UVA zu umstrittener Kiesgrube in Grünweg *Mit Voting* 

"Seeoner Wahrzeichen nicht mehr das Kloster, sondern die Kiesgruben"

Beidseitig des bestehenden Kieswegs bei Grünweg soll in den nächsten Jahren Kies abgebaut werden. Nach Angaben des Grundstücksbesitzers werden die Gruben nach dem Abbau wieder mit Erde befüllt.
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Beidseitig des bestehenden Kieswegs bei Grünweg soll in den nächsten Jahren Kies abgebaut werden. Nach Angaben des Grundstücksbesitzers werden die Gruben nach dem Abbau wieder mit Erde befüllt.

Seeon-Seebruck -  Die Genehmigung einer weiteren Kiesabbaufläche in Grünweg sorgt für Unmut. Der Umweltschutzverband Alztal und Umgebung (UVA) ist "fassungslos über eine eine solch geplante Naturschädigung" - und will das Projekt mit allen Mitteln verhindern. 

Das Landratsamt Traunstein hat eine weitere Kiesgrube in Seeon-Grünweg unweit des Inselklosters genehmigt. Das wurde in der Gemeinderatssitzung am 6. Juli bekannt und sorgt seither für viel Wirbel in Seeon-Seebruck. Mit dieser Genehmigung würde von den fünf Seeoner Ortszufahrten auch noch die letzte mit einer Kiesgrube versehen werden, lautet die Meinung des UVA, der sich gemeinsam mit Bürgern der Gemeinde Seeon-Seebruck gegen das Projekt stemmt . 


Fassungslosigkeit beim UVA 

Von Obing kommend existieren die Gruben Thalham und von Rabenden kommend die Gruben Voglöd. Aus Richtung Altenmarkt soll nach den gemeindlichen Planungen bei Eglhart eine große Kiesabbau-Konzentrationsfläche ausgewiesen werden sowie eine aus Richtung Truchtlaching bei Steinrab. Die südwestliche Ortszufahrt von Seebruck aus, auf Höhe des Reiterhofs Grünweg, die bisher frei von Kiesgewinnungs-Tagebau war, soll nun auch zu einem "Kies-Krater" mutieren. "Das Seeoner Wahrzeichen ist dann nicht mehr das Kloster, sondern die Kiesgruben", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme von Seiten des UVA. 

Die roten Punkte zeigen die bestehenden und geplanten Kiesgruben im Gemeindegebiet Seeon-Seebruck. 

Die neue Kiesabbau-Genehmigung erfolge im klaren Gegensatz zum Regionalplan Südostoberbayern, der "ausreichend Kiesabbauflächen für den langfristigen regionalen Bedarf" ausweise. Der UVA habe sich deshalb schon im vergangenen Jahr gegen die gemeindliche Ausweisung zusätzlicher Kiesabbau-Konzentrationsflächen ausgesprochen, die eine "völlig unnötige Schädigung unserer Heimat" bewirken würde. "Dass jetzt nicht nur über den Regionalplan sondern auch über die gemeindliche Konzentrationsflächen-Planung hinaus nochmals eine weitere Kiesabbaufläche entstehen soll, macht uns fassungslos", wettern die UVA-Anhänger um zweiten Vorsitzenden Gerd Raepple, der auch bei der Interessengemeinschaft Seeon (IG Seeon) schon seit Anbeginn gegen die Ausweisung von Kiesgruben kämpft


Ihre Meinung zu dem Kiesvorhaben: 

UVA möchte "Naturschädigung" mit allen Mitteln verhindern

Die Kiesgrube soll in zwei Baubschnitten realisiert werden. Mit der Umsetzung ist bereits ab Ende Juli zu rechnen. Der Kies soll vorwiegend für den Eigenbedarf der Baufirma Riedel aus Eggstätt verwendet werden. Die rund zwei Hektar große Fläche liege laut UVA im "naturschutzfachlich hochsensiblen Bereich der Seeoner Seen" zwischen den Teilbereichen Bansee und Klostersee des Naturschutzgebiets, den streng geschützten FFH- und Vogelschutzgebieten sowie inmitten der Biotop-Verbundachse sowie des Landschaftlichen Vorbehaltsgebiets zwischen Eggstätter und Seeoner Seen. 

Die als Ausgleichsfläche des Freistaats Bayern angelegte Bansee-Überschwemmungsfläche mit ihren Vogelpopulationen grenze unmittelbar an. Der Abbau sei bis fünf Meter unter den Wasserspiegel dieser direkt benachbarten Überschwemmungsfläche geplant, was in den Augen des UVA "genauso unvorstellbar ist wie die Schädigung des Bansees und des Schwellbachs sowie die Zerstörung des Landschaftsbilds in Nähe des Inselklosters Seeon und des Naherholungsgebiets Bansee mit dem beliebten Wander- und Radweg und ferner die Zunahme des Lastwagen-Verkehrs".

Der UVA könne sich daher nicht vorstellen, dass dieses Projekt von der Gemeinde hingenommen werde und die zuständigen Behörden und politischen Stellen nicht Einhalt gebieten. Mit Nachdruck unterstreicht der Verband abschließend: "Es muss mit allen Mitteln versucht werden, sich diesem Raubbau zu widersetzen. Der UVA wird die Bürger darin unterstützen, dass diese Naturschädigung unterbleibt." 

Pressemitteilung Umweltschutzverband Alztal und Umgebung e.V./mb

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