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Verkehrszählung in Seebruck:

Zu Spitzenzeiten fast 1400 Fahrzeuge pro Stunde auf Alzbrücke

Verkehr Alzbrücke in Seebruck
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Maximal 12-Tonner dürfen die Alzbrücke in Seebruck noch überqueren. Daran aber hält sich kaum jemand, wie eine Verkehrszählung nun offenbarte.

Ein Monitoring des Staatlichen Bauamts bestätigt, was viele insgeheim schon ahnten: Zu viele Fahrzeuge belagern tagtäglich die Alzbrücke in Seebruck. Eine Verkehrszählung im Herbst 2020 brachte die ungeschminkte Wahrheit ans Licht.

Seebruck - Touristen zu Fuß und auf dem Rad, Ausflügler auf der Durchfahrt aus Nachbarlandkreisen, Schwerlastverkehr - An vier Tagen Anfang September vergangenen Jahres, als die Pandemie wieder mehr Leben auf den Straßen zuließ, wurde der Verkehr auf der Alzbrücke in Bewegtbildern festgehalten.

Verkehrszählung in warmer September-Woche

Die Ergebnisse erschreckten selbst die Fachleute vom Staatlichen Bauamt, die diese auf dem Bürger-Informationsabend am 12. Oktober im Strandbad Seebruck Gemeindeoberhaupt Bartlweber, Vertretern des Gemeinderats sowie rund 60 interessierten Bürgern präsentierten.

Gemessen wurde an folgenden Tagen in einer sonnigen und warmen September-Woche, um herauszufinden, wie sich die Situation insbesondere bei schönem Wetter darstellt.

  • Donnerstag, 10. September, von 6 bis 9 Uhr, 12 bis 14 Uhr und 15 bis 19 Uhr
  • Freitag, 11. September, von 10 bis 16 Uhr
  • Samstag, 12. September, von von 10 bis 16 Uhr
  • Sonntag, 13. September, von 6 bis 9, 12 bis 14 und 15 bis 19 Uhr

Die Ergebnisse offenbarten am Knotenpunkt eins, der Messstelle am Hotel Wassermann, eine Verkehrsspitze am Sonntagmittag mit 1395 Autos pro Stunde und 484 Radfahrern/Fußgängern pro Stunde.

An der zweiten Messstelle an der Brücke ergab sich ebenfalls Sonntagmittag ein Spitzenwert von 1321 Autos pro Stunde und 539 Radfahrern/Fußgängern pro Stunde.

Peter Maltan vom Staatlichen Bauamt Traunstein (rechts) neben seinem Kollegen Florian Paukner und Seebrucks Bürgermeister Martin Bartlweber.

„Durch die Zählung bekamen wir ein gutes Licht auf die Situation auf der Alzbrücke Seebruck, das uns leider eine traurige Wahrheit präsentiert“, erläuterte Florian Paukner und sein Kollege Peter Maltan ergänzte: „Diese Zahlen sind bedenklich. Da ist was geboten an Verkehr.“

12-Tonnen-Beschränkung wird ignoriert

Ein Gesichtspunkt, der den Vertretern des Bauamts sauer aufstieß: Die Beschränkung auf 12 Tonnagen „interessiert niemanden“ - regelmäßige Fahrten mit Lkw von über 12 Tonnen haben nicht abgenommen. In Zahlen: Mehr als 150 Prozent. missachten die Beschränkung auf der Brücke.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt der maroden Brücke ein nicht ungefährliches Unterfangen. Aufgrund der maroden Zustände des Bauwerks könne man Fahrzeugen über 12 Tonnen keine vollumfängliche Verkehrssicherheit mehr gewährleisten.

Unvorsichtiges Verhalten: Erhöhtes Unfallpotential für Radfahrer und Fußgänger

Stichpunkt Verkehrssicherheit: Die Aufzeichnungen der Kamera lassen darüber hinaus „bedenkliche Situationen“ erkennen, wie Maltan fortfuhr: „Im Rahmen der Videozählung wurde neben der Anzahl an Radfahrern und Fußgängern auch deren Verhalten ermittelt, insbesondere an der Westseite. Hier ergeben sich teilweise bedenkliche Fahrwege.

Demnach würden rund 20 Prozent „nicht konforme Wege wählen“, die nicht der Straßenverkehrsordnung entsprechen und so ein erhöhtes Unfallpotential aufweisen. „Die Sicherheit steht über allem und wenn ich mir das hier ansehe, stelle ich das in Verbindung mit hohem Verkehrsaufkommen deutlich in Frage.“

Das Verhalten der Verkehrsteilnehmer auf der Alzbrücke Seebruck, festgehalten via Kameras im Rahmen einer Verkehrszählung.

Verkehrsqualität: Zweitschlechteste Qualitätsstufen

Um die Verkehrsqualität zu ermitteln, gibt es die Qualitätsstufen A bis F. Laut Gutachten wurde am Knotenpunkt ein eine unzureichende Qualitätsstufe E erreicht, F gilt als schlechteste Stufe. Hier liege die Problematik beim Linkseinbiegen vom Jakob-Weyerer-Platz in die Traunsteiner Straße.

An der östlichen zweiten Messstelle habe man ebenfalls den Wert E ermittelt, hier stelle sich die kritische Lage durch das Linkseinbiegen von der Haushofer Straße in die Traunsteiner Straße dar.

Deshalb werde man im Zuge der Teilsanierung der Alzbrücke, die im November startet, eine Ampelanlage an beiden Enden der Brücke anbringen. Diese soll die wesentliche Verkehrssicherheit für Radler und Fußgänger, die die Staatstraße 2095 im Bereich Jakob-Weyerer-Platz queren wollen verbessern, für einen optimalen Verkehrsfluss aus der Richtung Römerstraße/Jakob-Weyerer-Platz durch ein Vorsignal für den motorisierten Verkehr sorgen, da dieser angehalten wird und die Straße sicher gequert werden kann.

Von Qualitätsstufe E auf B - dank Ampel?

Durch die Ampel könne die Leistungsfähigkeit für Spitzenverkehrszeiten wie an einem Sonntagmittag mit einer guten Qualitätsstufe B bewertet werden. Außerdem führe sie nicht zu „wesentlicher Staubildung“, sind die Vertreter des Bauamts überzeugt.

Wie Bürgermeister Bartlweber und die beiden Vertreter des Staatlichen Bauamts nach der Vorstellung der Teilsanierung der Alzbrücke und der Präsentation der Ergebnisse der Verkehrszählung im Herbst 2020 auf die Fragen der rund 60 Bürger reagierten, lesen Sie in einem gesonderten Artikel

mb

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