Wo die Seeforellen zum Laichen zogen

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Das Mündungsdelta der Tiroler Ache ist das größte Binnendelta Europas und streng geschützt.

Chiemsee - Eine der vermutlich schönsten Rundwege am Chiemsee ist die nur etwa 6,4 Kilometer lange Tour auf der Halbinsel Lachsgang bei Übersee.

Sie beginnt am Parkplatz des Strandbades Übersee, den man am Ende des Sackweges, von Baumgarten kommend, erreicht.

Sie führt auf einem sehr schönen Fußweg nach Norden, zunächst am Rande des Strandbades entlang und dann auf einer Länge von etwa drei Kilometern unmittelbar am Chiemseeufer entlang. Im Schatten alter Bäume und Büsche, darunter sehr alte Silberweiden und Eichen, öffnet sich der Blick immer wieder auf den Chiemsee und die Wiesen der Halbinsel Lachsgang.

Der Name Lachsgang hat seinen Ursprung in der Fischerei. So zogen hier einmal, als der Mündungsbereich der Tiroler Ache noch im Bereich der heutigen Halbinsel Lachsgang verlief, die Seeforellen, auch Chiemsee-Lachse genannt, zum Laichen die Ache hinauf.

Während das westliche Seeufer für jedermann frei zugänglich ist, gehört das östliche Seeufer der Halbinsel bereits zur Kernzone des Naturschutzgebietes Mündung der Tiroler Ache, die nicht betreten oder mit Booten befahren werden darf.

Mit etwas Muße und natürlich Glück lassen sich auf dieser Tour vielfältige Naturbeobachtungen machen. Begegnungen mit einer Vielzahl von Wasservögeln, etwa dem unverkennbaren Haubentaucher, der sich gerne in der Nähe des Seeufers aufhält, oder ganzen Trupps von Graugänsen, die auf den Wiesen der Halbinsel nach Grünfutter suchen.

Etwa auf halber Strecke erreicht man am Ostufer der Halbinsel Lachsgang die malerisch gelegene Nikolauskapelle, die in der Mitte des vorigen Jahrhunderts anstelle einer alten Holzkapelle erbaut wurde. Gebaut und erneuert wurde sie von Bürgern aus Dankbarkeit für die glückliche Errettung aus Seenot. Die Votivtafeln im Innern der Kapelle erzählen hierüber.

Kurz danach trifft man auf die Hinweistafel zum "Beobachtungsturm Lachsgang", dessen Besuch sich lohnt. Von dort erhält man einen Einblick in das Mündungsdelta der Tiroler Ache, das zu den besonders wertvollen Zonen des Naturschutzgebietes gehört. Als international bedeutsames Rast- und Überwinterungsgebiet für Vögel genießt es unter Fachleuten und Hobbyornithologen einen magischen Ruf. Die sich am Mündungsdelta immer wieder neu bildenden Sand- und Schlickbänke sind ein einzigartiger Lebensraum für zahlreiche Watvögel.

Ausgestattet mit besonders langen Beinen und feinfühligen Schnäbeln, gehen sie im seichten Wasser auf Nahrungssuche. Fast immer kann man vom Beobachtungsturm Wasser- und Watvogelarten, wie zum Beispiel Kormorane, Brachvögel, Kiebitze oder verschiedenste Entenarten bei der Nahrungssuche oder ruhend beobachten. Alle Informationen über die Natur und die Vogelwelt erhält man direkt auf dem Beobachtungsturm. Ebenso steht zur kostenfreien Benutzung ein Fernrohr für die Beobachtung zur Verfügung.

Mehr im neuen Natur- und Kulturführer Chiemsee, der unter www.chiemgauerverlagshaus.de sowie im Buchhandel erhältlich ist.

re/Chiemgau-Zeitung

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