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Bund Naturschutz

„Lichtverschmutzung reduzieren!“

Dieser Parkplatz in Seebruck ist die ganze Nacht beleuchtet,
er befindet sich in einem sensiblen Bereich in Seenähe.
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Dieser Parkplatz in Seebruck ist die ganze Nacht beleuchtet, er befindet sich in einem sensiblen Bereich in Seenähe.

Mitte Oktober organisierte die Ortsgruppe Seeon-Seebruck-Truchtlaching einen Vortrag des Physikers Manuel Philipp zum Thema „Lichtverschmutzung“. Manuel Philipp ist Gründer von „Paten der Nacht“, einer Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Lichtverschmutzung zu verringern und Mensch und Natur vor ihr schützen.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Seeon-Seebruck/Truchtlaching - „Nach Sonnenuntergang schalten wir die Lichter an. Unmengen von Licht strahlen nutzlos in Richtung Himmel und bilden durch Streueffekte Lichtglocken über besiedelten Gebieten, die teilweise hunderte von Kilometern leuchten“, so Manuel Philipp. Menschen werden dadurch in ihrer Nachtruhe gestört, bei Pflanzen kommt es zur Störung des jahreszeitlichen Rhythmus. Über 100 Milliarden Insekten sterben jeden Sommer an Deutschlands Straßenlaternen. Manuel Philipp setzt sich für konkrete Kriterien ein: Lichtintensität, Lichtfarbe, Montagehöhe sowie Dauer und Notwendigkeit von Außenbeleuchtung sollen kritisch gemessen und geprüft werden.

Richard Gruber, erster Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Seeon-Seebruck-Truchtlaching, hatte bei der letzten Bürgerversammlung einen schriftlichen Antrag zur Reduzierung der Lichtverschmutzung in Seeon-Seebruck gestellt. Er wendet sich nun erneut an den Bürgermeister, die neue Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Regina Mayer sowie den Gemeinderat und bittet, das Thema im Frühjahr 2022 bei einer öffentlichen Sitzung zu behandeln. Dabei geht es um konkrete Maßnahmen und Planungen im Bereich der Straßenbeleuchtung sowie allgemeine Vorkehrungen zur Lichtreduzierung. Schon seit dem 1. August 2019 gelten für Lichtemissionen neue Vorschriften des Bayr. Natur- und Immissionsschutzgesetzes. „Das Gesetz enthält klare Vorgaben dazu, wie sich die Lichtverschmutzung zum Schutz von Mensch und Natur verringern lässt“, so Richard Gruber.

Jede Gemeinde sei jetzt gefordert, die Vorgaben möglichst gut umzusetzen. Prof. Dr. Kai Frobel vom Bund Naturschutz Bayern in einer Pressemitteilung: „Nicht jede Beleuchtung im öffentlichen Raum ist notwendig. Licht sollte nur dorthin gelangen, wo auch etwas beleuchtet werden muss, wünschenswert sind Leuchten mit begrenztem Abstrahlwinkel, an besten zum Boden gerichtet damit sie nicht in ökologisch sensible Räume strahlen. Die deutlich geringste Anlockwirkung für Insekten zeigen warmweiße LED-Lampen. Für umweltgerechten Betrieb sind Zeitschaltungen gefragt, nicht jede Laterne und jeder Scheinwerfer muss die ganze Nacht an sein.

Einige Kommunen in Bayern haben bereits damit begonnen, nach Mitternacht die Straßenbeleuchtung abzuschalten oder zu reduzieren. Auf Sportplätzen sollte das Flutlicht erst kurz vor dem Spiel ein- und danach sofort wieder ausgeschaltet werden“. „Es liegt jetzt an uns, aktiv zu werden und die Lichtverschmutzung zu reduzieren–gemeinsam mit den Bürgern und der Gemeinde. Wir wünschen uns eine gute Diskussion und Zusammenarbeit für diese wichtige Aufgabe“, so Richard Gruber.

Pressemitteilung Regine Pahl

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