Aktuelle Stechmücken-Population am Chiemsee nach Verbands-Austritt

Bürgermeister: "Seebruck ist nicht zum Mückentempel mutiert"

Seeon-Seebrucks Bürgermeister Bartlweber zur Stechmückenlage am Chiemsee
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Seeon-Seebrucks Bürgermeister Martin Bartlweber fasst die aktuelle Stechmückenlage am Chiemsee zusammen.

Seeon-Seebruck - Sie können den Sommer zu einem wahren Albtraum werden lassen: Stechende Plagegeister sind lästig, davon kann auch die Chiemseegemeinde ein Lied singen. Dennoch stieg Seeon-Seebruck 2019 aus dem Verband zur gemeinsamen Mückenbekämpfung aus. Bürgermeister Bartlweber zur aktuellen Lage:

„Die Mückenpopulation ist immer subjektiv zu betrachten: Die einen sagen, 2019 war es schlimmer und andere wiederum verfluchen den diesjährigen Sommer mit besonders vielen Stechmücken. Seeon-Seebruck mutiert dadurch aber keineswegs zu einem Mückentempel“, unterstreicht Bürgermeister Martin Bartlweber im Gespräch mit chiemgau24.de.


Bleibt Seeon-Seebruck beim Austritt aus dem Verband zur Steckmückenbekämpfung am Chiemsee?

„Natürlich haben wir heuer durch die jüngsten Überschwemmungen seit dem Hochwasser Anfang August eine Zunahme an Mücken verspürt, die Population steht und fällt mit der Witterung“, erklärt der Bürgermeister und unterstreicht, die Mücken würden neben Seebruck auch nicht vor den Ortsteilen Seeon und Truchtlaching Halt machen. Beschwerden von Bürgern oder Touristen in Bezug auf die Mücken seien allerdings nicht eingegangen. „Dass sich vor allem auch Urlauber am Chiemsee von Mücken gestört fühlen, das war bei uns schon immer so", stellt Bartlweber trocken fest.


Deshalb trat die Gemeinde im Jahr 2010 auch dem Abwasser- und Umweltverband (AZV) zur gemeinsamen Mückenbekämpfung am Chiemsee bei. Bisher ist das Mittel BTI (Bacillus thuringiensis israelensis) in Seeon-Seebruck aber lediglich zweimal ausgebracht worden. Aus Sorge, dass das Gift die vielen Naturschutzgebiete rund um die Gemeinde beeinträchtigt, wurde grundsätzlich nicht mit dem Hubschrauber gespritzt, sondern händisch.

2019 folgte dann der Ausstieg aus dem Verband. Mitunter wegen der Kosten, die trotz einer Nichtbehandlung getragen werden müssen, entschied sich der Gemeinderat, künftig nicht mehr im Verband mitwirken zu wollen. Auch naturrechtliche Gründe spielten eine große Rolle, war damals das Volksbegehren zum Insektensterben in aller Munde. Die Entscheidung zum Austritt aber warf Fragen auf, darunter die der Auswirkungen auf den Tourismus. Genau aus diesem Grund hat sich die Gemeinde Rimsting im Juli diesen Jahres gegen einen Ausstieg aus der Kooperation zur Mückenbekämpfung am Chiemsee entschieden.

Eure Meinung zum Thema Stechmücken am Chiemsee:

Ende des Jahres erneut Diskussion im Rat um Für und Wider Stechmückenbekämpfung im Verband

„So oder so“, kommentiert Bartlweber. „Der Austritt steht momentan und wir können uns nicht ein Jahr dafür entscheiden und ein Jahr dagegen.“ Für den Bürgermeister spiele vor allem der Kosten-Nutzen-Faktor eine Rolle. Das weitere Vorgehen bei der Kooperation zur Stechmückenbekämpfung war in der Sitzung des Gemeinderats am 14. September unter dem Punkt „Bekanntgaben“ dabei - auch ob der aktuell öffentlichen Diskussion hinsichtlich einer diesjährigen Mückenplage bekam das Thema wieder Präsenz.

Derzeit sei man mit dem Abwasser- und Umweltverband Chiemsee (AUV) bezüglich des laufenden Genehmigungsverlängerungsverfahrens für die Stechmückenbekämpfung am Chiemsee in Kontakt. „Eine erneute Diskussion im Gemeinderat erscheint aber erst dann sinnvoll, wenn der Verband eine entsprechende Verlängerung der Genehmigung für die Stechmückenbekämpfung am Chiemsee erhalten hat“, fasst Bartlweber zusammen.

Der Gemeinderat werde sich Ende des Jahres erneut mit dem Thema beschäftigen, damit im Vorfeld der Badesaison 2021 geklärt werden kann, ob und wie in Zukunft gegen die surrenden Plagegeister im Gemeindegebiet vorgegangen werden soll.

mb

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