Sensoraufzeichnungen ausgewertet

Täglich rund 50 Verstöße gegen Tonnagebeschränkung in Seebruck

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Während die Überfahrt eines zu schweren LKW noch unkritisch ist, besteht bei Begegnung zweier solcher Fahrzeuge eine konkrete Gefahr für die Standsicherheit .

Seeon-Seebruck - Weil die Tonnagebeschränkung auf 12 Tonnen vielfach missachtet wird, wird überlegt, mit welchen weiteren Maßnahmen Brücke und Verkehrsteilnehmer geschützt werden können.

Pressemitteilung im Wortlaut:


Während die Planungen zur Teilerneuerung mit Hochdruck laufen, steht die am Ende ihrer Lebensdauer stehende Alzbrücke in Seebruck seit August letzten Jahres unter elektronischer Dauerüberwachung. Nahezu in Echtzeit werden dabei von einer Vielzahl von Sensoren die Verformungen des Bauwerks gemessen, so dass ein sich ankündigendes Versagen möglichst frühzeitig erkannt werden kann. Mit optischen Mitteln, also im Rahmen turnusmäßiger Bauwerksprüfungen, ist dies aufgrund der schweren und weit fortgeschrittenen Schädigung bereits nicht mehr möglich.

Durch Vergleich der laufenden Sensoraufzeichnungen mit denen, die während kontrollierter Testfahrten mit LKW bekannten Gewichts gemacht wurden, ist inzwischen ein sehr genauer Rückschluss darauf möglich, wie schwer die Fahrzeuge sind, die tatsächlich tagtäglich über die Brücke rollen.


>>>Hier nachlesen: Neubau der Alzbrücke in Seebruck: Welche Variante ist vorstellbar?<<<

Das Ergebnis der dem Staatlichen Bauamt Traunstein seit vergangener Woche vorliegenden Auswertung ist überaus unerfreulich: im Tagesschnitt missachten mindestens 50 Fahrzeugführer die Beschränkung auf 12 Tonnen, mindestens 10 gemessene Fahrzeuge sind sogar mehr als eineinhalb mal so schwer. Hierbei sind sich über den Tages- und Wochenverlauf immer wieder wiederholende Muster erkennbar, die nahelegen, dass es sich dabei nicht nur um ortsunkundigen Fernverkehr handelt. In diesem Zusammenhang muss aber auch darauf hingewiesen werden, das eine Vielzahl der als besonders störend empfundenen Sattelzüge die Brücke sogar legal befahren darf, weil rechtlich als auch statisch Zugmaschine und Auflieger als getrennte Fahrzeuge betrachtet werden.

Während die Überfahrt eines zu schweren LKW noch unkritisch ist, besteht bei Begegnung zweier solcher Fahrzeuge eine ganz konkrete Gefahr für die Standsicherheit des stark vorgeschädigten Bauwerks.

Das Staatliche Bauamt Traunstein wird die Situation in den nächsten Wochen weiterhin genau betrachten und hofft, dass die Einsicht der betroffenen Verkehrsteilnehmer vielleicht doch noch zunimmt. Ist dies nicht der Fall, werden weitere, dann erheblich verkehrseinschränkende Maßnahmen die Folge sein müssen.

Pressemitteilung Staatliches Bauamt Traunstein

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