Das bedeuten die Baumaßnahmen wirklich

Entlastungsspange Seebruck: Naturwanderung der Grünen

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Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nahmen an der Naturwanderung teil.

Seeon-Seebruck - Die Gemeinde hat die umstrittene Bürgerbefragung zur sogenannten Entlastungsspange mit zweiter Alzbrücke eingeleitet und der junge Ortsverband der GRÜNEN wollte zeigen, worum es dabei eigentlich geht.

Die Meldung im Wortlaut:


Seiner Einladung zu einer Naturwanderung im Planungsgebiet dieser von der Gemeinde initierten Straßenbaumaßnahme folgten am Samstag etwa 160 interessierte Gemeindebürger aus Seeon, Seebruck und Truchtlaching. Die jetzt in 15-jähriger Planungszeit zu untersuchende sogenannte Entlastungsspange soll die Staatsstraße St 2095 durch eine mindestens 1,4 km lange Neubautrasse mit zweiter Alzbrücke ersetzen. Der Untersuchungsraum, den sich das für die Planung zuständige Staatliche Bauamt gesetzt hat, reicht von der Reimer Kurve bzw. der Rosenheimer und Wasserburger Straße über die Chieminger Gemeindegrenze hinaus bis Arlaching/Thauernhausen/Luging und vom Chiemsee bis Stöffling. Eingangs betonten die beiden Sprecher von GRÜNEN & Freunden, Michaela Losbichler und Toni Mayer, dass es heute darum geht, allen zu zeigen, in welches ökologisch wertvolle und besonders schöne Gebiet diese Planung eingreift.

Absolutes Tabu für jeden schädlichen Eingriff

Werner Reinhard erläuterte die ökologische Bedeutung der Alzauen und der Gramsenfilzen, die zur Unterschutzstellung nicht nur als Biotop und Landschaftsschutzgebiet, sondern sogar als europäisches Flora-Fauna-Habitat und Vogelschutzgebiet geführt haben. Diese mit der Natura-2000-Verordnung erlassene höchste Schutzkategorie bedeutet ein absolutes Tabu für jeden schädlichen Eingriff. Das für die Straßenplanung zuständige Staatliche Bauamt hatte deshalb noch im Jahr 2018 jegliche Planung in diesem Bereich wegen fehlender rechtlicher Durchsetzbarkeit abgelehnt. Wie nach der Intervention der Gemeinde dann ein Sinneswandel der staatliche Stellen eintreten konnte, bleibt rätselhaft, sagte Toni Mayer.


Werner Reinhard zeigte auf, wie die Flußauen der Alz durch eine zweite Brücke geschädigt würden. Diese Brücke würde vermutlich als hohe Schrägbrücke ausgeführt werden müssen, weil vom Ost- zum Westufer ein Höhenunterschied von 13 m besteht. Aber auch am Ostufer wäre wohl eine Aufständerung nötig, damit die Brückenzufahrt hochwasserfrei ist. Wie dann die Querung der erst vor wenigen Jahren mit Steuergeldern renaturierten Gramsenfilzen erfolgen könnte, ist bisher nie aufgezeigt worden. Jedenfalls müssten umfangreiche Gründungsmaßnahmen im 8 m tiefen Moorbereich erfolgen, die das empfindliche Hochmoor zweifellos zur Gänze zerstören und damit einen wichtigen CO²-Speicher beseitigen würden.

Die große Anzahl und das große Interesse der Mitwanderer zeigte, wie wenig Informationen seitens der Gemeinde und der staatlichen Stellen bisher gegeben wurde. In den Unterlagen zur gemeindlichen Bürgerbefragung ist mit keinem Wort die hohe Wertigkeit und Schutzwürdigkeit des Untersuchungsraums erwähnt. Die Befragung kann deshalb keinerlei Beitrag für eine sachgerechte Diskussion liefern, sagte Toni Mayer. Sie ist vielmehr dem momentanen Kommunalwahlkampf geschuldet.

Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen Ortsverband Seeon-Seebruck

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