Sie sollen ausschließlich an Einheimische vermietet werden

Im ehemaligen „Harrecker Anwesen“ in Ischl sollen Wohnungen entstehen

Ischl Harrecker Anwesen
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Im ehemaligen „Harrecker Anwesen“ in Ischl in der Gemeinde Seeon-Seebruck sollen Wohnungen entstehen und ausschließlich an Einheimische vermietet werden. Während das Wohnhaus saniert wird, muss das Gewölbe des ehemaligen Stalles neu gebaut werden. Bauherr und Investor ist die Gemeinde Seeon-Seebruck.

Seeon-Seebruck - Ohne längere Diskussion hat der Gemeinderat am Montag in einer Sitzung im Bürgersaal in Truchtlaching die Stellungnahmen der Behörden abgesegnet, die im Zuge des Bauleitverfahrens des geplanten Wohnprojekts in Ischl in der Gemeindeverwaltung eingegangen sind:

Im Rahmen der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung gab es aber auch Einsprüche von Bürgern, die von einer „Zerstörung des Dorf-Charmes“ sprechen. Viele befürchten, dass das Projekt in dem geplanten Umfang und der damit verbundenen massiven Entwicklung durch den Zuzug von bis zu 60 Neubewohnern für den kleinen Ort nicht zumutbar wäre.

Bürgermeister Martin Bartlweber (FW) versuchte die Besorgnis der Bewohner zu zerstreuen, in dem er erklärte, dass das Projekt nicht abrupt, sondern in Abschnitten entwickelt werden soll. Auch Sepp Daxenberger (CSU) konnte die Einsprüche nachvollziehen: „Die Einsprüche sind schon o.k. , aber wo sollen wir hin?“ Damit wollte er zum Ausdruck bringen, dass die Gemeinde mit Baugrundtücken nicht gut bestückt sei. „Wir haben noch zwei bis drei baureife Grundstücke, aber dann ist es auch schon aus“, betonte er. Gott sei Dank habe sich der Gemeinderat einhellig für die Lösung in Ischl entschieden, die der Gemeinde die Möglichkeit biete, das Projekt selbst zu vermarkten, so Daxenberger.

Die Gemeinde, die das staatliche Wohnraumförderprogramm mit einer 30-prozentigen Förderung in Anspruch nehmen wird, hat sowohl als Bauherr als auch als Investor die Hand drauf. Darüber hinaus will man versuchen, durch die energetische Sanierung von Teilbauten noch weitere Fördermöglichkeiten abzugreifen. Auf Nachfrage teilte Bartlweber mit, dass der Förderantrag bei der Regierung von Oberbayern, die eine sehr detaillierte Planung fordere, im November eingereicht werden soll. Die Forderung von Gemeinderätin Michaela Losbichler (Grüne), Photovoltaik-Anlagen im Flächennutzungsplan festzuschreiben, sieht das Gemeindeoberhaupt etwas strittig: „Ich glaube, dass das bei diesem Vorhaben aus ortsplanerischen Gründen schwierig sein wird“, so Bartlweber. Die Anregung von Losbichler soll aber im sogenannten „Ischl-Gremium“ (Beraterteam des Gemeinderats) mit beraten werden. Grünensprecher Toni Mayer forderte, dass die Bewohner von Ischl bei der Entscheidung hinsichtlich der künftigen Nutzung des Bundwerktadels mit einbezogen werden sollten.

Das geplante Wohnprojekt sieht vor, in das bestehende Wohn- und Wirtschaftsgebäudes des „Harrecker-Hofes“, den die Gemeinde vor Jahren gekauft hat, insgesamt elf Wohnungen einzubauen. Die Wohnungen sollen ausschließlich an Einheimische vermietet werden. Während das Wohnhaus saniert wird, muss das Gewölbe des ehemaligen Stalles aufgrund seiner schlechten Bausubstanz neu aufgebaut werden. In das Gesamtensemble soll auch ein sogenannter Parkstadel integriert werden, in dem auch eine zentrale Energieversorgung in Form einer Hackschnitzelanlage diskutiert wird. Einig ist sich das Gremium auch darüber, dass der zum Gesamtensemble dazugehörige Bundwerkstadel in die Planung integriert werden soll. Zudem sind auf einem freien Grundstück ein Sechs- und ein Vier-Familien-Haus vorgesehen. Das Gesamtensemble soll sich dem bestehenden dörflichen Charakter anlehnen. Zunächst gilt es aber abzuwarten, ob das rund Sechs-Millionen Euro-Projekt auch gefördert wird. Sobald die Zusage da ist, soll ein Architektenwettbewerb ausgelobt werden. Auf Nachfrage von Gemeinderätin Manuela Kral (CSU) teilte Bartlweber mit, dass auf dem freien Grundstück voraussichtlich im nächsten Jahr mit dem Bauen begonnen werden könne.

ga

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