Problematische Verkehrssituation am Klosterweg in Seeon

Querungshilfe gefordert: "Hier traut sich niemand über die Straße" 

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Der Kreuzungsbereich der Kreisstraße TS22 und die Staatsstraße 2094 in Seeon ist vielen Bürgern ein Dorn im Auge, was die Sicherheit angeht. 
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Seeon-Seebruck - Stellt der Bereich Klosterweg in Seeon eine Gefahr für Fußgänger, Radler und Kinder dar? Einige Anwohner fürchten um die Sicherheit an der uneinsichtigen Stelle, an der Autofahrer häufig schneller fahren als erlaubt. Die Gemeinde ist sich dem Problem bewusst und um eine Lösung bemüht. Die Hintergründe: 

Ein Anwohner aus Seeon stellte vergangene Woche einen offiziellen Antrag an die Gemeinde auf die Schaffung einer sicheren Fuß- und Radwegverbindung im Bereich des Seeoner Klosterwegs. Hier kreuzen sich die Kreisstraße TS22 und die Staatsstraße 2094. 

Kreisstraße der einzige Fuß- und Radfahrweg für Wattenhamer 

"In dem jetzigen Zustand würde ich mein Kind diese Straße nicht allein queren lassen", schildert auch eine Bürgerin aus Seeon, deren Haus direkt an der Kreisstraße zwischen Wattenham und Seeon liegt. Insbesondere in den letzten 200 Metern der Kreisstraße Richtung Seeon habe man keine ausreichende Sicht und würde für Laster und Autos, die oft "mit 100 Sachen über die Straße rauschen", ein gefährliches Hindernis werden. "Autos müssen massiv abbremsen, wenn plötzlich ein Bulldog die Straße kreuzt, den sie wegen der starken Wölbung der Straße erst im letzten Moment sahen." Es seien schon mehrfach brenzlige Situationen entstanden. 

Die Staatstraße 2094 ist im Übrigen auf Höhe des Klosterwegs sogar auf 60 km/h beschränkt und mit einem Zusatzschild "Schulweg kreuzt" versehen.

Die Wölbung der Kreisstraße von oben aus gesehen. 

Genau diese Kreisstraße aber sei die einzige Verbindung zwischen der Anwohnerin Wattenhams und ihren Nachbarhäusern an die Gemeinde. Der einzige Fuß- und Radfahrweg sei die Kreisstraße, Platz zum Ausweichen auf die Wiese sei nicht vorhanden, die Sicht gerade für herunterfahrende Autos "katastrophal"

Die Gemeinde habe vor sechs Jahren, so schildert die Anwohnerin weiter, die fünf Baugrundstücke Klosterweg 37 bis 45 ausgeschrieben und den Bauwerbern damals in Aussicht gestellt, dass die zubringende Strasse TS22 demnächst dem Bauvorhaben angepasst werden würde. Jahrelang sei jedoch nichts passiert. Die Straße sei vor wenigen Monaten sogar noch verbreitert worden - aus Sicherheitsgründen

Bürgermeister: "Forcieren auf jeden Fall eine Querungshilfe" 

Bürgermeister Bernd Ruth kennt die Problematikund räumt ein: "Die Anwohnerin hat Recht, der Klosterweg ist an das Baugebiet nicht vernünftig angebunden. Wir bemühen uns im Zuge der Neuplanung des Kloster-Parkplatzes Seeon um eine Verbesserung der Situation." Gespräche hierzu stehen laut Ruth bereits an, ein entsprechendes Ingenieurbüro sei mit der Erstellung der Planungen bereits beauftragt. 

An der besagten Stelle habe schon mehrmals eine Verkehrsschau stattgefunden. Auch die Polizei sei laut Ruth der Meinung, dass man hier langfristig eine Verbesserung für die problematische Verkehrssituation erreichen müsse.  

Die Steigung der Auffahrt auf die TS22. 

"Wir forcieren auf jeden Fall eine Querungshilfe, die die Staatstraße 2094 in Richtung Kloster Seeon erschließt. Es ist wichtig, dass die Straße auf lange Sicht sicher überquert werden kann", betont der Bürgermeister. "Das Ganze muss aber auch genehmigt werden, wir befinden uns diesbezüglich schon in Kontakt mit dem Bauamt." 

Aktuelle Situation "nicht tragbar"

Im Zuge der Verbreiterung der Straße sei im Februar diesen Jahres aber ein Teil der historischen Eichenallee im Hohlwegbereich am Wellnesshotel "Haus Rufinus" gefällt und eine neue Baumalle gepflanzt worden, die nun unter Naturschutz stehe. "Das macht es für uns schwieriger in punkto Errichtung einer Querung, denn die Bäume dürfen nicht mehr berührt werden", erklärt Ruth. 

Doch der Bürgermeister möchte so schnell nicht aufgeben. Erst am Dienstagmittag hat er sich ein Bild von der Lage vor Ort gemacht und musste sich eingestehen, dass die Situation, wie sie sich aktuell darstellt, nicht tragbar sei: "Hier traut sich niemand über die Straße, auch ich nicht. 60 km/h sind noch immer zu schnell und die Auto- und Lastwagenfahrer halten sich oft nicht an die vorgegebene Geschwindigkeit." 

Die verbreiterte Kreisstraße TS22 in Richtung Osten. 

mb

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