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Alzschleife bei Paddlern beliebt

Neues Konzept soll helfen: Parkplatzssituation in Seeon-Seebruck „außer Kontrolle“

Die Alzschleife ist bei Schlauchbootfahrern beliebt und einer der Gründe, warum Seeon-Seebruck so gut von Ausflüglern besucht ist und deshalb in Stoßzeiten mit viel Verkehr und Parknot kämpft.
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Die Alzschleife ist bei Schlauchbootfahrern beliebt und einer der Gründe, warum Seeon-Seebruck so gut von Ausflüglern besucht ist und deshalb in Stoßzeiten mit viel Verkehr und Parknot kämpft.

Mit höheren Parkgebühren und Kontrollen von „Parksündern“ versucht die Gemeinde Seeon-Seebruck die teils chaotischen Zustände in den Griff zu bekommen. Auch ein Shuttle-Bus und ein kostenloser Überlaufparkplatz sollen helfen.

Seeon-Seebruck – Der Gemeinderat verständigte sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig auf das neue Konzept, das ab Beginn der Sommersaison gilt. Die Änderungen sollen vor allem in der Hauptsaison die Verkehrssituation an den Wochenenden zu verbessern.

Bürgermeister Martin Bartlweber (FWS) sagte, dass in der Hochsaison vor allem wegen der Schlauchbootfahrer in Seebruck der Verkehr und die Parkplatzsituation außer Kontrolle gerate. Die Verwaltung habe sich Gedanken über Abhilfe gemacht.

Kostenloser Überlaufparkplatz

Zum einen schlug sie vor, auf einer Fläche der Gemeinde an der Abzweigung Richtung Burgham rund 200 Meter vom westlichen Ortschild von Seebruck entfernt, eine zusätzliche, kostenlose Parkfläche zu schaffen, die vorerst nur mit Kies befestigt werden soll. Nach Angaben des Bürgermeisters wäre die Naturschutzbehörde grundsätzlich damit einverstanden. Die Antworten des Wasserwirtschaftsamtes und der Verkehrsbehörden stünden noch aus.

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Auf Nachfrage von Franz Wörndl (CSU) erklärte der Bürgermeister, dass für die Ertüchtigung der Flächen 50 000 Euro im Haushalt eingeplant worden seien. Um das ganze so kostengünstig wie möglich zu halten, sollen die Arbeiten hauptsächlich vom Bauhof ausgeführt werden.

Buskarten kosten ein bis drei Euro

Die Kosten für den Shuttle-Bus mit 17 Sitzen liegen nach den Berechnungen der Verwaltung pro Einsatztag Netto bei 370 Euro. Das Busticket für Erwachsene soll drei Euro kosten; Kinder bis 14 Jahre zahlen pro Fahrt einen Euro. Bei Vorlage eines Tagestickets für die Parkplätze, sind die Shuttle-Fahrten kostenlos.

Während der Hauptsaison soll an den Wochenenden die Haushoferstraße in Seebruck mit einer Einbahnregelung (Einfahrt Graben – Ausfahrt Minigolfplatz) entlastet werden. Nach Angaben der Verwaltung sei die Regelung mit der Polizeiinspektion Trostberg bereits abgesprochen worden.

Verbotsschilder für Wohnmobile am Seebrucker Hafen

Weiter sollen vier neue Parkscheinautomaten aufgestellt werden. Unter anderem an den Parkplätzen Am Anger und Am Seefeld. Die Kosten für die Automaten liegen laut Verwaltung bei 15 000 Euro. Am Seebrucker Hafen sollen auch vermehrt Verbotsschilder für Wohnmobile und Campingfahrzeuge angebracht werden mit dem Hinweis auf die neue Parkfläche bei der Abzweigung nach Burgham.

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Weiter teilte Bartlweber mit, dass die Kontrollzeiten der Verkehrsüberwachung erweitert werden. Mit dem Dienstleister für kommunale Verkehrsüberwachung aus Trostberg sei vereinbart worden, dass heuer punktuell Einsätze am frühen Morgen und am Abend durchgeführt werden.

Viel Werbung für den Shuttle-Bus gefordert

„Der Shuttle-Bus muss unbedingt beworben werden“, beantragte nicht nur Michaela Losbichler (Grüne). Sie erkundigte sich danach, ob es nicht möglich wäre, den Parkplatz zum Beispiel als Schotterrasen anzulegen. Nach Auffassung des Bürgermeisters sollte der Parkplatz aber zunächst mit einfachen Mitteln provisorisch hergestellt werden. „Sollte er sich bewähren, kann man in zwei oder drei Jahren immer noch über eine andere Befestigung nachdenken“, so Bartlweber.

Diese Meinung vertrat auch Stefan Berger (CSU): „Wir sollten es auf alle Fälle probieren und wenn es funktioniert, können wir den Parkplatz weiter ausbauen“.

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Die Dritte Bürgermeisterin Dr. Christine Kosanovic (FW) sprach sich für eine dauerhafte Anlegung der geplanten Parkfläche aus. Sie begrüße das Vorhaben, aber auch angesichts des boomenden Fahrradtourismus´ sei es wichtig, gezielt und nicht nur für die Bootsfahrer dauerhaft Parkplätze vorzuhalten.

Keine eigene Fläche in Seeon

Angelika Wolferstetter (Grüne) könnte sich das geplante Projekt auch für Seeon vorstellen: „Ist in Seeon in dieser Richtung auch was angedacht?“ In Seeon verfüge die Gemeinde über keine eigenen Flächen, so Bartlweber.

Shuttle-Bus:

In Verbindung mit dem kostenlosen Überlaufparkplatz soll im Juli und August an den Wochenenden und Feiertagen von 9 bis 16 Uhr ein Shuttle-Service eingerichtet werden. Für die Bootsfahrer, die auf der Alz nach Truchtlaching schippern, würde das bedeuten, dass sie nur ein Auto bräuchten, weil sie mit dem Shuttle-Bus nach der Bootspartie wieder zurück nach Seebruck fahren könnten.

In der Praxis sieht das so aus: Der Besucher lädt sein Boot an der Anlegestelle in Seebruck (Haushoferstraße) aus, fährt zum Übergangsparkplatz und parkt dort sein Auto. Überdies können die Besucher auch mit dem Shuttle-Bus zu den Strandbädern nach Seeon und Truchtlaching und wieder zurück nach Seebruck fahren. Bürgermeister Martin Bartlweber (FWS) dazu: „Wir wollen damit einen Anreiz schaffen. Ob es uns gelingt, kann man aber frühestens nach zwei Saisonen sagen.“

Parktickets für die Gäste werden teurer:

Wegen des deutlich gestiegenen Verkehrsaufkommens, verbunden mit höheren Kosten für die Pflege, Abfallentsorgung und Instandhaltung der Parkplätze, trug der Gemeinderat einmütig die Anregung der Verwaltung mit, die Parkplatzgebühren an den Automaten anzupassen. Drei Stunden parken kostet künftig drei Euro und jede weitere Stunde einen Euro. Bisher wurde für vier Parkstunden 2,50 Euro verlangt und für jede weitere 50 Cent.

Neu ist ein Tagesticket, das für zehn Euro erworben werden kann.

Dauerparkscheine für Segler und Auswärtige kosten künftig 50 Euro (bisher 40 Euro), Mitglieder des Regattavereins zahlen 40 Euro. Um zehn auf 40 Euro erhöht werden die zeitlich begrenzten Dauerparkscheine für die Badegäste, während die Dauerparkscheine für Einheimische (bisher 30 Euro) um fünf Euro günstiger werden. Nach Angaben der Verwaltung lagen die Einnahmen der im Moment acht bestehenden Parkscheinautomaten im vergangenen Jahr bei 150 000 Euro. Hinzu kommen noch die Einnahmen aus dem Verkauf von Dauerparkscheinen in Höhe von 16 700 Euro. Anhand einer Aufschlüsselung der Einnahmen der letzten fünf Jahre ist ersichtlich, dass Jahr für Jahr mehr Besucher in die Chiemsee-Gemeinde kommen. 2018 lagen die Einnahmen der Parkscheinautomaten bei 83 000 Euro und 2019 bei knapp 89 000 Euro.

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