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Alternative Objekte in Seeon-Seebruck gesucht

„Gruber Alm“ in Roitham als Unterkunft für ukrainische Kriegsflüchtlinge?

Gruber Alm in Roitham bei Seeon-Seebruck
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Die „Gruber Alm“ in Roitham bei Seeon-Seebruck: Was geschieht mit dem leerstehenden Gebäude?

Die aktuell kritische politische Lage in Europa treibt auch die Kommunen in der Region um. Die Chiemseegemeinde Seeon-Seebruck überlegt, welche Orte sich für die Unterbringung von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine eignen könnten. Bei der „Gruber Alm“ äußerten die Räte eine deutliche Meinung. 

Seeon-Seebruck – „Wir sehen Kriegshandlungen in Europa, die so nicht vorstellbar waren. Mit dem Einmarsch russischer Streitkräfte in die Ukraine ist auf uns ein großes Thema zugekommen“, bringt es Bürgermeister Martin Bartlweber auf den Punkt.

Am 1. März brachte die CSU-Fraktion deshalb einen Eilantrag auf den Weg, die leerstehende „Gruber Alm“ in Roitham für Kriegsflüchtlinge als Erst-Unterkunft zur Verfügung zu stellen.

Die Verwaltung hat laut Bürgermeister Bartlweber noch vor dem Eilantrag ohnehin überlegt, was sie machen könnte und wo in der Gemeinde Unterkünfte kurzfristig bereit gestellt werden könnten. Auch die „Gruber Alm“ wurde dabei in Betracht gezogen.

„Gruber Alm“ in Roitham nicht geeignet

Aber: Nach einem Vor-Ort-Termin mit den Gemeinderäten wurde diese Option rasch verworfen. „Das Gebäude befinde sich in einem, so betonte es der Bürgermeister in der Sitzung des Rats am 14. März, „desolaten Zustand“. Es sei „massiv baufällig“, die Zimmer seien sehr klein und ohne ausreichende Sanitäranlagen.

Die logische Schlussfolgerung: Die „Gruber Alm“ sei als Unterkunft für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine auch ob ihrer abgelegenen Lage außerhalb des Dorfes nicht geeignet.

Im gleichen Atemzug habe sich ein alternatives Objekt ergeben: Die ehemalige „Lebenshilfe“ in der Werlinstraße in Seeon liege Bartlweber zufolge zentral im Ort und biete mit 17 Appartements, teils mit Küchenzeile und möbiliert durch den Landkreis, Platz für 40 bis 50 Menschen - bis voraussichtlich Ende des Jahres. Da das Gebäude bis vor zwei Monaten noch genutzt worden sei, sei sowohl der Brandschutz noch aktuell, fließend Wasser und Strom vorhanden.

Hilfe vieler Privatleute, die Flüchtlinge aufnehmen wollen

Darüber hinaus hätte sich auf die Schnelle kein anders alternatives Objekt gefunden, das so kurzfristig bezugsfähig sei. Allerdings sei es dem Bürgermeister zufolge erfreulich, dass sich auch viele Privatleute gemeldet hätten, die eine Einliegerwohnung oder ein Zimmer für Flüchtlinge zur Verfügung stellen oder bereits gestellt hätten. Die Verteilung erfolge über das Sozialamt des Landratsamts.

Veranstaltung für ehrenamtliche Helfer in der Not

Am Mittwoch, 16. März, findet um 18 Uhr eine Veranstaltung im Bürgersaal Truchtlaching statt - für alle, die sich für Flüchtlinge engagieren möchten - vorwiegend mit ukrainischen oder russischen Sprachkenntnissen.

„Wir sind um jeden froh, der sich engagieren möchte, verschiedene Projekte sind indes schon angelaufen“, freut sich Bartlweber. Das Engagement sei hoch. „Wie sich die Lage entwickelt werden wir sehen – es ist traurig genug, wir gehen aus der Pandemie raus und in die nächste Katastrophe hinein. Es ist schön zu sehen, dass die Hilfswelle ungebrochen ist.“

Der Rat einigte sich schließlich darauf, die „Gruber Alm“ als „Notnagel“ im Auge zu behalten, da das baufällige Gebäude ohnehin bis Ende 2022 nicht abgerissen werde.

Die „Gruber Alm“ hat bereits mehrere Nutzungen hinter sich. Zuletzt stand dem baufälligen Gebäude der Abriss bevor.

Die vielen Nutzungen der „Gruber Alm“

Die „Gruber Alm“ hat schon einiges miterlebt: Einst als Gasthaus genutzt befindet sich das Gebäude nun im Gemeindebesitz, war zwischendurch Lagerfläche für den Bauhof und örtliche Vereine. Die Tenne diente dem Gemeinderat während des Rathausneubaus als Übergangslösung für ihre Sitzungen. Im Nebengebäude waren zeitweise Flüchtlinge und Obdachlose untergebracht.

Ende letzten Jahres stand der Abriss auf dem Plan, um auf den rund 7.000 Quadratmetern möglicherweise neuen Wohnraum für Einheimische zu schaffen. Nach wie vor steht das marode Gebäude nach der jüngsten Entscheidung der Räte leer.

mb

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