So geht es nun weiter

Umstrittener Kiesabbau in Seeon-Seebruck wieder Thema im Gemeinderat

Seeon-Seebruck - Für die neu erarbeitete Konzentrationszone des Kiesabbaus in der Gemeinde Seeon-Seebruck, ist kein erneuter Aufstellungsbeschluss der 48. Änderung des Flächennutzungsplanes erforderlich. Darüber informierte Bürgermeister Bernd Ruth am Montagabend den Gemeinderat in einer Sitzung. Wie Ruth mitteilte, sei die Gemeinde nach Rücksprache mit dem Landratsamt darauf aufmerksam gemacht worden, dass kein erneuter Aufstellungsbeschluss notwendig sei.

Wie mehrfach berichtet, wurden die Konzentrationszonen auf zwei Gebiete mit zirka 26 Hektar an möglichen Kiesabbauflächen reduziert. Dabei soll es nach Auffassung des Gemeinderats zunächst auch bleiben. Nach Angaben des Bürgermeisters erfolge derzeit durch ein Ingenieurbüro eine Feinabgrenzung der möglichen Konzentrationsflächen. 

Sobald dieser Feinschliff erfolgt sei, soll die überarbeitete Planung in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen vorgestellt und beschlossen werden, um dann in das Genehmigungsverfahren zu starten. Im Zuge des Verfahrens werden nicht nur die sogenannten Träger öffentlicher Belange gehört. Auch die Gemeindebürger, bei denen der Kiesabbau hohe Wellen geschlagen hat und es immer noch tut, können dazu ihre Meinungen äußern und Einsprüche erheben. 

„Der Kiesabbau muss wieder regional gelenkt werden“

Bereits kurz nachdem die ersten Planungen im Mai 2018 vorgestellt wurden, formierte sich eine kleine Gruppe von Kiesgegnern. Einer der Leiter ist der Seeoner Gerd Raepple, dem es in der Sitzung von Ruth gestattet wurde, Informationsblätter des Umweltschutzverbandes Alztal und Umgebung e.V. (UVA) an die Gemeinderäte zu verteilen. Der UVA und weitere Bürger haben sich in den vergangenen Monaten der kleinen Gruppe von Kiesgegnern angeschlossen. 

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Die Informationen der UVA sollen zur „Versachlichung der Diskussion über den Kiesabbau in der Gemeinde Seeon-Seebruck“ beitragen, heißt es in dem Infoblatt. Nach Ansicht des UVA führe die von der Gemeinde beabsichtigte Flächennutzungsplanänderung nicht nur zu einem weiteren Flächenmaß und Verkraterung der Landschaft, sondern sei auch von vielen Unsicherheiten begleitet, die die Rechtssicherheit des Flächennutzungsplanes sehr in Frage stelle. Das Dilemma könne nach Ansicht des UVA nicht durch eine gemeindliche Planung gelöst werden, sondern werde dadurch eher verschärft. Vielmehr wäre eine landesplanerische beziehungsweise regionalplanerische Lösung nötig: „Der Kiesabbau muss wieder regional gelenkt werden“, fordert der Umweltschutzverband. 

Zum Schutz der Heimat und um eine nachhaltige Rohstoffversorgung langfristig sicherzustellen, müsse dabei auch die Beschränkung und des Kiesverbrauchs und des Kiesabbaus festgelegt werden. „Wir dürfen unsere Bodenschätze nicht mehr als billiges Schüttmaterial verwenden, wir müssen vor allem den Straßenbau begrenzen und dürfen keine Trassenführungen auf hohen Dämmen und Rampen – wie in Obing und Altenmarkt – vornehmen.“ 

„Wenn jemand meint, dass es andere und bessere Möglichkeiten gibt, dann soll er es uns sagen"

Die Denkweise in der Verkehrsplanung und auch in der Siedlungsplanung müsse sich auf die alten Grenzwerte besinnen und dabei den Schutz unserer Heimat zum Ziel haben. Nach Angaben des UVA, habe der Verband bereits im Rahmen der Flächenoffensive der bayerischen Staatsregierung diese Vorschläge an das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gerichtet. Dieser Weg mit den Vorschlägen, die vom Ministerium positiv aufgenommen worden seien, sei fortzusetzen.

Gemeinderat Rudolf Mayer (FW) appellierte an die Bürgerschaft sich im Zuge des Verfahrens konstruktiv zu äußern. „Wenn jemand meint, dass es andere und bessere Möglichkeiten gibt, dann soll er es uns sagen. Dann machen wir es anders.“

ga

Rubriklistenbild: © dpa

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