Jahresversammlung des Wasserbeschaffungsverbandes

Seebrucker Wasserpreis steigt um 30 Cent pro Kubikmeter

Seeon-Seebruck - In der Jahresversammlung des Wasserbeschaffungsverbandes Seebruck im Restaurant Hafenwirt in Seebruck wählten die anwesenden Verbandsmitglieder den bisherigen stellvertretenden Vorstandsvorsteher Rupert Hartl einstimmig zum neuen Vorstandsvorsitzenden.

Hartl führte in den vergangenen beiden Jahren für seinen erkrankten und mittlerweile verstorbenen Vorgänger Alois Daxenberger bereits die Geschäfte. Daxenberger hatte der Vorstandschaft seit 1971 angehört, fungierte zunächst als Stellvertreter und ab 2001 als Verbandsvorsteher. Zu Beisitzern gewählt wurden Albert Lex senior, der Hartl im Vorjahr als stellvertretender Vorstandsvorsitzender zur Seite stand, Ludwig Fenzl, Herbert Klausner, Michael Gissibl, Hubert Auracher, Josef Heistracher, Alois Neumeyer junior und Andreas Schlögl. 

Wer in den kommenden fünf Jahren das Amt des stellvertretenden Verbandsvorstehers übernimmt, wird intern geklärt. Aus der Vorstandschaft ausgeschieden sind Anton Mayer (nach 41 Jahren), Walter Stalder (34), Hans Gissibl (26) und Helga Keppner, die von 1984 bis 1999 im Büro und dann in der Vorstandschaft tätig war.

Verbrauchsgebühr steigt zum 1. Januar

Im Zuge der Überprüfung des Haushalts, der laufenden Kosten und der einmaligen Ausgaben für die Saugbehältersanierung sei klar geworden, dass eine Finanzierung allein durch die jährlichen Einnahmen nicht möglich gewesen wäre, so Hartl in seinem Vorstandsbericht. Man habe deshalb entschieden, die Wassergebühren zu erhöhen und einen 100.000 Euro-Kredit zu beantragen. 

Während die Grundgebühr von 33,75 Euro pro Wohneinheit unverändert bleibe, steige die Verbrauchsgebühr zum 1. Januar 2018 von 0,60 Euro auf 0,90 Euro pro Kubikmeter, so Hartl. Die Preissteigerung erhöhe die Jahreseinnahmen um zirka 30.000 Euro und führe zu einem ausgeglichenen Haushalt 2018. Der durchschnittliche Wasserpreis steige demnach bei einer Gesamtmenge von 96.531 Kubikmetern von 1,48 Euro auf 1,78 Euro pro Kubikmeter. Zuletzt war der Wasserpreis von 2015 auf 2016 um sechs Cent gestiegen. 

„Höhere Gebühren sind nie ein Anlass zur Freude, aber für die Zukunft unseres Verbandes überlebenswichtig, um notwendige Investitionen in das Leitungsnetz tätigen zu können“, so Hartl. Die kostendeckenden Einnahmen seien indes die Voraussetzung für die Genehmigung des Haushalts durch das Landratsamt Traunstein gewesen und ohne ausgeglichenen Haushalt wäre auch die Kreditaufnahme nicht genehmigt worden.

"Sehr gute Wasserqualität"

„Der Nitratwert liegt aktuell bei 6,7 Milligramm/Liter im Mischwasser und unser Höchstwert bei 9,1 Milligramm/Liter beim Brunnen 2. Die etwas gestiegenen Nitratwerte sind somit noch weit entfernt vom Grenzwert 50 Milligramm pro Liter“, betonte Hartl und sprach von einer „sehr guten Wasserqualität“.

 Die Spuren von Eisen und Mangan seien für die Bürger unbedenklich aber für die Rohrleitungen zu hoch, weshalb man eine Enteisenungsanlage installiert habe. Die Wasserverluste stiegen von neun (2015) auf 13 Prozent (2016). „Wir haben ständig ein Auge auf die Werte und auch Rohrbrüche repariert, aber es sind wohl noch kleine Undichtigkeiten im Netz“, so Hartl. Er appellierte, sich zu melden, falls etwas auffalle.

GTB neuer Wasserwart

„Die Nachfolgersuche für unseren scheidenden Wasserwart Walter Stalder fiel zwischen den zwei verbleibenden Kandidaten Martin Klausner und der Firma GTB auf die GTB unter der Leitung von Herrn Otto Zach und Dr. Josef Döllerer“, so Hartl. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, der Beschluss sei aber im April von der Vorstandschaft einstimmig gefasst worden. Als ausschlaggebende Punkte nannte Hartl „den Bereitschaftsdienst, tägliche Kontrolle, Ausfallsicherheit und die Möglichkeit einer kurzfristigen, jährlichen Vertragsbindung“. 

Die GTB habe die Arbeit bereits am 1. Oktober aufgenommen und sei zuständig für die Rufbereitschaft, die täglichen Messwertkontrollen, die routinemäßigen Trinkwasseruntersuchungen, die drei Notverbundübergabestellen, die Druckerhöhung in Straßham, das Brunnhaus mit allen technischen Einrichtungen sowie das Trinkwasserschutzgebiet inklusiv Begehung und Kontrolle. „Das Ganze benötigt noch eine gewisse Einarbeitungszeit, in der die GTB von uns unterstützt wird“, gab Hartl zu bedenken.

"Bis jetzt läuft alles planmäßig"

Derzeit wird der schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb befindliche Brunnen 3 von der Firma Etschl fachgerecht verschlossen. Damit sei man einer Forderung des Landratsamts nachgekommen, so Hartl. Man könne dies problemlos machen, weil die eigenen Brunnen derzeit alle abgeschaltet seien und man vom Zweckverband zur Wasserversorgung der Harter Gruppe in Chieming mit Trinkwasser versorgt werde. 

Die Arbeiten zur Sanierung des Saugbehälters seien Anfang September angelaufen und „bis jetzt läuft alles planmäßig“, freute sich Hartl. Nach dem Aushärten der Betonverputzarbeiten gehe es mit dem Einbau der Zu- und Ablaufrohre und der Messeinrichtungen weiter und im Anschluss werde alles gereinigt, gespült und desinfiziert. „Nach der Freigabe der Wasserproben vom Labor wird Ende November/Anfang Dezember die Wasserversorgung wieder in Betrieb gehen“, so Hartl.

Neue Dienstkräfte werden nun von der Vorstandschaft eingestellt

Ingrid Schuhbeck verlas den Geschäftsbericht mit dem Jahresabschluss 2016. Genehmigt wurde der Haushaltsplan 2018 mit Betriebseinnahmen in Höhe von 180.260 Euro und die Betriebsausgaben in Höhe von 197.442 Euro. Abgesegnet wurden die angepassten Aufwandsentschädigungen – 300 Euro im Monat für den Verbandsvorsteher und 500 Euro im Jahr für den 2. Vorstand. 

Bei der Genehmigung der überarbeiteten Verbandssatzung gab es Uneinigkeit in der Frage, ob neue Dienstkräfte von der Vorstandschaft eingestellt werden können oder ob wie bisher die Verbandsversammlung darüber zu befinden habe. Mit zwei Gegenstimmen fiel die Entscheidung in dieser Frage auf die Vorstandschaft.

Bis Mai 2018 soll Projekt für Löschwasserversorgung fertig sein

Im vergangenen Februar sind das Büro renoviert und die Möbel erneuert worden. Besonders verdient gemacht habe sich hier Bürodame Johanna Fenzl, deren Einsatz auch sonst oft über die normale Arbeitszeit hinausgehe, lobte Hartl. Dank ihr sei man auch versicherungstechnisch wieder auf aktuellem Stand. Hartl zufolge plane die Gemeinde, die für die Löschwasserversorgung zuständig sei, einen Löschwasserbehälter mit Druckpumpen und Speisung durch die Trinkwasserleitung nördlich der Firma Regnauer Fertigbau. Bis spätestens Mai 2018 soll das Projekt fertig sein.

Hartl bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit den Landwirten, die ihre Grundstücke im Schutzgebiet verantwortungsvoll bewirtschaften, und appellierte an die Hundebesitzer das Wasserschutzgebiet sauber zu halten. Man könne stolz darauf sein, einen eigenen Wasserbeschaffungsverband zu betreiben, meinte Hans Fenzl. Es sei erfreulich, dass sich junge Leute ehrenamtlich engagieren und es mit dem Verband erfolgreich weitergehe, so Bürgermeister Bernd Ruth. „Mir liegt etwas am Verband, sonst würde ich es nicht machen“, so Hartl.

mmü

Rubriklistenbild: © picture alliance / Lukas Schulze

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