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Fragen und Antworten auf dem Bürger-Infoabend

Teilsanierung Alzbrücke: Was die Seebrucker freut - und was sie vermissen 

Bürger-Infoabend zur Teilsanierung Alzbrücke Seebruck
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Über 60 Seebrucker kamen zum Bürger-Infoabend am 12. Oktober zur Teilsanierung Alzbrücke Seebruck ins Strandbad.

Seit Jahren beschäftigt die Seebrucker die Frage, wie es mit der maroden Alzbrücke in der Chiemseegemeinde weitergeht. Mittlerweile gibt es konkrete Pläne, die nun der Öffentlichkeit vorgestellt wurden – und von vielen kritischen Fragen seitens der Seebrucker begleitet wurde. 

Seebruck - Neben Bürgermeister Martin Bartlweber waren unter anderem Florian Paukner und Peter Maltan als Vertreter des Staatlichen Bauamts Traunstein vor Ort, um rund 60 interessierten Seebruckern im Strandbad über die anstehende Teilsanierung der Alzbrücke zu informieren. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

Wie viel kostet die Teilsanierung der Alzbrücke?

Die Vergabesumme liege Paukner zufolge bei 4,5 Millionen Euro. Details zum Bauvorhaben finden Interessierte auf der Homepage des Staatlichen Bauamts Traunstein.

Klares „Ja“ für 40-Tonner nach Sanierung?

An erster Stelle stand die Frage nach dem Schwerlastverkehr: Dürfen Sattel- und Lastzüge über 40 Tonnen nach der Sanierung wieder die Brücke passieren oder wäre es für den Ort nicht eher eine Entlastung, wenn die Brücke weiterhin auf 12 Tonnen beschränkt bliebe?

Diese Frage einer Dame konnte Paukner mit einem klaren „Ja“ beantworten und bezog sich auf die neue Brückenklassik 30 (vorher 24), auf der Schwerlastverkehr über 40 Tonnen regelrecht fahren. „Am Durchgangsverkehr ändert sich nichts, das ist die Aufgabe einer Staatstraße und die muss für jeglichen normalen Verkehr nutzbar sein. Die Beschränkung auf 12 Tonnen war zuletzt dem maroden Brückenzustand geschuldet.“

Unmut über Umleitungsverkehr und „Schleichweg-Fahrer“

Mehrere Bürger zeigten sich schon vorab verärgert ob der Umleitung. Sie fürchten vermehrt Schleichwegverkehr. „Wir hatten bereits vier Mal eine Umleitung, aber keine über mehrere Monate hinweg“, erklärte eine Dame. „Das wird genauso, dass es keinen interessiert, wo die offizielle Umleitung ist. Wie wollen Sie das bewerkstellen, dass beispielsweise Truchtlaching einigermaßen durch dieses Dreivierteljahr kommt? Die Leute sind es leid und es muss gewährleistet sein, dass das Ganze funktioniert.“

Paukner gab der Dame Recht: „Das darf so nicht sein und für Kontrollen sind auch die Straßenverkehrsbehörde sowie die Polizei gefragt. Ich bin ehrlich: Es wird zu Problemen kommen und auch Schleichwegverkehr wird sich einstellen. Leider fehlt uns die Handhabe, wir können nur ausschildern, garantieren können wir nichts.“ Dabei werde die Umleitungsstrecke in die modernen Navigationsgeräte eingepflegt, sodass die Sperrung der Staatstraße 2095 über die Alzbrücke ersichtlich sein müsste.

Unterführung Radweg technisch nicht machbar?

Die nächste Frage bezog sich auf den Radweg, der künftig auf der nördlichen Seite an der Haushoferstraße vorbeiführen wird. Es sei einmal die Rede von einer Unterführung für den Radwegverkehr gewesen sein. Ob das das technisch nicht möglich gewesen wäre, wollte ein Seebrucker wissen.

Paukner konnte die Antwort nicht klar beantworten: „Jein, wir konnten sowas gar nicht untersuchen weil gewichtige Gründe dagegen sprechen. Wir hätten einen Grunderwerb gebraucht und im Zuge dessen in ein Rechtsverfahren einsteigen müssen, was Jahre nach sich ziehen kann - minimal fünf bis sechs. Und ich traue mir nicht zu sagen, dass die Brücke in fünf bis sechs Jahren noch Bestand hat.“ Diverse Alternativen seien zwar geprüft worden, doch in der Realität hätten diese nicht funktioniert.

Warum nicht gleich ein kompletter Neubau?

Ein weiterer Bürger erkundigte sich nach der Nutzungsdauer und wollte wissen, warum nur Einzelteile ausgetauscht werden und nicht gleich ein ganzer Neubau der Brücke erfolgt, der mindestens 50 Jahre hält?

Paukner erläuterte, man könne darauf vertrauen, dass die Brücke einen Nutzungszeitraum von 15+x-Jahren überdauere: „Die Brücke hält sicher auch länger als 15, 20 oder 30 Jahre. Wir haben einen Planungsauftrag und der lautet: Das Bauwerk an Ort und Stelle so instand setzen, dass es mindestens die nächsten 15 Jahre dem Verkehr statthält.“ Darüber hinaus laufen die Pläne zum Bau einer Entlastungsspange parallel.

Rückstaus rund um die Alzbrücke wegen Ampelanlage?

Ein anderer Seebrucker sah die Ergebnisse der Verkehrszählung mit Skepsis: „Die Verkehrszählung gibt meiner Meinung nach ein falsches Bild - was ist, wenn eine Gruppe an Radler kommt? Der Radverkehr verdichtet sich doch und führt zu Rückstaus.“ Gerade auch für das Hotel Wassermann sehe ein anderer Bürger Rückstaus kommen, die „massive Probleme“ nach sich ziehen würden: „Es hätte eine Untertunnelung gebraucht, die Ampel bremst den Verkehrsfluss nur und es wird zu enormen Staubildungen kommen.“

Maltan unterstrich daraufhin die Leistungsfähigkeit für Spitzenverkehrszeiten wie Sonntagmittag, die dank der Ampelanlage künftig statt mir dem schlechten Wert E mit einer guten Qualitätsstufe B bewertet werden könne: „Ich denke schon, dass wir ein relativ gutes Bild aus diesen vier Tagen bekommen haben, was den Verkehrsfluss und die Spitzenzeiten anbelangt. Im Wesentlichen geht es um die Verkehrssicherheit und in dem Fall müssen wir immer eine Abwägung treffen, wie wir die Verkehrsteilnehmer sicher über die Straße bringen. Wir gehen nicht von größeren Stauungen aus.“

Sanierung der Traunsteiner Straße im Zuge der Alzbrücken-Sanierung?

Eine Seebruckerin wollte wissen, ob es auch angedacht ist im Ortskern Seebruck neu zu teeren, wenn die Alzbrücke ohnehin saniert werde? Gerade die Traunsteiner Straße sei teils schon sehr marode und so bräuchte man nur eine Sperrung. Paukner versprach, sich das anzusehen und zu prüfen.

Gibt es Erschütterungen durch die Baustelle für Anlieger?

Eine direkte Anliegerin des Hotels Wassermann war besorgt ob möglicher Erschütterungen im Zuge der Baustelle. Paukner erklärte ganz ohne gehe es natürlich nicht, aber es werde Beweissicherungen an umliegenden Gebäude bis circa 50 Meter neben der Eingriffstelle geben und im Zweifel gebe es eine Beweissicherung mehr.

Wie wird mit Parkplätzen verfahren?

Ein weiterer Seebrucker wollte wissen, wie sich die Bauarbeiten für die Parkflächen für Alzfahrer insbesondere im Sommer auswirken. Bürgermeister Bartlweber erklärte, es habe bereits Vorbesprechungen mit Anliegern und Gewerbetreibenden seitens der Gemeinde gebeben. Eine Initiative beschäftige sich nur mit Parken. Speziell die Bootsablegestelle solle zur Verfügung stehen für touristisch Nutzung. Darüber hinaus wolle man mit der Baufima Alternativen anbieten.

Was passiert mit dem Baum in der Alz?

Der Bürgermeister betonte auf Nachfrage eines Seebruckers, die in die Alz gestürzte Silberweide werde entfernt. Die Gemeinde habe ihren Unmut gegenüber dem Wasserwirtschaftsamt bereits kundgetan und im Zuge der Baustelle würde sich anbieten, den Baum rauszunehmen. „Auch für mich ist das nicht nachvollziehbar und nicht schön, dass der da drin liegt.“ Paukner ergänzte, man habe nicht ermessen, ob der Baum für die Arbeiten ein Hindernis darstelle, wolle jedoch an die entsprechenden Behörden appellieren.

In welchem Zeitraum finden die Arbeiten statt?

Die Abbrucharbeiten pausieren am Wochenende und nachts, kann Paukner abschließend bestätigen.

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mb

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