemeinderat in seiner Sitzung dafür ausgesprochen, das alte Rathaus in Seebruck abzureißen und einen Neubau hinzustellen.

Gleichzeitig soll in dem neuen Gebäude, für das ein europaweiter Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden soll, die Tourist-Info integriert werden. Parzinger lehnte die Beschlussvorschläge deshalb ab, weil er grundsätzlich gegen eine Zusammenlegung der Verwaltung ist. Wie mehrfach berichtet, hat sich der Gemeinderat für eine Verwaltungszusammenlegung mit Sitz in Seebruck ausgesprochen. Die Gemeinde leistet sich seit über 30 Jahren mit dem Rathaus in Seebruck und der Dienststelle in Seeon (Standesamt) zwei Verwaltungsgebäude. Nach jahrelanger Diskussion soll die Dienststelle in Seeon aufgelöst und die Verwaltung in einem Gebäude zusammengeführt werden. Dieser Mehrheitsbeschluss stieß vor allem bei den Seeoner Bürgern auf massive Kritik (wir berichteten). Der Gemeinderat blieb jedoch bei seiner Entscheidung und sprach sich bei der Standortauswahl für Seebruck aus.

Die Diskussion, einen Neubau hinzustellen oder das alte Rathaus zu sanieren sowie die Tourist-Info mit zu integrieren, ist durch den aktuellen Mehrheitsbeschluss nun vom Tisch. Gleichzeitig soll nach dem Willen des Gemeinderats für das Neubauprojekt ein europaweites Wettbewerbsverfahren eingeläutet werden. Die EU-weite Ausschreibung, die nach Aussagen von Bürgermeister Konrad Glück aufgrund der Höhe der geschätzten Kosten gesetzlich auch erforderlich sei, dürfte etwa ein halbes Jahr in Anspruch nehmen.

Die von einem Münchner Architekten geschätzten Kosten für den Neubau mit Tourist-Information bewegen sich bei gut vier Millionen Euro. In diesen Kosten sind auch die Ausstattung und die Außenanlagen mit berücksichtigt. Eine Sanierung des Rathauses mit Erweiterungsbau und Tourist-Info käme laut einer Kostenschätzung unerheblich günstiger.

Nach Ansicht der CSU-Fraktion sei ein Neubau aus energetischer Sicht die bessere Wahl. Zum Architektenwettbewerb meinte die CSU, dass dieser zwar aufwendig sei, man darin aber auch die Chancen sehen sollte, die ein solches Verfahren biete. Die Freien Wähler sprachen sich ebenfalls für eine Integration der Tourist-Info, kritisierten allerdings die Mehrkosten, die durch die Integration der Tourist-Info entstehen und rund eine Million Euro ausmachen.

Arbeitsplätze werden nach Angaben von Glück nicht wegrationalisiert. Beim Bau, so der Bürgermeister weiter, gäbe es keine Freigabe für Luxusbauten. Es solle ein zeitgemäßer, sachgerechter Bau entstehen.

ga/Chiemgau Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa

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