11. Bedaius-Familienfest in Stöffling 

Spektakuläre Schaukämpfe, Feldgeschütz-Tests, Pfeilbeschuss und alte Handwerkskunst

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Römische Soldaten der Legio II Italica beim Exerzieren in Reihe mit Schwenkungen. Auch eine Schildkröte wurde geformt und ein Pfeilbeschuss durchgeführt.

Seeon-Seebruck - Hunderte Besucher tauchten beim 11. Bedaius-Familienfest am Keltengehöft Stöffling in die Welt der Antike und des frühen Mittelalters ein. Rund 80 Kelten, Römer, Bajuwaren und Ostgoten standen Rede und Antwort und es gab viel Spannendes zu entdecken und auszuprobieren.

Die authentisch dargestellte Handwerkskunst reichte vom Schnitzen und Töpfern über das Leder bearbeiten, Glasperlen drehen, Bronzeguß, Spinnen und Weben mit einem Diamantweber bis hin zum Salzsieden. Nach dem Sieden der Bad Reichenhaller Sohle konnten die Besucher das „weiße Gold“ der Keltensippe „Touta Nanto En“ kosten. Im Gegensatz zum Industriesalz, enthalte es noch alle Mineralstoffe und Spurenelemente, hieß es. Jung und Alt konnten zudem Pfeil- und Bogenschießen, Kettenhemden flechten, Bernstein schleifen, Amulette punzieren, Wolle filzen, Glasperlen fädeln, Kinderbögen bauen, Kelten- und Bajuwarenschilde bemalen, Kräutersalz herstellen und römische Spiele testen.

Wo sich Kelten, Römer, Bajuwaren und Ostgoten treffen

Besonders große Besuchertrauben bildeten sich, als sich zwei „Swarafulk“-Ostgoten auf einer nahen Wiese packende Schaukämpfe lieferten oder römische Soldaten der „Legio II Italica“ unter der Führung von Hans Veit zum Exerzieren antraten. Dabei wurde auch ein Angriff vorgeführt, eine „Schildkröte“ geformt und dann einem Pfeilbeschuss ausgesetzt. Spektakuläre Schusstests führte Legionär Dirk Eggenweiler mit seinem originalgetreu nachgebauten Orsova-Feldgeschütz durch. „Eine Legion mit 60 Geschützen konnte 180 Schuss in der Minute abfeuern und das kommt schon einem kleinen Maschinengewehr gleich“, verblüffte Eggenweiler. Die Römer konnten damit bis zu 300 Meter weit schießen und die Pfeile durchschlugen Kettenhemden und Schuppenpanzer mühelos. „Medicus Ordinarius“ Werner Stocker verriet, wie seine Vorfahren erstaunlich professionell operierten und Wunden versorgten. „Narkosen mit Opium hat es nur für höhergestellte Personen gegeben“, so Stocker. Ein Anziehungspunkt war auch Lenz Ziereis römischer Hühnerhof (Gallinarium) mit Streichelhühnern von. Neu ins Programm mit aufgenommen worden waren das Kinderponyreiten mit Veronika Parzinger vom Reiterhof Grünweg und die „Era Culina” mit Schauküche der Bajuwarenzeit. Erstmals zeigte auch die Gewandschneiderei „Hannyrdi” meisterlich genähte Kleidung der Keltenzeit.

Ums leibliche Wohl der Gäste kümmerten sich der Verkehrsverein Truchtlaching und Caterer Alfred Mitterer. Keltisch-archaische Klänge verbreitete die Band „Gjoad“. „Das Wetter war recht kühl und trotzdem waren so viele Darsteller und Besucher, vor allem auch Familien da“, freute sich Organisator Matthias Ziereis von der veranstaltenden Tourist-Information Seebruck. Die Erfolgsgeschichte „Bedaius-Familienfest“ wird am 3. Oktober 2020 fortgeschrieben. 

mmü

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