Alte Brücke dann nur noch für Fußgänger

Also doch: Umfahrung und Brücke durchs Naturschutzgebiet sollen her

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Blick über die Alz und die bestehende Brücke: Rund 200 Meter weiter nördlich soll die neue Brücke entstehen, hier rot eingezeichnet. 
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Seeon-Seebruck - Die alte Brücke über die Alz ist kaputt, für eine neue dort zu wenig Platz - jetzt wird doch an der Lösung einer zweiten Alzbrücke geplant. 

Bei einer Diskussionsveranstaltung stellten am Montag Regierung, Staatliches Bauamt und Architekten ihre Pläne für Seebruck vor: Rund 200 Meter nördlich der bestehenden Brücke soll eine neue Brücke gebaut werden, die dort an die "Reimer Kurve" anschließt, berichtet das Trostberger Tagblatt. Man rechnet mit einem Baubeginn in zehn Jahren, einer Bauzeit von fünf Jahren und Kosten von etwa 15 Millionen Euro.

Alte Brücke sanieren und langfristig für Autos sperren

Die alte Alzbrücke soll im Gegenzug repariert werden. Wie das Trostberger Tagblatt schreibt ist die Erneuerung für das Jahr 2021 vorgesehen und könnte ein gutes halbes Jahr dauern. Wenn die neue Alzbrücke gebaut ist, soll die alte für Autos gesperrt werden. Sie stammt aus dem Jahr 1933, ist stark verrostet und musste immer wieder für Schwerverkehr gesperrt werden.

Etwa hier soll die neue Straße mit der zweiten Alzbrücke verlaufen. 
Dunkelrot schraffiert hier das eigentlich geschützte FFH-Gebiet.

Die neue Alzbrücke nördlich der bestehenden führt durch ein Natur- und Landschaftsschutzgebiet nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Gebiet): "Einmal muss das FFH-Gebiet durchschnitten werden", so Regierungsbaumeister Bernhard Landbrecht auf der Info-Veranstaltung in Seebruck laut Trostberger Tagblatt. Vom Tisch ist jetzt dagegen eine großräumige Umfahrung von Seebruck. Mit der geplanten Umgehungsstraße zur neuen Brücke sollen nur die Ortsteile Graben und das Zentrum entlastet werden. 

Langes Hin und Her in den vergangenen Jahren

Bereits bei den Überlegungen zu einer zweiten Alzbrücke vor einigen Jahren bildete sich Widerstand im Ort, Protestplakaten wurden aufgehängt. Im Mai 2017 resignierte dann Bürgermeister Bernd Ruth und der Gemeinderat: Man verabschiedete sich vom Gedanken einer zweiten Alzbrücke, weil die Unterstützung aus der Bevölkerung und der überörtlichen Behörden fehlte. Auch der Kaufpreis für das benötigte Grundstücke schien sehr hoch.

Solche Protestplakate "zierten" in den vergangenen Jahren den Ort. 

Das Staatliche Bauamt Traunstein stellte im Sommer 2018 schließlich vier Varianten für einen Brückenneubau vor, mit denen der Gemeinderat rundweg unzufrieden war. In der Diskussion rückte ein Brückenneubau rund 200 Meter weiter nördlich dann doch wieder in den Fokus des Gemeinderates - die Mehrheit hielt an diesem Gedanken fest. Heuer im Februar brachten erneute Gespräche zwischen Verkehrsministerium, Landrat, Staatlichem Bauamt und Bürgermeister dann den Durchbruch für die sogenannte Variante C1 - eine kleine Umfahrung und eine neue Brücke. 

xe

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