Bürgermeister Ruth bezieht Stellung 

Bürgerbefragung zur Entlastungsspange: So haben die Seebrucker abgestimmt 

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Die blau eingezeichnete Trasse einer möglichen Entlastungsspange nördlich des Ortsteils Graben stammt vom Architekturbüro Landbrecht und soll vor allem als Diskussionsgrundlage dienen. Eine genaue, mögliche Trassenführung steht noch nicht fest.

Seeon-Seebruck - Soll die Gemeinde die Planungen des Staatlichen Bauamts weiter unterstützen oder nicht? Um diese Frage drehte sich die Bürgerbefragung zur Entlastungsspange, die inzwischen abgeschlossen ist. Bürgermeister Bernd Ruth zeigt sich sowohl mit dem Rücklauf als auch mit den ersten Ergebnissen zufrieden. 

Von 2.348 Befragten, die sich eindeutig geäußert haben, antworteten 60,2 Prozent mit "Ja" und 39,8 Prozent mit "Nein". 60,2 Prozent der Befragten äußerten demnach den Wunsch, dass die Gemeinde die Planungen der Bayerischen Straßenbauverwaltung weiterhin unterstützen solle. Hinzu kommen noch 51 abgegebene Fragekarten (zwei Prozent), die keine Meinung zu der Befragung geäußert hatten.


Die Bürger wurden in der Befragungskarte aufgefordert, ihre Meinung zur weiteren Unterstützung der Planungen des Staatlichen Bauamtes durch die Gemeinde mit "Ja", "Nein" und "Keine Meinung" abzugeben. 

Das Ergebnis der Bürgerbefragung zur Entlastungsspange Seebruck grafisch dargestellt in Prozent. 

Von 5. bis 18. Februar lief die Bürgerbefragung zur Entlastungsspange Seebruck. Die Gemeinde erhoffte sich eine rege Beteiligung aller wahlberechtigten Seebrucker ab 16 Jahren. Dieser Wunsch ist augenscheinlich in Erfüllung gegangen, wie den ersten Ergebnissen, die die Gemeinde am Donnerstag, 27. Februar, veröffentlichte, zu entnehmen ist: Der Rücklauf sei mit 62 Prozent aller befragten Bürger (entsprechend 2.399 abgegebene Fragekarten) "erfreulich hoch". 

Positives Ergebnis für Bürgermeister

Für Bürgermeister Bernd Ruth ist das Ergebnis "massivst erfreulich", wie er auf Nachfrage von chiemgau24.de betont: "Nachdem wir über Wochen mit Kritik beschossen wurden, freuen wir uns über 60 Prozent an 'Ja'-Stimmen. Auch die Wahlbeteiligung von 62 Prozent untermauert die sehr deutliche und klare Meinung der Seebrucker zur geplanten Entlastungsspange." 

Die Gemeinde und auch er als Bürgermeister seien "immer sehr ruhig geblieben", hätten "Wert gelegt auf Sachlichkeit". Dies sei "nicht immer ganz einfach" gewesen - auch in Anbetracht kritischer Leserbriefe, die die Verwaltung erreicht hätten. 

Endergebnis erst nach Kommunalwahl 

Weitere Ergebnisse der Befragung werden im Verlauf der ergänzenden Auswertungen ermittelt, erklärt Ruth weiter. Die insgesamt 585 zurückgegebenen Fragekarten mit Textantworten werden in den nächsten Wochen detailliert ausgewertet, sodass insbesondere der Gemeinderat die ergänzenden Meinungen der Bürger für dieses für die Gemeinde wichtige Thema erhalte. 

Seeon-Seebrucks Bürgermeister Bernd Ruth. 

"Wir haben hier eine ganz klare Entscheidung von Seiten der Bürgerschaft und ich freue mich, dass so viele von ihrem demokratischen Wahlrecht Gebrauch gemacht haben. Wir wollen und werden diese Alternativenprüfung in Form der Entlastungsspange weiter verfolgen. So wünscht es sich die Mehrheit der Bürger und es soll auch zeigen, dass wir etwas anpacken - dafür nehmen wir auch einen Planungskorridor von 15 Jahren in Kauf", so Ruth abschließend. 

Die endgültigen Ergebnisse werden erst nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 vorliegen und veröffentlicht, die Gemeinde wolle damit einen "deutlichen Abstand" zur Wahl gewinnen. 

mb

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