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Medizin-Student aus Seeon-Seebruck gründet Ukraine-Hilfe-NGO mit

„Inzwischen wohnen wir drei teils überwiegend an der ukrainischen Grenze!“

Von links: Markus Winter, Maximilian Holzhofer aus Seeon-Seebruck und Anna Lara Küchler von der Hilfsorganisation „First Aid, First Hand“.
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Von links: Markus Winter, Maximilian Holzhofer aus Seeon-Seebruck und Anna Lara Küchler von der Hilfsorganisation „First Aid, First Hand“.

Direkt vor Ort den unter dem Krieg in der Ukraine leidenden Menschen zu helfen, das hat sich Maximilian Holzhofer aus dem Ortsteil Truchtlaching von Seeon-Seebruck vorgenommen. Zusammen mit zwei weiteren Studenten hat er darum die Hilfsorganisation „First Aid, First Hand“ gegründet. Im Gespräch berichtet er von deren Arbeit und wie es zur Gründung kam.

Seeon-Seebruck/Wien – „Am Montag konnte unsere Mission ‚orphan child‘ erfolgreich abgeschlossen werden. Insgesamt 64 ukrainische Waisenkinder, teils mit schweren Behinderungen oder Vorerkrankungen, könnten erfolgreich medizinisch versorgt und nach Österreich evakuiert werden. Wir fuhren in einem Konvoi aus Bussen, begleitet von Rettungsfahrzeugen des Roten Kreuzes“, berichtet Maximilian Holzhofer, Mitbegründer der Hilfsorganisation „First Aid, First Hand“, „Zwischenzeitlich hatte es dabei auch eine Verzögerung gegeben, weil die Situation in der Ukraine den Transport unserer Schützlinge bremste, aber nun sind sie alle in Sicherheit und wohlbehalten. Das alles wäre nicht ohne unsere Partner, dem Verein ‚Kleine Herzen‘ und der ‚Vienna Mission for Ukraine‘ möglich gewesen!“

„Der Entschluss zur Gründung fiel eigentlich an dem Tag, als Putins Truppen in die Ukraine einmarschierten. Wir haben selbst keine persönlichen Verbindungen in die Ukraine, aber was dort geschieht verstößt gegen alle unsere Werte. Da war dieses unglaubliche Gefühl der Hilflosigkeit nur zusehen zu müssen und das starke Bedürfnis zu helfen bei uns dreien. Markus Winter, meine Freundin Anna Lara Küchler und ich haben beschlossen, unser bestmögliches zu tun, um den Menschen dort zu helfen und das Leid zu lindern“, erinnert sich Holzhofer. Er studiert an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg Medizin, ebenso Küchler an der Sigmund Freud PrivatUniversität (SFU) in Wien, Winter wiederum studiert Wirtschaftsrecht an der Wirtschaftsuniversität Wien. „Inzwischen wohnen wir drei teils überwiegend an der ukrainischen Grenze!“

Medizin-Student aus Seeon-Seebruck gründet Ukraine-Hilfsorganisation mit

„Natürlich gibt es auch all die großen Hilfsorganisationen und wenn diese einmal ihre Arbeit aufgenommen haben, leisten sie unglaublich wichtige und wertvolle Arbeit. Aber wir hoffen, auf Grund unserer geringeren Größe aber gleichzeitig erhöhten Flexibilität, eine wichtige ergänzende Rolle spielen zu können“, erläutert Holzhofer weiter, „Wir haben eine Menge Kontakte zu Ärzten und Kliniken, beispielsweise den Kreiskliniken der Landkreise Rosenheim und Traunstein und auch die Unterstützung der SFU hinter uns. Langfristig soll es auch eine dauerhafte Stelle einer ärztlichen Leitung bei uns geben. Aktuell haben wir 40 Ärzte, die uns bei unserer Arbeit unterstützen.“ So auch bei der jüngsten Mission zur Rettung der Waisenkinder: „Vom RoMed Klinikum Rosenheim haben mehrere Kolleginnen und Kollegen aus der Pädiatrie das Vorhaben unterstützt. Es wurde schnell ein Paket mit verschiedenen Medizinischen Artikeln und Arzneimitteln für die akute Versorgung bereitgestellt. Den Transport hat ein Assistenzarzt aus der Pädiatrie begleitet“, berichtet Romed-Pressesprecherin Elisabeth Siebeneicher.

Wie kann ich „First Aid, First Hand“ unterstützen?

Alle Informationen zu Spenden und Unterstützungsmöglichkeiten findet Ihr auf ihrer Website www.firstaid-firsthand.de

„Gleichzeitig haben wir inzwischen auch eine Menge Kontakte in die Ukraine selbst, zu den Leitungen von Krankenhäusern und Kinderheimen aufgebaut. Langfristig wollen wir gemeinsam mit Partner wie ‚Vienna Mission for Ukraine‘ eine ‚vehicle bridge‘ - eine Brücke aus Fahrzeugen in Betrieb halten, die Hilfsgüter in das Land bringt und auf dem Rückweg Menschen evakuiert“, fährt Holzhofer fort, „Denn weiterhin erreichen uns Hilferufe, das Kinder und verletzte Menschen Zuflucht und Schutz brauchen.“

Helfen schon immer wichtig - Schwieriger Weg zum Medizinstudium

„Dabei zu sein, zu helfen, war mir schon immer wichtig“, berichtet der 28-Jährige, „Eigentlich habe ich eine furchtbare, fast hypochondrische Angst vor Krankheit und Schmerz, habe dann aber beschlossen, das offensiv anzugehen.“ So sei es zu einem Engagement beim Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Traunreut gekommen. „So kam dann auch der Wunsch auf, Medizin zu studieren.“ Dies sei allerdings kein einfacher Weg gewesen. „Leider haben meine schulischen Noten nicht direkt für einen Studienplatz gereicht. Also galt es lange zu warten und zu suchen. Zwischenzeitlich dachte ich teilweise schon: ‚Das kanns nicht sein, schmeiß doch hin!‘ Aber schließlich habe ich von dem Quereinsteiger-Studienangebot der PMU in Salzburg erfahren und konnte einen von nur zwei freien Plätzen erhalten. Das war ein Meilenstein für mich!“

Nun gelte es, das Studium und die Arbeit in der Hilfsorganisation unter einen Hut zu bringen. „Das ist nicht immer einfach.“ Neben der unmittelbaren Hilfstätigkeit und Organisation gelte es auch, das Bewusstsein für den anhaltenden Krieg wach zu halten und Spenden zu sammeln. „Die meisten Menschen hierzulande bekommen das, zum Glück, nur über die Medien mit. Und wie wir alle wissen, schwindet früher oder später das Interesse, das liegt leider in der Natur der Sache. Aber wenn die oder der eine oder andere beispielsweise miterleben müsste, wie ein Flüchtlingskind sich verzweifelt weinend weigert, in den Evakuierungsbus einzusteigen, weil der Papa, der im Krieg ist, nicht da ist, wäre das sicher anders.“

hs

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